Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kindergarten

Frage: Kindergarten

Mitglied inaktiv

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Hallo Dr. Posth, meine Zoe könnte ab 1.3 in den Kiga gehen. Eigentlich ein grund zur Freude. Ich bin ja seit Geburt Alleinerziehend und wir zwei haben ein super-enges-Verhältniss. Wir waren noch nie länger als 2 std getrennt. Und das nur wenn ich mal ins Solarium oder Einkaufen gegangen bin (da war sie dann mal bei der Oma). Jetzt mach ich mir Sorgen das die im Kindergarten weinen könnte wenn ich geh...wenn ich nur daran denke...könnt ich mitheulen. Jetzt hab ich in einer ihrer Antworten gelesen man soll sein Kind auf keinen Fall weinend zurücklassen! Find ich auch super! Bei uns im Kiga allerdings sind die Erzieherinnen ganz anderer ansicht. Von wegen die beruhigen sich schnell wieder. Meinen Sie also es ist besser sein weinendes Kind wieder mitzunehmen? Könnte die Mutter-Kind-Bindung ernsthaft schaden nehmen wenn man es ängstlich und weinend zurücklässt? Würd mich sehr freuen ihre (von mir als sehr kompetent eingeschätzte) Meinung zu lesen! Vielen Danke Jana


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Jana, es ist für ein Kleinkind immer ein traumatisches Erlebnis, wenn seine Mutter es weinend in fremder Umgebung oder bei fremden Personen zurückläßt. Daran besteht keine Zweifel und je kleiner ein solches Kind ist, desto tiefer geht die seelische Wunde. Aber die Natur hat den Kindern aus Überlebensgründen Mechanismen mitgegeben, das seelische Leid um der Anpassung willen zu unterdrücken. Das führt vordergründig zu einer Problemlösung des Konfliktfalls (die Erzieherinnen freut's), hintergründig jedoch droht ein kaum zu verarbeitendes, seelisches Trauma, je nach Härte des Vorgangs und der Vorbelastung des Kindes. Das aber zeigt sich erst viel später im Leben, und da haben die Erzieherinnen mit dem Kind in der Regel nichts mehr zu tun. Sie als Mutter aber doch!! Studien erfassen übrigens solche Folgen in der Regel nicht, denn der Zusammenhang von (früherer) Ursache und (aktueller) Wirkung ist nur schwer zu erfassen. Daher geht ohne größeres Risiko nur die Ablösung über eine Ersatzbezugsperson bei Kindern unter 3-4 Jahren und die sanfte, einfühlsame Ablösung bei Kindern über 4, falls noch erforderlich (Stichwort Fremdbetreuung im Suchlauf). Lassen Sie sich von anders lautenden Meinungen nicht beirren! Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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Hallo, Der Sohn meiner Freundin wollte nicht alleine im KIGA bleiben und hat fürchterlich geweint, trotzdem musste sie ihn da lassen. Am 1.Tag sollte sie auch schon nach 10 Min. wiederkommen, am 2. nach einer halben Stunde und am 3. wollte er nach 1 Std schon nicht mehr mit nach hause. Es war für sie eine ganz schreckliche Situation. Aber es hat gewirkt. Danach ging er gerne hin. Er wusste ja: Mami kommt mich wieder abholen! Vielleicht machst du dir ja unnötig Gedanken und sie bleibt gerne! Alles Gute!


Mitglied inaktiv

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...was er wusste, war: es ist allen egal, wie ich mich fühle. lg, shopgirl


Mitglied inaktiv

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Ich kann mich noch erinnern, wie ich gebrüllt habe, als meine Mutter mich in einem völlig fremden KiGa das erste Mal abgegeben hat. Wenn es NICHT traumatisch gewesen wäre, könnte ich mich dann daran erinnern? Es ist schon fast 30 Jahre her! Also unser KiGa hier im Ort fragt sogar, wie lange man zur Eingewöhnung bleiben kann und ich werde das nutzen, solange Luise das dann brauchen wird!


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