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Lieber Herr Dr. Nohr, unser Sohn (3,5 Jahre) geht seit Mai in den Kindergarten. Davor war er in der Krippe. Er war schon immer recht anhänglich und das Abgeben fällt ihm schwer. Abgesehen von ein paar Krisen haben wir aber immer Rituale gefunden, die ihm über den Trennungsschmerz hinweggeholfen haben und nach einer kurzen Zeit spielt er laut den Erzieherinnen eigenständig und wirkt gelöst und lacht auch. Seit den Sommerferien würde er aber trotzdem am liebsten gar nicht mehr hingehen. Nachdem seine Bezugserzieherin nun im Urlaub war, dreht er häufig schon vor dem Gebäude um und sagt, dass er nach Hause möchte und weint panisch. Heute haben wir es fast nicht von zu Hause weggeschafft,weil er sich einfach wieder ausgezogen hat. Ich versuche, den Spagat zu schaffen zwischen ihn ernst nehmen mit seinem Unwillen und gleichzeitig die Sicherheit auszustrahlen, dass ich weiß, dass er dort eigentlich gut aufgehoben ist. Als Grund sagt er meistens, dass er einfach lieber zu Hause wäre und manchmal, dass es ihm dort zu laut sei. Es gibt dort aber eine Klangschale, die die Kinder schlagen dürfen, wenn es ihnen zu laut ist und die benutzt er wohl auch. Ansonsten hat sein kleiner Bruder, mit dem ich gerade in Elternzeit zu Hause bin, angefangen zu robben und ist somit stärkere Konkurrenz. Könnte es Eifersucht sein? Sollte ich ihm morgens die Wahl lassen, ob er gehen will? Danke für Ihre Einschätzung
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, das scheint für Ihren Sohn eine so eben ausbalancierte Situation zu sein, die dann durch eine kleine Veränderung in Schieflage geraten kann. Das kann der Urlaub der Erzieherin sein, das kann auch das plötzliche Bemerken sein, dass der kleine Bruder sich entwickelt und mehr Platz beansprucht. Ich hatte zwei Ideen dazu: Was würde passieren, wenn Sie Ihrem Sohn sagen würden, er könne jetzt leider nicht mehr in der KiGa, weil Sie ihn nicht mehr bringen können ? Das nennt man eine paradoxe Intervention mit der man eigentlich erreichen will, dass die Person ihr Eigeninteresse (hier am KiGa) bemerkt. (Das ist mehr eine Möglichkeit, sich die Haltung Ihres Sohnes von einer anderen Seite anzuschauen, nicht ein Handlungsvorschlag). Die andere Idee war, ihm für die Zeit seiner Verunsicherung (Imbalance) einen sog. Joker-Tag anzubieten, den er einmal/Woche nehmen kann. Damit kann man panische Situationen abfedern und vermittelt den Kindern auch das Gefühl, mitentscheiden zu können. Wäre das vorstellbar und hilfreich bei Ihrem Sohn? Ich bin gespannt. Dr.Ludger Nohr
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