Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Hauen

Frage: Hauen

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Im August ist unser Sohn 2 geworden. Seit 5 Monaten hat er eine kleine Schwester. Eifersucht kannten wir bisher nicht. Mein Mann kümmert sich sehr intensiv um den Großen, so daß er die neue familiäre Situation ganz gut gemeistert hat. Nun aber beginnt er doch, das Geschwisterchen zu piesaken. Nicht sehr oft und nicht sehr heftig, aber eben doch ab und zu. Heute zum Beispiel einen Fußtritt gegen den Kopf, die Kleine weinte natürlich. Ich weiß nicht so genau, wie ich reagieren soll. Ich schimpfe, tröste das Baby, animiere den Großen zum Pusten und "ei machen" und spreche hinterher noch mal in Ruhe die Sache an (Trost spenden und Reue vorhanden). Ist das so ok? Ich denke, dass das noch normal ist, zumal es ja wirklich nicht so häufig vorkommt und er das Geschwisterchen ansonsten wirklich sehr gern hat. Sind das notwendige Reibereien, die das Sozialverhalten fördern? Was wäre die beste und angemessenste Reaktion auf das Fehlverhalten des Erstgeborenen? Danke, Andrea


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Andrea, solche kleinen Attacken älterer Geschwister gegen die Nachzügler muß man schon als normal ansehen. Es ist auch eher typisch, daß diese Rangeleien beginnen, wenn das kleine Geschwisterkind ins Krabbelalter kommt und "raumgreifend" wird. Ihre Vorgehensweise, die in etwa der "Induktion" (Stichwort) entspricht, ist richtig, allerdings ist Ihr Sohn noch zu jung, um daraus eine dauerhafte Verhaltenskorrektur für sich selbst zu entwickeln. Das geht erst mit 3-4 Jahren. Solange ist er darauf angewiesen, daß Sie ihn korrigieren. Solange wird aber auch ein "Wiederholungstäter" bleiben. Das Aufmerksammachen auf die Schmerzwirkung beim Anderen gehört ebenso dazu wie ein Anhalten zu konkreten Wiedergutmachungen. Auch ein eigenes Schimpfen ist nicht unwichtig. Schließlich soll ein unsoziales Handeln in einen negativen Beziehungszusammenhang zu den wichtigsten Bezugspersonen gebracht werden. Und von diesen bezieht ein Kleinkind dieses Alters noch seine wichtigsten Selbstbewertungen. Die funktionen echter Reue und einer Schuldempfindung existieren in diesem Alter noch nicht. Insofern darf man hier auch nichts Übertriebenes erwarten. Tut man das dennoch, zumeist aus Unkenntnis, dann entstehen kommunikative Mißverständnisse zwishcne Erwachsenem und Kind, die keinem nützen. Viele Grüße


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