Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Krippe

Frage: Krippe

Isa111

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Mein Sohn ist zehn Monate alt und wird seit einer Woche in einer Kinderkrippe eingewöhnt. In die Krippe geht meine größere Tochter bereits seit zwei Jahren. Sie hat so gut wie nie geweint beim Abgeben und will nun, sie wird jetzt bald drei, selbst im Urlaub in die Krippe gehen. Ich habe aufgrund der guten Erfahrung sehr viel Vertrauen in die Einrichtung. Nun ist es aber so, dass mein Sohn anfängt zu weinen, sobald ich fuenf Minuten aus dem Raum bin. Er lässt sich durch nichts ablenken und beruhigt sich erst, wenn ich nach wenigen Minuten wieder da bin. Ich bin nun ratlos, was ich machen soll. Kann ein so kleines Kind "lernen", dass ich wiederkomme? Was raten Sie? Eingewöhnung zu einem anderen Zeitpunkt wieder versuchen? Oder das Procedere weiter durchziehen? Noch lacht er die Erzieher an. Mir kommt es irgendwie falsch vor, ihn so schreien zu lassen, zumal die Eingewoehnung mit der Groesseren damals ohne Probleme ging. Vielen Dank fuer Ihren Rat!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, die Kinder sind natürlich unterschiedlich veranlagt. Mag sein, dass Ihre Tochter eher wenig Angstgefühle entwickelt hat, als die seinerzeit in die Krippe gebracht wurde. Wobei Sie ja selbst schon eine Einschränkung gemacht haben. Aber Ihr Sohn ist offenbar der ängstlichere Typ und noch viel zu klein dafür, als dass ihn die gleichzeitige Anwesenheit seiner größeren Schwester beruhigen könnte. Noch spielt sich ja alles im Rahmen der primären Bindung ab, und die Hauptbindungsprson sind vermutlich die als Mutter. Gerät ein Kind bei solchen Trennungserlebnissen unter Stress, kann es nichts lernen. Ein 10 Monate alter Säuglinge kann aber auch schon ohne Stress nicht lernen, dass die Mutter ihn in 1 oder 2 Stunden wieder abholt, denn er kennt das Phänomen der Zeit noch nicht. Er kann nöchstens dann warten, wenn die Bindungsperson bei ihm ist und ihm das Warten durch Ablenkung oder Zuwendung erträglich macht. Vor dem Ende des 2. Lebensjahres ist da keine wesentliche Verbesserung zu erwarten, denn erst dann greifen die ersten geistigen Fähigkeiten, ein Erklärungsprinzip anzuwenden. Denn erst dann ist ja auch eine für diese Dinge notwendige sprachliche Verständigung möglich. Viele Grüße


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