Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Angst vor anderen Kindern

Frage: Angst vor anderen Kindern

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Hallo Herr Dr. Posth, obwohl ich weiß, daß Sie schon des öfteren über dieses Problem geschrieben haben möchte ich Sie dennoch nochmals kurz zu Ihrer Meinung dazu bitten. Meine ältere Tochter ist 2 1/2 Jahre alt und ein Frühchen aus der 32. SSW. Sie lag 6 Wochen in der Kinderklinik. Aufgrund dessen ist sie leicht entwicklungsverzögert, sowohl motorisch (konnte erst mit 18 Monaten frei laufen, kann bis jetzt noch nicht auf der Stelle hüpfen und rennt auch noch recht hakelig, bekommt deshalb KG) und vor allem sprachlich. Sie hat erst mit 21 Monaten begonnen zu sprechen und spricht bis jetzt noch recht wenig und undeutlich, kann aber 2-Wortsätze bilden, Wortschatz ca. 30 Wörter. Das alles ist aber nicht unser wirkliches Problem, sonder ihre übergroße Ängstlichkeit anderen Kindern gegenüber. Wenn Kinder in Gruppen sind, weint sie und will zu mir, außer diese bleiben auf Abstand z.B. auf dem Spielplatz da geht sie sehr gerne hin. Bei einzelnen ist es etwas besser. Sie trifft zweimal in der Woche eine gleichaltrige Freundin, das geht mittlerweile recht gut aber eine echte Interaktion entsteht dort auch nur sehr langsam. Ich muß dazu sagen, daß sie eine kleine Schwester von 9 Monaten hat und dies ihr wohl auch zu schaffen macht obwohl sie auch recht fürsorglich sein kann. Nun meine Frage: Ändert sich das mit der Angst wieder oder muß ich davon ausgehen, daß sie immer im Abseits stehen wird? Ich habe natürlich Angst, daß sie zur Außenseiterin wird. Ich habe aus diesem Grund übrigens beschlossen, sie erst mit 4 Jahren in den Kiga zu geben und sie vorher nur eine Vorgruppe besuchen zu lassen. Auch besuche ich keine Spielgruppe mehr mit ihr, da sie dort nur weint und sich an m ich klammert. Ich werde aber ÜBERALL dafür kritisiert und man wirft mir vor das Kind zu einem Außenseiter zu machen, eben weil ich keine Gruppe besuche und sie erst spät in den Kiga geben will. Übrigens ist sie Erwachsenen gegenüber kaum mehr so ängstlich (war anfangs auch anders) ich kann sie nun auch schon mal allein bei der Oma lassen und sie fühlt sich sehr wohl, freut sich aber auch sehr wenn ich oder ihr Papa sie abholen. Das Verhältnis zu ihm ist übrigens super sie liebt ihn heiß und innig. Bin ich auf dem richtigen Weg? Es wäre schön, wenn Sie mir darauf eine Antwort wüßten. Vielen Dank und viele Grüße Heike


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Heike, offenbar durch die Frühgeburtlichkeit bedingt kommt nur eine verzögerte Entwicklung zustande. Das gilt sowohl für die Motorik, als auch für die kognitive Entwicklung (Sprache, Verständnis). Emotional entsteht hierdurch eine gewisse Schieflage, denn Ihre Tochter spürt, daß sie den anderen Kindern in der Entwicklung hinterher hinkt. Sie fühlt sich dem Tempo und der Lebhaftigkeit der anderen Kinder ihrer Größe nicht gewachsen. Daher die Angst, die sie in bezug auf vertrauensvolle Erwachsene im Rahmen der Loslösung langsam ablegt. Ich denke so muß man die Reaktionen Ihrer Tochter in der Gruppe verstehen. Hören sie nicht auf das, was die anderen Mütter sagen. Ihre Haltung erscheint mir richtig. Je weniger Druck Ihre Tochter spürt, anders zu handeln, als es ihr entspricht, desto schneller wird sich das Bild bei ihr wandeln. Viele grüße


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