Susan1312
Guten Abend Herr Dr. Nohr, ich lese immer ganz interessiert, was sie auch anderen Eltern raten. letzten Do. haben Sie wieder soviel tolle Antworten gegeben. bei einer würde ich gern noch etwas fragen. Ihre Antwort war (kopiert): „ Ich bin kein Freund von grundsätzlich sofortiger Bedürfnisbefriedigung. Natürlich gibt es viel Situationen, in denen sofortiges Handeln sinnvoll und wichtig ist. Aber Kinder müssen nicht alles, was sie wollen, sofort bekommen. Das geht nicht und ist ein falsches Signal...“ Meine Frage beziehen sich auf die „sofortige Befriedigung“, ab wann geht für sie sofortige Befriedigung los? Und ab welchen Alter denken Sie können Kinder auch mal aushalten? Also es lernen, dass man nicht sofort springt. Ich finde das Thema Spannend, aber auch genauso schwierig. Ich hoffe es ist ok, dass ich solch eine Rückfrage zu ihrer Antwort stelle. Ich würde mich freuen, wenn sie vielleicht noch etwas dazu schreiben können, denn ich finde es so schwer bedürfnissorientiert zu erziehen bzw. das Kind so zu begleiten aber trotzdem nicht gleich zu springen. Vorallem frage ich mich oder denke, wenn sie noch unter einem Jahr sind, was ist da der richtige Weg ? Liebe Grüße Susan M.
Dr. med. Ludger Nohr
Liebe Susan, natürlich können Sie Rückfragen stellen, ich finde es sogar wünschenswert. Sie haben auch Recht, meine Antwort war wenig altersbezogen und allgemein. Bei Säuglingen kann man davon ausgehen, dass es Sinn macht, Bedürfnisse zeitnah zu erfüllen. Sie können ihre Impulse und Bedürfnisse nur sehr gering beeinflussen. Aber auch diese machen auch schon die Erfahrung, dass das nicht immer sofort geht (aber sicher kommt), weil gerade die Milch überkocht o.ä.. Auch jüngere KK können Aufschub nicht wirklich verstehen, können aber die Erfahrung, dass die Bedürfnisbefriedigung (schneller oder nicht so schnell) kommt, schon etwas besser speichern. Ältere Kinder können mit dem Hinweis "Moment" oder "Augenblick" oder "gleich" je nach Situation schon etwas anfangen. Ich will eigentlich damit sagen, dass Eltern in der Regel merken, was bei ihrem Kind in der jeweiligen Situation schon geht und was sie noch (objektiv) überfordert. Insofern können meine Hinweise nur grobe Anhaltspunkte sein, die Sie auf Ihr Kind individuell anwenden. Erlauben und trauen Sie sich, dieses Gespür zu haben. Sie wissen am besten, was bei Ihrem Kind richtig ist. Dr.Ludger Nohr
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