Mitglied inaktiv
Da in diesem Forum so viel über das Thema Selbstbewusstsein gefragt und geantwortet wird würde mich mal folgendes interessieren: Wie äussert sich eigentlich genau fehlendes Selbstbewusstsein bei einem 2 1/2 jährigem Kind? Wie merkt man, dass das Kind kein Selbstbewusstsein hat? Unsere Kleine zum Beispiel ist in einigen Dingen mutiger, in anderen ängstlicher, wie lässt sich also der "Oberbegriff" Selbtbewusstsein definieren? Wann bildet es sich? Vielen Dank
Stichwort Selbstbewußtsein Hallo, Ihre Frage zielt, wenn ich Sie richtig verstehe, auf eine grundsätzliche Darstellung des Persönlichkeitsmerkmals Selbstbewußtsein. Zunächst einmal ist zu sagen, daß sich Ihre Tochter mit 2 1/2 Jahren noch mitten in der Aufbauphase ihres Selbstbewußtseins befindet. D.h. zu diesem Zeitpunkt kann noch nicht von einer steten Ausgewogenheit ausgegangen werden. Das Selbstbewußtsein eines Kindes ist meiner Auffassung zufolge das Produkt aus verinnerlichter, sicherer Bindung, gefolgt von erfolgreicher Loslösung und der Vermehrung positiver Attribute oder Attributionen über das eigene Selbst. D.h. das Kind muß erst ein selbständiges und mit sich selbst indentifizierbares Selbst entwickelt haben, damit es Selbstbewußtsein aufbauen kann. Das Selbst ist aber das Ergebnis der beiden Faktoren sichere Bindung und gelingende Loslösung. Die Basis für das perönliche Selbst gibt das Ich ab, das langsam aus dem reinen Körpergefühl heraus, da zu sein, zu dem Bewußtsein anwächst, eine eigenständige, d.h. von der primären Bezugsperson unabhängige Person zu sein (der Kinderpsychologe D. Stern spricht in dieser Phase von einem Kern-Selbst). Vom eigenständigen Selbst spricht man in der Entwicklungspsychologie ab etwa 1 1/2 Jahren. Im Trotz wird diese Eigenständigkeit nun inszeniert, ausprobiert und durchgesetzt. Ohne diese Erlebnisse mit Reibung an der sozialen Umwelt macht das eigene Selbst wenig Sinn. Denn alles, was sich in der Natur und auch in der Sozialität durchsetzt, erzeugt Reibung und ist Ergebnis von Auseinandersetzungen. Je nachdem, wie nun die genetischen Anlagen des Kindes aussehen, ist das eine Kind mehr eine Kämpfernatur und das andere mehr der beharrliche Durchsetzer. Auf jeden Fall muß das Selbst durchgebracht werden, sonst entsteht das Risiko einer seelisch kranken Persönlichkeit. Das Geschick elterlicher Erziehung, incl. früh gewählter Fremdbetreuung!!, besteht darin, dem Kind zu einem ausgewogenen Selbst zu verhelfen. D.h. viele sinnvolle, positive Attribute (Zuschreibungen durch Liebe, Anerkennung, Respekt, Lob usw.) müssen die unvermeidbaren negativen (Mißerfolge, Tadel usw.) immer etwas überwiegen, damit diese Ausgewogenheit zustande kommen kann. Das ist das, was ich als die gesunde Basis eines starken Selbstbewußtseins bezeichne. Viele Grüße
Littlemami
Hallo zusammen, ich wollte mal meine Erfahrung mit euch teilen, weil ich wirklich erstaunt bin, welchen Unterschied Affirmationen und eine feste Tagesstruktur für unser Kind gemacht haben. Wir haben uns auf www.LittleYogiHappyMind.de/shop Affirmationskarten und einen Tagesplaner geholt, weil wir unserem Kind mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein mitgeben wollten. Ich hatte keine großen Erwartungen, aber nach ein paar Wochen war der Effekt nicht zu übersehen! 🔹 Affirmationen für mehr innere Stärke: Wir haben die Affirmationskarten in unseren Alltag eingebaut, zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen oder zwischendurch, wenn unser Kind unsicher war. Anfangs war es nur ein lustiges Spiel, aber nach und nach wurden die Sätze wie „Ich bin stark“, „Ich kann das schaffen“ oder „Ich bin genau richtig, so wie ich bin“ zu echten Ankern. Es ist unglaublich zu sehen, wie sich das Mindset dadurch verändert hat – mehr Selbstvertrauen, weniger Selbstzweifel. 🔹 Tagesplaner für eine klare Struktur: Auch der Tagesplaner hat uns total geholfen. Vorher gab es oft Diskussionen, weil unser Kind nicht wusste, was als Nächstes kommt. Mit der visuellen Struktur wurde der Alltag viel entspannter. Unser Kind wusste genau, wann Spielzeit, Hausaufgaben oder Abendroutine dran sind. Das hat nicht nur für weniger Stress gesorgt, sondern auch die Selbstständigkeit gefördert. Ich hätte nie gedacht, dass diese kleinen Änderungen so viel bewirken können. Es zeigt mal wieder, wie wichtig positive Bestärkung und eine klare Tagesroutine für Kinder sind. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder nutzt ihr andere Wege, um euren Kindern mehr Selbstbewusstsein und Orientierung im Alltag zu geben? 😊
Ähnliche Fragen
Sehr geehrter Herr Dr..Posth, Unsere To. (6) hat Probleme, sich im Kiga geg.wildere Kinder zu wehren / schützen. Sie quietscht oft, wenn die sie ärgern &hat eine sehr hohe Stimme, was wohl anstachelt. Zu Hause ist sie seit einiger Zeit oft sehr wütend (eigentl. war sie immer sehr besonnen^"brav"), hat das Gefühl zu kurz zu kommen, empfindet Dinge a ...
S. g. Hr. Dr. Poosth, Sohn (6,5) wird schnell wütend, wenn es nicht nach seinem Kopf geht, tritt od. haut schon mal, schreit rum, knallt Türen, weint, hält sich nicht an Vereinbarungen (diskutiert dann od. behauptet es wäre anders), kann nicht verlieren, lügt oft zu seinem Vorteil (ich war es nicht etc.). Wir vermuten, er hat zu geringes Selbstbewu ...
Sg Dr. Posth, meine Tochter wird bald vier Jahre. Sie geht seit August 2013 für 30 Stunden pro Woche in eine kleine Kita mit etwa 20 Kindern. Die Eingewöhnung dauerte sieben Wochen. Ihre Gruppe besteht aus neun Jungen und insgesamt drei Mädchen (alle im gleichen Alter), wobei ein Mädchen etwas später dazu kam. Die beiden Betreuerinnen der Gruppe t ...
Lieber Hr. Dr. Posth, meine T. (*02/11) geht seit Apr. in den Kiga. Eingew. rel. sanft. Mag Erz. sehr. Sie war schon immer sehr sensibel, hat viel gefremdelt. Nach Ihren Empf. erzogen. Trotzdem verkriecht sie sich oft, wenn wir auf "fremde" Menschen treffen. Hatte angefangen, sich im Kiga mit Kindern anzufreunden. Aber dann wurde sie dort von einem ...
S.g.Dr Letzte Wo kam 1 Erzieherin auf mich zu & erzählte,dass unser Sohn Leo(4 1/2 J) einen anderen Jungen(7 J-aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten geht dieser noch in den Kiga) gebissen hat. Zuvor habe dieser körperlich überlegene Junge unseren Sohn stark provoziert, ihn geschubst & ihn dazu bewogen,vom Traktor zu steigen,den Leo zuvor gehab ...
Hallo Frau Henkes, ich habe eine tolle kluge Tochter, die nun 5 Jahre alt ist. Allerdings hat sie einige Sachen, bei der ich sie gerne unterstützen möchte. Sie ist in der Kita ein beliebtes Mädchen, sowohl bei den Erziehern als auch bei den Kindern und hat viele Kitafreunde. Sie ist allerdings sehr zurückhaltend und schüchtern. Die Kita sagt, d ...
Liebe Frau Henkes, neulich hatte ich im Kindergarten meiner 5-Jährigen Tochter ein Entwicklungsgespräch. Die Erzieherin meinte, dass meine Tochter ein fröhliches Kind sei, allerdings fehle es ihr manchmal an Selbstbewusstsein. Dabei meinte die Erzieherin, dass meine Tochter sich eher "führen" lässt von anderen Kindern, anstatt selber die Führun ...
Liebe Frau Henkes, im Vorfeld möchte ich mich schon fürs Lesen bedanken, da der Text, fürchte ich, länger wird. Ich bitte um Umgangsempfehlungen mit meiner Tochter. Meine Tochter wird Anfang Oktober 6 Jahre alt. Mir fällt in letzter Zeit auf, dass sie oft ein fast übertriebenes Selbstbewusstsein an den Tag legt, das, so scheint es mir, manchmal nu ...
Dein 5-jähriger Sohn ist sehr schüchtern und kann sich gegenüber anderen Kindern kaum durchsetzen. Er sagt nichts, wenn er geschlagen oder ungerecht behandelt wird, akzeptiert Ablehnung sofort und zieht sich zurück, wenn ein anderes Kind ihm etwas verbietet, selbst wenn alle anderen weitermachen. Auch die Erzieher in der Kita haben erkannt, dass s ...
Sehr geehrte Frau Henkes, vielen Dank für Ihre tolle Arbeit hier im Forum. Meine 6jährige Tochter hatte bei ihrer Geburt eine Lippenspalte, die im Alter von sechs Monaten verschlossen wurde. Im Laufe der Zeit hat sich die Narbe verändert und ist auffälliger geworden und auch die Nase ist leicht schief. Der Professor im Krankenhaus, der sie dam ...
Die letzten 10 Beiträge
- Verhalten durch Angst?
- Plötzlich große Verlustangst
- Kita - Weinen wenn anderes Kind früher abgeholt wird
- Trilinguale Kinder ok?
- Stärkung Selbstbewusstsein vor OP
- Zweitmeinung Verdacht Autismus
- Unruhiges Baby und schlaflose Nächte
- Baby weint/schreit, wird laut gemaßregelt
- Geschwisterrivalität
- Trennung