Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, mein Sohn (2 Jahre 4 Monate) geht seit etwa 8 Wochen in den Kindergarten. In seiner Gruppe sind 8 Kinder zwischen 2 und 3 Jahren und 2 sehr nette und einfühlsame Erzieherinnen (machen viel mit den Kindern und geben ihnen auch Geborgenheit, halten bei Bedarf z.B. die Hand beim Einschlafen, lesen viel vor, geben auch körperliche Nähe). Wir hatten etwa eine Eingewöhnungsphase von 5 Wochen. Bis dahin sind wir immer gegen 10 Uhr hingegangen und kurz vor 13 Uhr nach dem Mittagessen nach Hause gegangen. Nach etwa drei Wochen war er diese Zeit dann auch allein dort. Ich habe den Eindruck, es gefällt ihm dort sehr gut. Er ist dort gut gelaunt, geht sehr gern jeden Morgen dorthin, und erzählt viel von den Erzieherinnen und den anderen Kindern. Eigentlich wollte ich ihn immer Mittags nach Hause holen, da ich nur teilzeit tätig bin. Da alle anderen Kinder seiner Gruppe aber auch im Kindergarten schlafen, wollte er nach diesen 5 Wochen unbedingt auch dort schlafen (hat gesagt, dass er auch dort schlafen will und geweint, als ich wollte, dass er mit nach Hause geht). Bin dann trotzdem ein paar Mal Mittags hingegangen, um ihn nach Hause zu holen, aber er wollte nicht. Jetzt konnte ich aber feststellen, das mein Sohn, der sowieso sehr an mir hängt, in der restlichen Zeit noch mehr als sonst an mir hängt, will viel kuscheln (was ich ehrlich gesagt aber auch genieße), etc. Hinzu kommt, dass er nachts mehrfach aufwacht und nur noch mit Handhalten einschläft (dauert immer ca. eine halbe Stunde) und in den frühen Morgenstunden nur noch im Elternbett schläft. Davor ist er allein eingeschlafen und hat zumeist auch durchgeschlafen. Auch ist er am Nachmittag (wahrscheinlich verständlicherweise) sehr angestrengt und kann sich nicht mehr lange auf eine Sache konzentrieren. Nun meine Frage: Ist er Ihrer Meinung nach mit dem Kindergartenbesuch überfordert, obwohl es ihm offensichtlich dort sehr gefällt, oder hat sein Verhalten zu Hause eher andere Gründe. Insgesamt ist er m.E. ein sehr sensibles Kind, dass sehr viel beobachtet, sich schon recht viel Gedanken über verschiedene Dinge macht und viel Nähe braucht. Im Moment bekommt er aber auch eine blühende Phantasie (Löwe im Bett, u.s.w.), was ihm dann aber auch wieder Angst einjagt. Er möchte jetzt auch viel Geschichten vorgelesen bekommen, während wir früher immer eher Bilderbücher angeguckt und darüber geredet haben. Was raten Sie mir, wie kann ich ihm helfen? Wie sollten wir am besten mit den Schlafproblemen umgehen (langsam leiden wir schon ein bisschen unter Schlafentzug, das strengt schon ziemlich an). Für eine offene Antwort, auch wenn sie mir vielleicht nicht so gut ins Konzept passt, wäre ich Ihnen ausdrücklich dankbar. Noch einen schönen Abend Ute
Liebe Ute, zwei Dinge scheinen hier eine Rolle zu spielen. Erstens weiß ein Kind dieses Alters natürlich noch nicht genau, was ihm wirklich gut tut. Solange im Kindergarten alles reibungslos abläuft, geht es gut. Der kleinste Konflikt aber kann Anlaß sein, daß ein Kind seine Entscheidung wieder völlig umstößt. Zweitens beginnt jetzt ganz offensichtilich die sog. magische Phase in der kognitiven Entwicklung. Urängste werden in Realängste, die zum größten Teil der Phantasie entspringen, umgemünzt. In den frühen Morgenstunden träumen die Kinder so etwas lebhaft und wenden sich in ihrer Angst an die Eltern, was ja verständlich ist. Um diese Furcht wieder abzubauen, müssen Sie als Eltern Geschichten erfinden, in denen das Bedrohliche durch noch Stärkeres und Mächtigeres prinzipiell beherrschbar erscheint. Mit der Zeit wird sich diese Furcht dann wieder verlieren. Viele Grüße
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