Guten Tag, die Situation ist keine neue, aber unser Sohn (bald 4 J.) steht beim Essen ständig auf. Manchmal isst er nur einen Happen und sucht sich dann etwas zum Spielen. Ich muss gestehen, dass ich an den Arbeitstagen in der Früh dann schon mal beim Müsli den einen oder anderen Löffel übernehme. Am Essenstisch gibt es keine Spielsachen. Hunger hat er schon, das kündigt er ja vor dem Essen an und schmecken tut es ihm im Regelfall auch. Wir haben einen Tischspruch, das mag er gerne und ich zünde mit ihm aktuell wieder die Tischkerze an bei Beginn des Essens. Seit Neuem handhabe ich es so, dass ich ihn in ruhigem Ton wieder zum Tisch begleite und sage "Komm, wir essen jetzt alle gemeinsam am Tisch." Beim dritten Mal sage ich: " Du gehst vom Tisch. Ich sehe, dass du fertig bist und keinen Hunger mehr hast." Dann räume ich den Teller weg. Der Papa meint, ich sei zu streng und solle ihn lassen und es entwickle sich schon im Laufe der Zeit. Was können Sie mir raten? Vielen Dank, Freyana
Guten Tag, ich denke nicht, dass Sie zu streng sind. Wenn Ihr Sohn Hunger hat, können Sie von ihm erwarten, dass er am Tisch bleibt und mit Ihnen gemeinsam isst. Es geht ja nicht darum, dass er bei einem mehrgängigen Menü ausharren muss. Möglicherweise handelt es sich um einen unbewussten Machtkampf Ihres Sohnes mit Ihnen. Er kann sich besonders stark fühlen, wenn er merkt, dass sich seine Eltern bezüglich des Vorgehens nicht einig sind. Sie sollten daher versuchen, sich auf ein Vorgehen zu einigen. Sie können versuchen, Ihren Sohn bereits am Aufstehen zu hindern. Das verschafft ihm weniger Aufmerksamkeit, als wenn Sie ihn zum Tisch zurückführen. Sie können ihm außerdem zugestehen, dass er schon aufstehen darf, wenn er mit dem Essen fertig ist. Sonst ist es für Vierjährige bei den Mahlzeiten sehr langweilig. Natürlich können sich Tischsitten auch noch später entwickeln. Gerade im Alter Ihres Sohnes halte ich es für wichtig, dass Kinder lernen, dass Eltern für bestimmte bedeutsame Situationen die (ans Kind angepassten) Regeln setzen und sie diese akzeptieren lernen müssen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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