Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Verlustängste/Trotzphase?

Frage: Verlustängste/Trotzphase?

Katja1976

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Lieber Dr. Nohr, ich habe Fragen zu meinem Sohn Felix.Er ist 3 Jahre alt und wir haben keinen Tag/Nacht ohne Geheul, Geschrei und Mamagejammer. Er ist jeden Tag am Weinen und ich kann ihn kaum noch beruhigen. Ich kann lieb sein, ihn in den Arm nehmen, leise mit ihm sprechen, aber das interessiert nicht. Das Ganze schaukelt sich irgendwann so hoch, dass er nur noch am Weinen und ich sauer bin und nicht mehr weiß was ich noch machen soll. Seinen Vater lehnt er gänzlich ab. An einigen Tagen darf sein Vater ihn noch nicht einmal angucken, dann wird er schon sauer. Sein Vater ist als Selbstständiger immer am Arbeiten und hat nur wenig Zeit. Felix kann auf einmal nicht mehr seine Schuhe alleine anziehen, die Treppe hoch/runter gehen. Er sagt, er brauche Hilfe, er könne das nicht alleine. Natürlich wundere ich mich und frage ihn, warum er das nicht mehr könne, sonst ginge es ja auch.Ich glaube er möchte wie seine Schwester (9 Monate) behandelt werden, da er zwischendurch äußert, dass er noch ein Baby sei.Ich bin mittlerweile mit meinem Latein am Ende und weiß nicht mehr, was ich noch machen soll. Sobald ich ihn bitte seine Schuhe anzuziehen oder etwas zu holen, bricht er in Weinen und Geschrei aus. Haben sie noch einen guten Rat für mich. Ich möchte nicht jeden Tag meckern und ein verweintes Kind zu Hause haben. Liebe Grüße Katja


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Liebe Katja, Sie geben ja schon in der Überschrift einen Hinweis. Ihr Sohn ist in einer Phase starker Autonomieentwicklung, deren Ängste durch das jüngere Geschwisterkind noch verstärkt sind. Dieses bekommt und braucht mehr Zuwendung und der Vater, der das abfedern könnte, der ist eigentlich nicht da. Seine Not-Lösung ist, dauernd auf sich aufmerksam zu machen, Sie nicht vom Haken zu lassen, auch wenn es kein liebevoller, sondern eher ein aggressiver Kontakt ist. Lieber das als nichts, ist die "Idee". Was können Sie tun? Die Situation muß wieder etwas Positives für Ihren Sohn bekommen. Dann könnte er seine Position und Rolle wieder als hilfreich und sicher ansehen, sich als wichtiges Familienmitglied erleben. Das könnte darüber gehen, dass Sie ihn mehr positiv einbinden, seine Fähigkeiten bemerken und nutzen und bemerken, wie gut es auch ist, dass er das alles schon kann. Und dann müsste der Vater eingebunden werden, zu dem die Beziehung kompensatorisch enger und exclusiver werden könnte. Ich weiß, dass das für selbstständige Väter oft schwer ist, aber vielleicht gibt es doch Lücken und Räume, in denen der Sohn sich über das Interesse des Vaters freuen kann. Dr.Ludger Nohr


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