Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Ludger Nohr:

Richtiges Verhalten bei Wiederannäherungskrise

Frage: Richtiges Verhalten bei Wiederannäherungskrise

berry81

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Sehr geehrter Herr Dr. Nohr, ich beschäftige mich seit einige Tagen mit der Thematik Wiederannährungskrise, da ich glaube, dass meine Tochter Lotte mittendrin steckt. Leider habe ich trotz exzessiver Recherche keinen Hinweis gefunden wie ich mich in folgender Situation richtig verhalten soll: Tagsüber haben wir die kleinen Herausforderugen gut im Griff (vor Mama weglaufen, trotzen usw). Aber abends gibts Gebrüll und Geheule wenn Papa die Kleine ins Bett bringen soll. Bis vor ein paar Wochen haben wir uns abgewechselt. wobei Lotte schon eine Mama-Präferenz hat :) Das Heulen und Toben wenn ich den Raum verlasse ist neu und wird auch nicht besser. Frage: Mir blutet das Herz wenn ich sie "alleine" mit Papa lasse und sie das offensichtlich nicht möchte. Sollen wir "hart" bleiben und uns abwechseln (je nachdem wer gerade Zeit hat, wir haben noch einen Sohn mit 7 Monaten) oder untersützen wir sie in dieser Phase besser wenn ich sie eben ins Bett bringe bis der Spuk wieder vorbei ist? Lotte wird in ein paar Tagen 2 Jahre alt, ist jedoch ein Frühchen (28. SSW) und daher der Entwicklung etwas hinterher. Herzlichen Dank für Ihren Rat vorab.


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Hallo, ich merkte beim Lesen, dass mich die "Krisen-" oder "Komplex-"Begriffe immer wieder stören. Kinder durchlaufen Phasen, mal heftiger , mal weniger und wir gehen damit um. Es gibt hier keinen inhaltlichen Grund, Zuwendung oder Wohlverhalten zu erzwingen. Kinder brauchen in diesem Alter zu verschiedenen Zeiten verschiedene Personen. D.h. der Vater wird erst wichtiger und das ist nur bedingt zu beschleunigen. Konkret heißt das, dass der Vater die gemeinsamen Situationen geniessen kann, die jetzt schon gehen und die ausweitbar sind. Es hat aber keinen Sinn, eine Gemeinsamkeit zu erzwingen, im Gegenteil, sie veschlechtert oft noch den Kontakt. Und die Loslösephase heißt ja auch nicht, dass die Mutter unwichtiger wird, sie bleibt die erste Bezugsperson, noch geraume Zeit und für viele schwierige Situationen. Aber der Vater wird einbezogen, wichtiger, selbstverständlicher. Diese Triangulierung ist ein Prozess der die Mu-Ki-Beziehung erweitert und der zeit dauert. Die "Zeiten des Vaters" kommen noch! Dr.Ludger Nohr


berry81

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Sehr gut und verständlich erklärt! So gibt das ganze ein Gesamtbild ab mit dem wir umgehen können. Auch der Papa. Vielen Dank für Ihre Zeit!


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