Mitglied inaktiv
Hallo Dr.Posth Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt und geht seit September letzten Jahres 2 mal wöchentlich in einen minikindergarten. Er ist von Haus aus sehr zurückhaltend und hat schon mit 3 Monaten gefremdelt (bis 14 Monate ganz schlimm) und er war auch schon immer besonders Kindern gegenüber sehr mißtrauisch und er läßt sich ungern von fremden anfassen und mag es nicht wenn andere kinder laut und wild sind - wenn er selbst laut und wild ist, dann stört ihn das weniger. Er geht zwar gerne hin, hat auch noch nie an mir geklammert o.ä. aber in der Gruppe schließt er sich oft aus, weigert sich beim Stuhlkreis mitzumachen und hat bisher noch nie gemalt oder gebastelt. Er spielt dann lieber mit der Eisenbahn oder den Autos. Zuhause malt und bastelt er supergerne aber im Minikindergarten lehnt er sich sogar gegen die Erzieherin auf und heult dann theatralisch und schließt sich quasi selbst aus der Gruppe aus. Noch geht die erzieherin auf ihn ein - bei 12 Kindern und alle im gleichen alter ist das ja auch möglcih. Ich mache mir jetzt Gedanken wie das laufen wird wenn er ab August in den Kindergarten geht. Dort ist er täglich und mehr als 2,5 Stunden und vor allem wird er sich da anpassen müssen. Vom Prinzip weiß ich was in meinem Sohn vorgeht - ich war als Kind ähnlich, allerdings habe ich mich nicht getraut gegen "Respektpersonen" aufzubegehren - da ist er mutiger. Ich wurde dann von einer Erzieherin immer an die Hand genommen und von ihr in die Gruppe integriert - allerdings hat mir das m.E. nicht unbedingt gut getan, denn ich habe erst mit 19 gelernt mich wirklich durchzusetzen. Ich bin etwas zwiegespalten wie ich mich jetzt meinen Sohn gegenüber verhalten soll. Soll ich sein Verhalten ignorieren und ihn lassen oder ihn immer wieder ermuntern oder sehe ich das ganze vielleicht doch etwas zu eng? Sonst ist mein Sohn völlig normal entwickelt und wie gesagt, in kleinstgruppen spielt er total schön und übernimmt auch schon mal die "Chefrolle" - eigentlich hätte ich gar keinen Grund mir Gedanken zu machen. Haben Sie einen Rat für mich ? Danke Sonja
Liebe Sonja, offenbar besitzt Ihr Sohn neben gewissen Problemen in der sozialen Präsentation und Anpassung auch ausreichend Ressourcen, seine grundsätzliche Unsicherheit zu überwinden. Diese Kräfte sollten Sie ausnutzen und fördern. Dabei könnte die Kindergärtnerin helfen, in dem Sie ihrem Sohn eine bestimmte Rolle überträgt oder ihn mit einer wichtigen Aufgabe betreut. Entsprechend seinem hohen Fremdelgrad hat er offenbar auch jetzt noch ein Problem, Vertrautheit in sich zu spüren und zu akzeptieren. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß er in der Loslösung nur schwer die Kurve bekommen hat. Aber das läßt sich jetzt so "ausbügeln". Viele Grüße
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