vielfliegermama
Sehr geehrter Herr Dr. med. Nohr, mein Ex-Partner und ich haben uns vor 1,5 Jahren getrennt (seit 13 Monaten räumlich). Unser Sohn (wird im Februar 4 Jahre alt) lebt bei mir. Er ist im Ausland geboren, wo der Vater aktuell noch lebt. Wir sind wieder in DEU. Die Entfernung ist so groß, dass der Vater ihn in den 13 Monaten nur einmal für 5 Wochen (August) lang bei sich hatte. Ich wollte das damals nicht, weil ich dachte dass ist für den kleinen nicht gut (zu jung um so lange von der Hauptbezugsperson getrennt zu sein), aber der Vater bestand drauf und ich habe nachgegeben. Es lief auch oberflächlich betrachtet gut. Im Februar will der Vater den kleinen zwei Wochen über den Geburtstag des Kindes zu sich holen. Sie hätten sich dann wieder 6 Monate nicht gesehen. Im ersten Moment hatte ich nichts dagegen, weil ich das "gerecht" gefunden hätte (ich hatte ihn ja schließlich den 3. Geburtstag). Aber aus meinem Umfeld war die Tendenz eher abneigend. Bei dem Urlaub im August habe ich schließlich einfach meinen Sohn gefragt, was er möchte und er hatte sich gefreut auf den Urlaub, daher habe ich zugestimmt. Jetzt dachte ich gehe ich genauso bei der Gebrutstagsfrage vor. Habe ihn gefragt, ob er den Geburtstag beim Vater verbringen möchte. Er hat das zu meiner Überraschung energisch abgelehnt. Er will nicht mal mehr in den Urlaub dorthin, nur einen Tag sagt er, aber ohne schlafen. Was tun?
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, eigentlich erscheint die Antwort einfach, wenn Ihr Sohn das nicht will (Kann er Ihnen sagen, was sich getan oder verändert hat, dass er diesmal nicht möchte?). Dann könnte man das dem Vater mitteilen und er würde andere Möglichkeiten finden, die für beide passen (wenn er in der Lage wäre, das nicht als Kränkung oder Abweisung zu verstehen). Aber getrennte Eltern sehen das anders, da wird viel Beeinflussung unterstellt und die Motive haben auch immer wieder mit den Kindern wenig zu tun (zumindest nach schwierigen und kränkenden Trennungen). Konkret wäre da die Frage, wie Sie das mit dem Vater kommunizieren können. Wenn er Ihnen glaubt, dass Ihnen die Vater-Sohn-Beziehung wichtig ist, dann können sie gemeinsam Lösungen finden. Ist das nicht so, dann ist die Frage, wie können Sie den Wunsch des Kindes respektieren ohne dass der Vater zu sehr verletzt ist, was vor allem die Va-Ki-Beziehung belasten würde. Und wenn es hart auf hart kommt können nur Sie entscheiden, was für Ihren Sohn besser ist und es formal durchsetzen. Ist meist die schlechteste Lösung aber leider immer wieder unumgänglich. Leider habe ich keine erfreulichere Antwort parat. Dr.Ludger Nohr
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