Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Warum macht es ihm nichts aus?

Frage: Warum macht es ihm nichts aus?

miala

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S.g. Dr.! Mein Sohn (19 M.) scheint keine Angst zu haben, wenn er mich auch an fremden Orten nicht mehr sieht. Es fällt ihm eine ganze Weile gar nicht auf. Registriert er, dass ich nicht da bin, ruft er kurz „Mama“, findet dann aber 1000 andere Sachen, die er noch interessanter findet, als mich zu suchen. Er bekommt keine Panik. Lasse ich ihn für wenige Minuten im Auto alleine sitzen, scheint ihm das nichts auszumachen. Wir waren in einem Geschäft einkaufen. Er lief davon und ich konnte ihn nicht gleich finden. Er weinte nicht, suchte mich auch nicht, sondern machte sich einfach auf Entdeckungstour. Er geht einfach drauf los, ohne zu schauen, wo ich bin. Nimmt ihn eine Person auf den Arm, die er nicht gut kennt, reagiert er keineswegs verunsichert. Andererseits ist er eifersüchtig, wenn ich mit einem anderen Baby spreche, sucht MEINE Körpernähe, wenn er sich verletzt, weint in der Nacht nach mir, komme ich, schläft er gleich ein.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, neben Kindern mit vermeidendem Bindungsverhalten gibt es auch solche, welche überhaupt nicht so starke Bindungsgefühle entwickeln. Sind sie dann auch noch wenig ängstlich veranlagt und überaus neugierig bzw. unternehmungslustig, dann kommt so ein Verhalten zustande, wie Sie es von Ihrem Sohn beschreiben. Dann wären es also Charaktereigenschaften, die sich auch so im Leben erhalten würden, es sei denn, es würde etwas Belastendes passieren. Aber solche Kinder sind in gewisser Weise gefährdet, weil sie die möglicherweise schlechten Absichten fremder Menschen nicht gleich erkennen. Solchen Kinder gebürt also ein etwas größerer Schutz als den anderen, die sich durch ihre Vorsicht automatisch besser selbst schützen. Nur darf dieses Beschützen nicht unnötige Angst in ihnen hervorrufen. Viele Grüße


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