Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe 8 Wochen alte Zwillinge, die ich mit Hilfe von mind. 3 verschiedenen Personen betreue, meinem Mann, meiner Schwiegermutter, einem Babysitter, und meiner Schwaegerin, z. B.tragen, troesten, schlafen. Gestillt werden sie von mir voll. Kann es zu einer Bindungsverwirrung kommen, ist es u.U. sogar besser, laenger Zeit alleine mit beiden zu verbringen, obwohl sie dann viel mehr weinen? Das waere ganz gegen meine Vorstellung, aber was ist der Einfluss auf die Entwicklung bei zu vielen Betreuungspersonen? Vielen Dank fuer ihre Einschaetzung, Julia
Liebe Julia, das Bindungsgeschehen bei Mehrlingen ist sehr viel komplizierter als bei Kinder, die allein auf die Welt kommen. Ich weiß gar nicht, ob es zu einer solchen Situation schon ausreichende Studien mit der Frage nach Bindung gibt. Am ehesten ist das Professoren-Ehepaar Grossmann in Regensburg mit solchen Frage befasst, die auch beide viel publiziert haben. Es kann aber als gesichert gelten, dass ein häufiger Wechsel von Bezugspersonen in den ersten Lebensjahren sich eher problematisch auf das Bindungsgeschehen auswirkt. Die Kinder versuchen intuitiv dem zu entgehen, indem sie eine Hierarchie ihrer Bezugspersonen bilden. Dazu müssen sie aber auch ein Chance auf die Möglichkeit zur Abstufung haben. Machen alle verschiedenen Bindungspersonen alles, ist diese Chance vertan. Daraus ist zu schließen, dass die einzelenen Bezugspersonen am besten unterschiedliche Aufgaben bekommen. so kann man auf jeden Fall seinen Kindern helfen. Es ist auch so, dass sich 3 verschiedene Bezugspersonen mit getrenntem Aufgabenfeld besser hierarchieren lassen als 5 oder 6 Personen. Viele Grüße
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