Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, eigentlich fand ich bisher unser "Problem" nicht so gravierend, aber meine Tochter scheint es doch mehr zu belasten als ich dachte, daher meine Bitte um Ihre Meinung. Meine Tochter ist fast 4 und als sie letztes Jahr im Sept. in den KiGa kam wurden wir auch (etwas widerwillig aber ohne Zwang) die Windel los. Witziger weise wollte meine Tochter dann auch nachts ab sofort keine Windel mehr (entweder immer oder gar nicht....) und bis heute gab es nachts kein einziges Mißgeschick! Bei Bedarf wacht sie sogar aus dem Tiefschlaf auf und ruft mich, wenn sie aufs Klo muss. Tagsüber kann sie es natürlich auch prima, nur kommen immer wieder so Phasen, in denen bis zu vier mal am Tag Pipi oder größere Dinge in die Hose geht. Ich schimpfe dann nicht mit ihr, aber natürlich weiß sie schon, dass mich das auch nicht grade begeistert. Ich denke, es hat evtl. auch was mit meiner Lernerei zu tun, ich habe dieses Jahr eine sehr wichtige Prüfung vor mir und bin daher oft etwas angespannt und das wird sie wohl spüren, obwohl ich mich natürlich bemühe, das in Grenzen zu halten. Aber kürzlich kam sie mit Tränen in den Augen an, konnte mir nicht sagen warum sie weint, bis wir dann nach einiger Zeit miteinander herausgefunden haben, dass eben ihre Hose nass war und sie Angst davor hatte, mir das zu sagen!! Und das, obwohl ich echt niemals deswegen geschimpft habe (auch nicht non-verbal oder so), denn mir ist das wirklich nicht besonders wichtig!! Nun meine Fragen: 1. Ist das in ernsthafter Konflikt, den man evtl. auch therapeutisch angehen sollte? 2. Oder ist das eben ihre Art mir zu sagen, ich solle weniger lernen und mich mehr auf sie konzentrieren? 3. Warum belastet sie das so sehr obwohl ich ihr dann sage, das sei nicht so schlimm, irgendwann würde das ganz von alleine klappen und ihr eigentlich auch sonst bei vielen Dingen den Rücken stärke? Danke für Ihre Meinung. Mit freundlichen Grüßen MiniMama
Hallo, wenn Sie selbst im psychotherapeutischen Bereich tätig sind, werden Sie meine Ansicht nun kritisch bewerten, bevor Sie sie annehmen oder verwerfen. Aber Sie haben recht, bei seinen eigenen Kindern hat man wegen der hohen Übertragungsproblematik weit mehr Schwierigkeiten als bei fremden. Ich meine, daß in Ihrem Fall das Problem prinzipiell daher rührt, daß das Trocken und Sauberwerden doch nicht ganz freiwillig zustande gekommen ist. Zwar hat die damit verbundene soziale Aufwertung den anfänglichen Erfolg mitgetragen, jedoch war vorauszusehen, daß in einem größeren Konfliktfall eine regressive Phase einsetzen würde. Insofern hat das jetztige Verhalten Ihrer Tochter meines Erachtens tatsächlich etwas mit Ihrer intensiven Lerntätigkeit zu tun, aber nicht so einfach im Sinne einer Aufmerksamkeitsheischerei. Vielmehr steht Ihre Tochter im Moment unter einem hohen Selbständigkeitsdruck, dem sie noch nicht gewachsen ist, und dieser Druck wirkt sich auch auf ihre Zuverlässigkeit des Trocken- und Sauberseins aus. Das war aber bislang emotional nur einigermaßen ausbalanciert, da es nicht ganz freiwillig kam, und also setzt sich ihr kindliches Unterbewußtsein dahingehend durch, daß es an dieser Schwachstelle die Regression auslöst. Das geschieht automatisch und Ihrer Tochter ist das "peinlich", sie versagt in dieser Belastungssituation und bricht in Tränen aus. Folgerichtig können Sie ihr nur die Angst vor dem Versagen nehmen, in dem Sie ihr für eine gewisse Zeit noch einmal die Windel anbieten, was ja kein anderer wissen muß, denn es gibt inzwischen Unterhöschen, die wie Windeln sind. Sie müssen ihr aber klar machen, daß es für ein noch nicht einmal vierjähriges Kind völlig unwichtig ist, schon 100% trocken und sauber zu sein. Aber sie kann sich ja melden, wenn sie lieber auf die Toilette oder aufs Töpfchen gehen möchte. Sie müssen also mit Ihrem Kind zusammen in die Regression gehen, bis es von sich aus signalisiert, wieder den Sprung nach vorne zu machen. Ich weiß, daß mein Standpunkt ein bißchen konträr zu den derzeitigen, verhaltenstherapeutischen Richtlinien verläuft, aber ich bin überzeugt davon, daß er nachhaltig therapeutisch wirksam ist, wofür ich zahlreiche empirisch gesammelte Fälle habe. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
...bin selbst im psychotherapeutischen Bereich tätig, aber bei eigenen Problemen ist man da irgendwie genauso hilflos/ratlos wie jede(r) andere....... Gruß :-) MiniMama
Ähnliche Fragen
HalloDr. Posth, Sohn.Dez 3J seit Juni immer von allein bescheid gesagt wann er auf toi. muss. Auch mit windelhose und egal wo. Hat es toll gemacht. Ein paar malheure nicht weiter schlimm. Auch auf 'fremde' Toi. mit mir geg. Seit 1 Woche -atemwegsinfekt, krank- erst zeitweise nun gar nicht mehr auf Toilette. Macht bewusst in die Windel. Steht vor mi ...
Sehr geehrter Dr. Posth, es ist das 1.Mal, dass ich mich an ein Exp.forum wende u. hoffe, dass Sie mir einen Rat geben können oder ein paar Erklär. Kind: Mäd., 2 Jahre, sprachlich weit entwick.(6-Wort-Sätze), 1 Jahr Kindergarten (sehr dörflich, nicht meine erste Wahl, keine Alternat., neue Bundesl.), mein Mann und ich (wegen Entfernung) wicht ...
Lieber Dr.Posth.Unser Sohn 3,5jahre,forumsgerecht erzogen,wollte vor ca.1Jahr tagsüber keine Windel mehr tragen.So bald etwas drin war sollten wir sie ihm ausziehen u er wollte ohne laufen.Allerdings wollte er auch nicht auf die Toilette oder den Topf.Also machen wir ihm immer dann wenn er Bescheid sagt die Windel um u anschließend sofort wieder ab ...
Hallo Frau Henkes. Ich bin verzweifelt und weiss nicht mehr weiter. Unser Sohn 5 Jahre will einfach nicht aufs Klo. Der Kinderarzt hat jetzt auch Druck gemacht. Wir haben es geschafft das er sich schon 3x aufs klo gesetzt hat. 1x hat er auch reingewieselt. Da waren wir und er auch sehr stoltz. Dann hab ich angefangen daheim die windel wegzulassen ...
Liebe Frau Henkes, vielen Dank für die Möglichkeit, Ihnen hier Fragen stellen zu können. Es geht um meine gerade 4jährige Tochter. Sie hat vor acht Monaten einen kleinen Bruder bekommen. Oft sind die beiden sehr lieb miteinander, man merkt aber auch, dass meine Tochter intensive Eifersucht empfindet. Zum Zeitpunkt der Geburt des Bruders ha ...
Liebe Frau Henkes, mein Sohn ist Ende April 5 Jahre alt geworden. Mein Mann und ich haben inzwischen schon ein paar Versuche mit ihm unternommen, dass er nachts trocken wird. In der ersten Woche hat es gut geklappt. Diese ist aber schon einige Zeit her. Seitdem aber hat es nicht mehr geklappt und mein Sohn ist entweder nachts aufgewacht, weil e ...
Guten Tag, Mein Kind ist vor drei Monaten drei Jahre alt geworden und trägt noch Windel. Sie weigert sich ohne Windel zu sein, egal ob zuhause oder in der Kita. Sie fragt mich oft, ob sie eine trägt, wenn ich das bejahe, pullert sie in die Windel. Es wirkt, als merke sie, wann sie muss. Wir haben es schon mit Belohnungen versucht, aber auch das ...
Guten Tag Frau Henkes, Wir haben derzeit eine kleine Schwierigkeit. Meine Tochter, 2,3 Jahre möchte seit einer Woche keine Windel mehr tragen. Das hat sie ganz von alleine entschieden. Vorher wollte sie auch nie auf einen Töpfchen sitzen. Wir haben sie also nackig laufen lassen, dann mit Trainingshöschen. Ein paar Tage lang haben wir sie dezent i ...
Liebe Frau Henkes, Mein Sohn hat im August 3 Jahre alt geworden und ist teilweise sehr schüchtern und dann wieder gar nicht. Aber prinzipiell hat er immer etwas Angst vor Neuen (hat sich erst mit ca. 2 entwickelt). Das ist ja auch völlig okay. Allerdings braucht er teilweise mit den gleichaltrigen Kindern meiner Freundin, die er bereits kennt s ...
Liebe Frau Henkes, da einige Auffälligkeiten bestehen, mache ich mir Sorgen um meine Tochter, 4 Jahre alt. Beim Psychologen bzw. Ergotherapeuten muss ich bis zu einem Jahr auf einen Termin warten und die Kinderärztin konnte bisher auch nicht weiterhelfen. Es geht unter anderem darum: Sie spricht flüssig und im privaten Umfeld viel, aber im Kind ...