Mitglied inaktiv
Neben „normalen“, gut lösbaren Wutanfällen bekommt mein Sohn zuweilen solche, bei denen er völlig außer sich gerät und durch nichts zu beruhigen ist - z.B. wenn sein Vater ihn waschen, anziehen, Schuhe ausziehen oder ins Bett bringen möchte, wenn ich auch zu Hause bin. Ist er mit seinem Vater allein, macht er keine Probleme. Bei den Schwiegereltern wollte mein Mann ihn anziehen, als ich im Bad war – da ist er völlig ausgeflippt. Hat geschrien, getobt, geschlagen, geschluchzt und war auch von mir nur schwer zu beruhigen. Nun meint die Oma, so etwas habe sie noch nie erlebt und das sei nicht normal. Wutanfälle dieses Ausmaßes hat mein Sohn vor allem wenn er müde, hungrig oder kränklich ist. Ist so ein Verhalten wirklich anomal und wie sollen wir damit umgehen? Was soll ich tun, wenn er schreit, ich soll ihm die Schuhe wieder anziehen, die sein Vater eben ausgezogen hat? Wenn er so außer sich ist vor Wut, helfen keine vernünftigen Erklärungen. Was raten Sie? Viele Grüße, Eli
Stichwort erschwerte Loslösung Hallo, solche extremen Wutanfälle bekommen Kinder, die die Loslösung nicht erreichen, die in ihrem Alter schon erfolgreich vorangeschritten sein sollte. Es schwächt ihr Selbstbewußtsein, daß sie nicht zu sich selbst finden und zwischen Bindungswunsch und Loslösungsbedürfnis ständig hin un her pendeln. So versuchen sie, mit aggressiv unterstütztem Trotz, d.h. also "mit aller Gewalt" zu dem zu kommen, was sie brauchen, notfalls "mit dem Kopf durch die Wand". Typisch sind solche Unentschiedenheiten was geschehen soll und wer es durchführen soll. Ist die Mutter in der Nähe, ist der Konflikt am größten, denn sie schürt den (alten) Bindungswunsch. Entschiedend ist also, daß der Vater mit seiner zuwendungsaktiven Verfügbarkeit für das Kind ein zuverlässiges und einfühlsames Loslösungsvorbild wird. Dann hat das Kind schon einmal eine "Richtschnur". Der Vater muß dahingehend auch von der übrigen Familie gestützt und unterstützt werden. Er muß sich der Wichtigkeit seine Rolle bewußt sein und diese überzeugend ausfüllen. Das ist der Wunsch eines jeden Kindes. Wenn das gelingt, tritt die "alte", symbiotische Bindung an die Mutter in den Hintergrund und bekommt ein neues Aussehen, eine erweiterte Funktion. Es ist naheliegend und völlig natürlich, daß diese Wutanfälle in Übergangsmomenten und bei Krankheit und Erschöpfung besonders zunehmen. Hier ist ja auch der "alte" Bindungswunsch wieder da. Klappt die Loslösung, kann man als Mutter dann auch wieder solche symbiotischen Ansprüche akzeptieren und befriedigen. Viele Grüße
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