Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kindergarten-Eingewöhnung

Frage: Kindergarten-Eingewöhnung

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sehr geehrter herr posth, als erstes muß ich ihnen sagen, wie froh ich bin, ihr forum gefunden zu haben. ich wünschte nur, ich hätte es früher gefunden! vielen dank für ihre arbeit hier! ich habe alle langtexte und etliche antworten gelesen und endlich meine vermutungen und bauchgefühle bestätigt bekommen. nun zu meinem problem: meine tochter wird im jan. 3 jahre und ist zum 1.9. in den kiga gekommen. dieser lehnt leider die sanfte eingewöhnung rigoros ab. es wird behauptet, dass diese das ablösungsproblem nur auf einen späteren zeitpunkt verschiebt.ich habe tagsüber kein auto zur verfügung und daher ist es fast unmöglich, den kiga zu wechseln. nun liefen die ersten 3 wochen problemlos (während deren ich beim abholen jedoch zweimal von ihr völlig ignoriert wurde!), ich blieb die ersten paar tage ca 15 min da, mehr wurde nicht toleriert. dann wurde sie krank, blieb 1 woche zuhause. danach wollte sie auf einmal nicht mehr hin und schrie und weinte wie noch nie, wenn wir sie zwingen wollten, so wie es uns die erzieherinnen geraten/befohlen hatten. das drama fing zuhause an und je näher wir dem kiga kamen, desto schlimmer wurde es.2mal ließ ich sie zuhause, aber 3mal ließ ich sie mir aus den armen reißen und ließ ein brüllendes kind zurück. sie hörte zwar gleich auf, und der weitere kiga-tag verlief problemlos,aber ich fühlte mich schrecklich, als hätt ich mein kind verraten. dann wurde sie wieder krank. ein weiteres gespräch über sanfte eingewöhnung blieb erfolglos. ich darf nicht mal in der gardarobe warten. es sind 25 kinder gemischten alters in der gruppe und 2 betreuerinnen und eine praktikantin. eine einzelne bezugsperson wäre somit sowieso nicht möglich, es kümmert sich immer die, die gerade in der nähe ist. kann unter diesen voraussetzungen überhaupt eine erzatzbeziehung aufgenommen werden, mit allen dreien auf einmal vielleicht?? ich weiß nicht, wie wir jetzt weitermachen sollen. rausnehmen?viell erstmal nur 2-3 std statt 4? und was mich noch beschäftigt, ist: könnte meine tochter schon jetzt durch die gewaltsamen trennungen traumatisiert sein? ich habe ihr betteln, sie wieder mit nach hause zu nehmen, nicht erhört, da leidet doch bestimmt schon nach wenigen malen das vertrauen immens, nicht wahr? sie war mit 1,5 jahren 3 tage im kh und wurde an den lymphdrüsen operiert. mein mann war dabei, da ich unsere 6 wochen alte tochter zu betreuen hatte.dort wurde sie ihm auch unter tränen"entrissen",als man sie in den op brachte. kann das auch schon traumatisierend gewirkt haben und viell. die eingewöhnung in den kiga erschwert haben? vater kümmert sich super und ist ein gutes loslösungsvorbild. sie hat sich verändert seit eintritt in den kiga: 4 std mittagschlaf, will nicht mehr aus dem haus und keinen besuch, nicht mal mehr die geliebte oma sehen, alles ist ihr zuviel, total mama-anhänglich im gegensatz zu vorher.sie macht auch im kiga nicht ihr "großes geschäft", zuhause immer vormittags. sie wurde bekam dann wieder eine fiebrige erkältung und ist seit etwa 9 tagen wieder zuhause, nur unterbrochen vom besuch des kindergartenfestes, an dem die eltern "erlaubt" waren, selbst da wollte sie kaum mit uns hin. während der letzten tage zuhause wurde sie wieder fast "die alte", unternehmungslustig und lebendig. ist es sinnvoll, sie eine zeitlang mit versprechungen zu locken, z b auf dem hinweg bekommt sie einen (zuckerlosen) lolli, ich hol sie früher und und wir unternehmen was tolles etc.? ist es möglich, dass sie sich in einigen tagen wieder an den kiga gewöhnt oder ist eher damit zu rechnen, dass es so dramatisch weitergeht? einige tage könnte ich mich vielleicht noch eine viertel stunde"heimlich" im flur rumtreiben. vielleicht würde es ihr helfen, zu wissen, dass ich am anfang noch erreichbar bin. theoretisch könnte ich sie auch noch zuhause lassen, denn ich geh momentan wg ihrer kleinen schwester noch nicht zum arbeiten. ich merke aber, dass sie mehr "input" braucht, als sie zuhause bekommen kann und auch gern andere kinder um sich rum hat. und was die spielgruppen etc angeht: da hätte ich wieder das problem, ohne auto, gerade im winter, diese nicht bzw nur sehr schwer erreichen zu können. ich hoffe, der text war nicht zu lang und freue mich sehr auf ihre geschätzte antwort und ihre tipps. vielen, vielen dank! mit freundlichen grüßen, saskia


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Saskia, was die Länge Ihres Textes anbelangt, wundert es mich, dass sie nicht nach 1000 Zeichen abgebrochen worden sind, denn das ist eigentlich die Einstellung vom Server. wie dem auch sei, die Not Ihrer Tochter ist groß und bei einem derart uneinsichtigen Ki-ga würde ich ihnen raten, Ihre Tochter abzumelden. Denn nicht nur bei der morgendlichen Trennung passieren Fehler, sondern erfahrungsgemäß dann in der gesamten Erziehungsaufgabe. auch scheint dort das Prinzip der Bezugsbetreuerin als Ersatzbezugsperson nicht bekannt zu sein. Alles das weist darauf hin, dass der Ki-ga nur die (sozial)politischen Vorgaben erfüllt, aber weder Weiterbildung in Früherziehung in Anspruch nimmt, noch eine persönliche Überzeugung im Sinnes des Kindeswohl besteht. Gibt es keinen anderen Ki-ga in Ihrer Umgebung? Viele Grüße


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