Sylvia Ubbens

Kita Eingewöhnung 18 Monate

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo liebe Experten,

Ich suche Rat, da mich folgende Situation momentan sehr belastet.

Ich bin total offen und neugierig auf das Thema Kita zugegangen. Wir haben auch einen Platz in unserer Wunschkita bekommen und die Erzieher sind ganz toll. In der Kita sind insgesamt 56 Kinder (offenes Prinzip), davon 11 U3-Kinder in einer festen Gruppe mit 3 Erziehern.

Meine kleine Maus ist nun gerade 19 Monate alt geworden und in der Eingewöhnung.
Wir haben ein sehr enges Verhältnis zueinander und sie wurde noch nicht fremdbetreut, auch nicht von der Familie, da diese weit entfernt wohnt. Sie ist sehr mama bezogen! Liebt ihren Papa auch über alles, lässt sich aber nur von mir ins Bett bringen. Ansonsten beruhigt sie sich auch nach 3 Stunden schreien nicht und das ist es uns bis auf wenige Versuche einfach nicht wert.

Sie ist neugierig, aufgeweckt und wissbegierig, jedoch nur gelegentlich ausdauernd. Sie konnte sehr früh krabbeln und sitzen und vor dem ersten Geburtstag laufen.

Bis vor 3 Monaten ist sie nur auf sehr bekannte Menschen zugegangen, fand andere Kinder aber schon immer interessant und ging auf sie zu.

Dann hat es sich geändert und sie geht seitdem auf Leute zu, lässt sich auf den Arm nehmen, möchte mit anderen spielen und ist sehr extrovertiert geworden. Für mich war das ein gutes Zeichen, da ich dachte, sie sei bereit für die Kita.

Nun zur eingewöhnung. Wir starteten am 5.8. Und sind aktuell in der 3. Woche.

Vor den Sommerferien waren wir schon 2x 2h zum Schnuppern da. Das fand die Kleine auch ganz toll und hat mich nicht weiter beachtet.

Die ersten beiden Kitatag waren sehr chaotisch. Die bezugserzieherin hatte an beiden Tagen nur je ca. 5 min. Zeit für meine Tochter, da sie meistens von 4 anderen Kindern beansprucht wurde, die die Gruppe zum Sommer eigentlich verlassen hatten. Natürlich ist der Wechsel zu dne großen auch für diese Kinder nicht leicht. Sie kamen meisten bei Problemen und weinend. Meine Tochtern ist, was das angeht sehr sensibel, schaut sich sowas erschrocken an und würde nie auf eine Person zugehen, bei der schon mehrere Kinder sitzen. Wir haben das dann angesprochen und am 3. Tag wurde es geändert und die Erzieherin hatte überwiegend Zeit für mein Kind, damit das Vertrauen aufgebaut werden kann (so war es ja auch geplant). Am 3. Tag war mein Mann mit der kleinen dort und ist auch schon für 15 Minuten rausgegangen. Hat super geklappt. Am 4. Tag bin ich dann mit ihr in die Kita (bin 15 Minuten dabei geblieben) und dann für 1h 45 min. Rausgegangen. Es hat sehr gut geklappt. Sie hat nicht geweint und war glücklich. Am 5. Tag wurde es genauso gemacht. Am 6. Tag (Montag) ebenso. Mitte der Woche wurde die trennungszeit auf 1h reduziert. Die Erzieherin meinte, dass die kleine nach 1,10 h immer anfängt zu weinen und wir sie so zu viel quälen.

Ich bin nun total verunsichert. Wir haben den 12. Tag hinter uns und es geht immer mehr bergab.
Beim verabschieden weint meine kleine nie. Aber sie möchte seit einpaar Tagen in der Kita partout kein Frühstück essen und sich auch nicht an den Tisch setzen. Sie darf dann spielen. Beim Essen hat sie wohl bisher immer geweint, konnte aber beruhigt werden. Das ist für mich sehr verwunderlich, denn mit essen geht bei ihr über alles. Auf den Spielplatz geht sie sogar zu fremden, wenn diese gerade etwas essen und möchte auch etwas. Egal, ob wir gerade vorher gegessen haben oder nicht. Sie weint wohl zwischendurch immer mal wieder kurz, ruft nach Mama, lässt sich aber beruhigen. Wenn ich sie abhole, hat sie rot unterlaufene Augen und eine schniefnase und sieht total fertig aus. Sie klammert sich fest und hat Angst, dass ich sie nicht mitnehme. Frage ich sie zuhause, ob es in der Kita toll war, sagt sie ja. Sie möchte auch wieder hin. Sie versteht alles, spricht aber nur einzelne Worte. Zuhause klammert sie sehr und schläft extrem schlecht und nur mit Begleitung.

Ich mache Vorwürfe, dass ich sie in der ersten Woche zu früh allein gelassen habe. Sie war quasi keinen gut laufenden Tag mit mir in ihrer Gruppe.

Was kann ich tun, um es ihr zu erleichtern zu vertrauen, dass ich sie wieder abhole und dass sie loslässt.

Mein mama herz leidet sooo sehr,obwohl ich der Kita und den Erziehern total positiv gegenüberstehe.

von Kastanie am 20.08.2019, 13:31 Uhr

 

Antwort auf:

Kita Eingewöhnung 18 Monate

Liebe Kastanie,

vertrauen Sie den Erziehern. Fragen Sie gerne nach, wenn Sie bestimmte Vorgehensweisen nicht nachvollziehen können. Wenn Sie die Zeit haben, geben Sie Ihrer Tochter gerne noch etwas Zeit. Bleiben Sie mit in der Kita, wenn Ihre Tochter schon morgens weint. Lässt sie sich gut abgeben, dann holen Sie sie, wie von den Erziehern vorgeschlagen, nach einer Stunde ab, damit sie verinnerlicht, dass Mama wieder kommt und sie dafür gar nicht weinen muss. Fällt diese eine Stunde in die Frühstückszeit, dann sprechen Sie gerne eine andere Zeit ab, damit Ihre Tochter in das normale Gruppengeschehen eingebunden ist und nicht womöglich alleine spielen "muss", weil alle anderen am Tisch sitzen und essen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 21.08.2019

Antwort auf:

Kita Eingewöhnung 18 Monate

Wenn für dich möglich, würde ich die Trennungszeit erstmal bei 1 Stunde belassen und erst ab nächste Woche Dienstag wieder steigern.
Das dein Kind morgens nicht weint und dich gehen lässt und dass sie wieder in die Kita möchte, spricht dafür, dass sie es dort mag. Sie muss einfach noch mehr ankommen und das braucht Zeit.
Das mit dem Essen ist immer so eine Sache. Es kann durchaus sein, dass dein Kind lieber spielt anstatt zu essen. Das Spielen ist ihr wichtiger und da gibt es Kinder, welche wochenlang eine Mahlzeit weglassen bzw. nur wenig essen, weil sie wieder spielen wollen.
Das dein Kind zwischendrin mal weint ist vollkommen normal. Sie darf Sehnsucht nach Mama haben und diese auch zeigen. Dass das immer zur gleichen Zeit kommt kann auch sein, dass sie da müde ist oder auch, dass sie Hunger hat. Besonders wenn sie kein Frühstück zu sich nimmt, kann das der Fall sein und sollte sie müde sein: kann sie dann schon schlafen?

Von wann bis wann ist sie zurzeit da? (Zeitlich)

Gib ihr Zeit. Für mich klingt es gar nicht so negativ wie du es darstellst, obwohl natürlich dein Mutterherz dabei blutet.

Zu den Erziehern: die ersten zwei Tage sind schlecht verlaufen. Das dieses auf Bitten von euch geändert wurde finde ich gut, weil es zeigt, dass sie auf euch eingehen und euch hören. Dass sie die Trennungszeit reduziert haben, weil sie gemerkt haben, dass es für die Kleine noch zu viel ist, zeigt, dass sie individuell auf euer Kind eingehen und nicht nach dem Schema "das Kind muss da durch".
Spreche mit der Bezugserzieherin über dein Gesehenes und auch, was du dir wünscht. Das ist, wenn ich es richtig rauslese, dass dein Kind sanft ankommt, nicht weint und du hinterfragst, warum die Zeiten gekürzt wurden und dass du darin einen Rückschritt siehst. Sie wird dir erklären, warum sie das so machen und wie es weiter gehen soll.
Am besten nicht vor deinem Kind darüber sprechen, denn deine Unsicherheit (die vorliegt) überträgt sich darauf.

Ich kann dir aus Erziehersicht sagen: Es gibt Kinder, die sind schnell eingewöhnt, andere brauchen länger. In meiner 10-jährigen Laufbahn hatte ich genau 1 Kind, welches nach 4 Tagen eingewöhnt war. Am 8.Tag gab es einen Zwischenfall (Evakuierung Kita wg. Rauchmelder angegangen). Das Kind klammerte danach an mir und ich habe die Mutter angerufen, welche es sofort abgeholt hat. Und das war auch gut so, weil es da Mama brauchte und am nächsten Tag kam es freudig wieder. Mit der Mutter hatte ich bzgl. dem einen sehr guten Kontakt und nur so war das Kind auch sicher.
Bei einem Kind hat die Eingewöhnung über 2 Monate gedauert und ich bin von 2 Stunden Trennung auf 30 Minuten Trennung zurück gegangen, weil es für das Kind zu schnell war. Das war nach 9 Tagen und für die Eltern unverständlich. Die Kommunikation ist da das Wichtigste gewesen. Die Mutter hat am Ende 4 Stunden bei uns in der Gruppe verbracht bzw. max. 90 Minuten getrennt vom Kind im Nebenraum und 2,5 Stunden direkt im Gruppenraum. Zwar sollte sie sich passiv verhalten, hat gelesen und gestrickt, was relativ gut klappte. Sobald ich ihr ein Signal gab, dass ich sie brauche, ist sie sofort dazu gekommen. Die Situation war für die Mutter extremst schwierig, weil sie aushalten musste und das auch, wenn das Kind mal kurz weinte. Zeitgleich konnte sie sehen, dass ich ihr Kind beruhigen kann. Nach 4 Wochen brachte sie ihr Kind, ging dann und holte es zur abgesprochenen Zeit ab. Nach 5 Wochen blieb das Kind 4-5 Stunden alleine bei uns (ging nicht anders, weil EZ Mama endete und Papa hatte TZ in EZ.) Nach 6 Wochen wsren es 6 Stunden und nach ca. 10 Wochen "von heute auf morgen" 9 Stunden, weil da die EZ vom Papa endete. Für das Kind war die lange Zeit gut und ich bin den Eltern bis heute dankbar, dass sie da mitgemacht haben.

von Ani123 am 21.08.2019

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