Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Seltsames Verhalten, Wut?

Frage: Seltsames Verhalten, Wut?

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Hallo Dr. Posth, unser Sohn, knappe 11 Monate, ist seit 1,5 Wochen wie ausgewechselt, dabei ist er eher der pflegeleichte Typ. Wo fange ich an? Nun ja, tagsüber konnte er sich gut und gerne mit sich selbst beschäftigen, ich sage mal für eine Stunde, ob im Laufgitter oder im Kinderzimmer/Wohnzimmer ohne das ich groß "Mode" war und so habe ich eben den Haushalt gemacht oder gekocht oder oder oder...nun ist es aber so, dass wenn ich den Raum verlasse oder ihn in sein Gitter stelle, er brüllt wie am Spiess, in einem total schrillen Ton, den ich auch so noch NIE gehört habe, richtig wutig wird er dann und protestiert lautstark. Wenn ihm was nicht passt (z.B. wickeln oder schlafen), dann brüllt sofort los und bäumt sich auf! Dabei war er vorher gut gelaunt sage ich mal, quasi "Himmel hochjauchzent - zu Tode betrübt" ??? !!! Warum ist er denn so zornig auf einmal und wutig? Ich weiß das es vielleicht kein wirklicher Zorn ist, aber ich wollte Ihnen sein Verhalten nur verdeutlichen. Wie reagiert man am Besten darauf? Ignorieren oder drauf eingehen? Wir sind irgendwie hin und her gerissen...was gibt es noch zu berichten von uns? Wir haben ihn nie schreien lassen. Er wurde 6,5 Monate gestillt und in seinem Zimmer schläft er seit 2 Wochen, sonst wurde er immer in den Schlaf begleitet (durch danebenlegen). Jetzt in seinem Zimmer bleibe ich am Bettchen stehen, bis er eingeschlafen ist. Am Abend / nachts wird er auch bis zu 5x wach und lässt sich nur beruhigen, wenn wir ihn rausnehmen, zumindest ist das seit einer Woche so, seit er eben so "seltsam" ist und dann nehmen wir ihn zu uns mit ins Bett. Vielleicht ist das auch ein Grund für sein komisches Verhalten was er an den Tag legt?! Also ich meine, weil wir ihn "ausquartiert" haben. Ist das nur eine Phase? Ist das vielleicht schon der Beginn der Loslösung? Und was ich noch fragen wollte, wie merkt man eine sichere Bindung? VIELEN DANK!!! Ich hoffe das war jetzt nicht zu durcheinander und zuviele Fragen aufeinmal. Für einen Rat wäre ich sehr dankbar. LG Julia und Sohn Marius


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Julia, mit 11 Monaten kommt der Säugling langsam in die Phase der Loslösung. Da er sich jetzt von der Bezugsperson abgrenzen muss und zu sich selbst gelangen will, übt er sich im Widerstand. Er entdeckt auch seinen Willen und möchte ihn gleich durchsetzen. Denn im Willen kommen die Bedürfnisse zum Ausdruck. Die Art und Weise, wie ein Säugling dabei in Szene setzt, hat zunächst einmal etwas mit seiner Veranlagung zu tun. Temperamentvolle Kinder reagieren da anders als solche mit wenig Temperament. Ihr Sohn scheint zu der ersten Gruppe zu gehören. Aber auch die Eltern bestimmen mit, wie das Kind jetzt reagiert. Bieten sie ihrem Kind jetzt ständig Widerstand, wehrt sich dieses auch immer stärker. Eingrenzende Maßnahmen wie Türgitter oder Laufställchen sind schnell Stein des Anstoßes für das Kind. Auch Ausquartieren wird vom Säugling schlecht geduldet. Er möchte weiterhin bei seinen Eltern schlafen, wobei das gleiche Zimmer genügt. Wenn Sie das alles beachten, dürften sich die Probleme mit Ihrem Sohn leicht reduzieren. Viele Grüße


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