Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth, ich habe bereits zu meiner Tochter (4J2M) geschrieben (id=38504). Ich denke nun aber immer öfter, dass es doch wirklich Trennungsangst ist, was ihr zu schaffen macht. Ich höre fast jeden Tag von ihr: „Ich will nur dort sein, wo Du bist, außer im Kiga. Ich will nie ohne Dich sein.“ In den Kiga geht sie grundsätzl. gerne hin, löst sich morgens aber sehr schwer. Tränen gibt es keine. Sie hat seit Sept. endlich 2 sehr herzliche und liebe Betreuerinnen. Aber sie will zu keiner Freundin. Sie will auch absolut nicht aus dem Familienbett ausziehen (muss sie auch nicht). Was kann ich gegen die Trennungsangst tun? Unser Sohn (2J) habe ich aus der KiTa (harte Ablösung, oft überdreht) genommen, um ihn im Frühj in gr. KiGa sanft einzugewöhnen. Diese Chance habe ich bei meiner T. vor Schule nicht mehr. Das wäre eine Art „Heilungsmöglk.“, oder? Sie will ja auch in den Kiga. Wenn manchmal gar nicht hin will, darf sie zu Hause bleiben. Wie kann ich ihr helfen? Danke u. lG, Sigrid
Hallo, was Sie diesmal von Ihrer Tochter schildern, spricht tatsächlich sehr für eine unterschwellig schwelende Trennungsangst. Die größte Aussicht auf heilung hätte wahrscheinlich die gezielte Herausnahme aus der Ki-ga bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie selbst unbedingt wieder hin möchte. Dann sollte noch einmal das Angebot einer sanften Ablösung an sie ergehen. so dass sie das alte Gefühl des Zurückgelassenwerdens in der Angst löschen kann und mit neuen Erfahrungen überdecken. Dieses Vorgehen käme einer instruierten Regression gleich, wenn auch zu Hause die bestehnde Anhänglichkeit akzeptiert würde. Ganz falsch wäre es, dem Kind dann die Anwesenheit zu Hause madig zu machen, in der Hoffnung es ginge dann doch lieber wieder in den Ki-ga. Das passiert leider viel zu oft. Ziel ist, dem Kind Selbstbestimmungsmacht zu verleihen und ihm das Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein zu nehmen. Viele Grüße
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