Mitglied inaktiv
Hallo Herr Posth, erst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Francas nächtliches Nähebedürfnis kann insofern nicht mit der Geburt ihrer Schwester zusammenhängen, als sich die "Problematik" ja schon viel länger, genau genommen schon immer so ausgeprägt zeigt. Sie ist überhaupt sehr auf mich fixiert, obgleich sie in einem großfamilienähnlichen Umfeld aufwächst (gemeinsam mit meinen Eltern und in engem Kontakt zur Nachbarschaft). Sie spielt zwar gerne und viel allein, möchte aber, vor allem wenn's Abend wird, möglichst von mir betreut und versorgt werden. Im Kindergarten separiert sie sich auch jeden Morgen, nachdem sie sich weinend von mir verabschiedet hat. Sie sitzt dann im Flur auf einem Sofa oder in "ihrer" Kuschelecke und außer einem Mädchen darf niemand zu ihr. Und dann öffnet sie sich sukszessive. Nach ca. 1,5 Stunden ist sie dann wie ausgewechselt (allerdings weigert sie sich bei Geburtstagsfeiern etc. mitzumachen) und mittags erzählt sie mir, sie würde jetzt nie wieder weinen, weil's schön im KiGa ist . Sie geht dort seit Dezember hin. Ich bin mir nie so ganz sicher: einerseits ist es ja wichtig für sie, sich allmählich abzunabeln, andererseits kann ich ja auch ihr Bedürfnis verstehen, sowohl nachts als auch, wenn sie "allein" im KiGa bleiben soll. Ich weiß nur nicht, ob man sie nicht mit zu viel Verständnis in ihrer Abhängigkeit unterstützt!? Liebe Grüße Judith
Liebe Judith, mit viel Verständnis können Sie keine größeren Abhängigkeiten schaffen, sondern nur mit Unverständnis und Ignorieren von kindlichen Bedürfnissen. Die Loslösung gelingt wirklich gut nur in einer Athmosphäre emotionaler und sozialer Sicherheit. Wenn Ihre Tochter jeden Morgen im Kindergarten weint und eineinhalb Stunden braucht, um sich Ihren Eltern zum Gefallen mit dem Unabwendbaren abzufinden, dann sind das keine günstigen Voraussetzungen zu einer selbstaufbauenden Loslösung. Eher das Gegenteil wird der Fall sein. Es ist also kein Wunder, daß Ihre Tochter nachts noch Ihre Nähe braucht. Der Gesamtzusammenhang ist mir aber im Moment nicht mehr genau erinnerbar. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Lieber Herr Posth, vielen, lieben Dank für Ihre Antwort. Der Gesamtzusammenhang ist auch etwas schwierig, da müsste ich zu weit ausholen. Ich weiß nicht, ob Franca wirklich so lange braucht, um sich mir "zum Gefallen mit dem Unabwendbaren abzufinden". Sobald ich außer Sichtweite bin, ist es schon so, dass sie mit "ihrer" Christina (ihre KiGa-Freundin)spielt. Oder sie beobachtet aus exponierter Stelle die anderen Kinder, lacht und flachst auch mit ihnen. Aber, sobald sie zu irgendetwas aufgefordert wird, z. B. mitzuspielen, verweigert sie sich. Das ist aber auch so, wenn ich dabei bin bzw. wenn wir jemanden besuchen. Sie reagiert geradezu allergisch auf "Manipulationsversuche" ihres Verhaltens und hat offenbar panische Angst, eine Entscheidung für oder gegen etwas "aus der Hand" zu geben. Mir ist bloß nicht so ganz klar, wieso diese Panik so ausgeprägt bei ihr ist? Sie darf ja vieles entscheiden, aber leider geht das in diesem Alter eben nicht immer. Wie also damit umgehen? Eine zeitlang hatte sie übrigens gar nicht mehr geweint im KiGa. Vielleicht sollte ich jeden Tag in den KiGa fahren und es ihr überlassen, ob sie bleibt oder nicht? Oder vorerst gar nicht mehr hinfahren? Oder wieder, wie anfangs bei ihr bleiben? Nochmals vielen Dank! Liebe Grüße Judith
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