Himmelsstern
Sehr geehrte Frau Henkes, unser Sohn ist 12 Monate alt. Ich war ein Jahr mit ihm daheim, mein Mann - der Papa - hat die meiste Zeit von daheim aus gearbeitet, sodass sie sehr viel Zeit miteinander verbracht haben. Da ich mich im Alltag jedoch um ihn gekümmert habe, ist er sehr auf mich fixiert. Er geht und will zu Papa auf den Arm. Wenn er sich jedoch verletzt oder müde / quengelig ist, bin ich immer die erste Wahl. Das Problem ist, dass ich ab Juli wieder arbeiten gehe und er mit Papa Zuhause ist. Es besorgt mich, dass er so an mir hängt. Ich habe Angst, dass es unserer Beziehung schadet, wenn ich dann tagsüber nicht mehr da bin. Mein Mann meint, wenn ich nicht da bin, wird er ihn als ersten Ansprechpartner akzeptieren und sich einfach sehr freuen, wenn ich abends wieder komme. Wie sehen Sie das? Wie können wir unseren Sohn bei dieser Veränderung unterstützen? Vielen herzlichen Dank! Liebe Grüße
Guten Tag, ich gehe davon aus, dass Sie sich keine Sorgen machen müssen. Natürlich wird es eine Veränderung in der Familie geben, wenn Sie wieder arbeiten gehen. Aber Sie haben im ersten Lebensjahr Ihres Sohnes einen wichtigen Grundstein dafür gelegt, dass Ihr Sohn gut und sicher an Sie gebunden ist. Das geht durch Ihre längere tägliche Abwesenheit von zuhause nicht wieder weg. Ihr Sohn wird vielmehr die Erfahrung machen, dass Sie mal weg sind (er hat ja noch keine Zeitvoerstellung), dass Sie aber zuverlässig immer wiederkommen. Diese Erfahrung wird er psychisch speichern und das wird ihm weitere Sicherheit vermitteln. Außerdem hat er zum Vater bereits eine gute Beziehung. Die wird sich gewiss vertiefen, wenn sie auch anders gestaltet ist als die zu Ihnen. Ihr Sohn wird bestimmt den Vater als Tröster akzeptieren. Es ist sogar möglich, dass dann eine Weile der Vater der bevorzugte Elternteil wird. Er steht ja dann häufiger zur Verfügung als Sie. Das bedeutet aber nicht, dass die Beziehung zu Ihnen schlechter geworden ist. Kinder sind da oft einfach Gewohnheitsmenschen. Sicherlich speichern Einjährige bereits Erfahrungen ab. Es ist jedoch nicht so, dass das Denken bereits so funktioniert, dass Ihr Sohn denken könnte, dass Sie ihn im Stich lassen oder die Arbeit bevorzugen. Er kann darüber weder wütend noch enttäuscht sein. Das würde ja eine gewisse Planung im Denken voraussetzen. Vorbereiten kann man solche Veränderungen im Leben eines Einjährigen kaum. Auch wenn Sie es ihm erzählen, kann er die neue Lebensgestaltung noch nicht verstehen. Aber es ist für Ihren Sohn eine wichtige Unterstützung, dass Sie ihm zutrauen, dass er die Veränderung gut bewältigen wird. Auch unausgesprochen wird er sonst Ihre Unsicherheit spüren. Ihr Mann scheint diesbezüglich recht optimistisch. Das ist eine gute Grundhaltung, damit es leichter gelingt. Im Ergebnis hat Ihr Sohn einfach zwei sehr zugewandte Eltern, die sich beide in seinen ersten Lebensjahren sehr intensiv um ihn gekümmert haben. Welche Bereicherung! Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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