ginila
S.g.Dr! Sohn ist 22 Monate alt. (schläft im Beistellbett) Im 1. Lebensjahr wurde er von meinem Mann & mir gemeinsam betreut. (Aufgabenteilung). Betreuung nur durch Eltern und Omas. Er akzeptiert alles von meinem Mann (wickeln, spazieren gehen, Ausflüge, trösten), nur das Einschlafen will einfach nicht funktionieren. Wir haben es immer wieder probiert, doch er will nur bei mir einschlafen. Er liegt etwa 10 Minuten bei ihm im Bett, dann schreit er panisch „Mama“. Wenn ich komme, ist er beruhigt & schläft ein. Er wacht jede Nacht nach 1 ½ Stunden auf. Dazu kommt, dass er momentan aggressiv reagiert, wenn er seinen Willen nicht bekommt. Er schmeißt dann Gegenstände durchs Zimmer und schaut, wie ich darauf reagiere. Weiters schlägt mich, meinen Mann & auch seinen Onkel, wenn er mal zu Besuch kommt. Ein wenig erschrocken habe ich in einen Beitrag von Ihnen gelesen, dass aggressive Handlungen etwas mit erschw. LL & uns. Bindungen zu tun haben. Sind d. Zeichen?
Hallo, ja, das stimmt, aber auch solche Phänomene wie eine Bindungsunsicherheit und -verwirrung können zu aggressiv verstärktem Trotzen führen. Das gemeinsame Großziehen im 1. Lebensjahr hat neben vielen Vorteilen auch einen Nachteil. Die Abfolge Bindung und Loslösung, vertreten durch zwei Personen, verliert an Klarheit und Schärfe. Die Kinder sind dann bestrebt, den Eltern klare Rollen zuzuweisen, damit ihr Weltbild wieder stimmt, Gelingt das nicht, kommt es zu aggressiven Reaktionen. Über solche Dinge ist noch relativ wenig bekannt, weil solche Familienkonstellationen noch nicht so häufig sind. Die neuen Gesetze mit Elterngeld machen sie aber möglich. Wir alle werden dazu lernen müssen. Für Sie erscheint es wichtig zu sein, die von Ihrem Sohn geforderten klaren Rollen erst einmal zu bedienen und mit den empfohlenen Reaktionen der Eltern auf Trotz vorzugehen. Für Induktion (s. gezielter Suchlauf) ist es noch ein bisschen zu früh. Viele Grüße
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