Sylvia Ubbens

Kind haut und ärgert aus Spaß

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo,

unser Sohn ist 28 Monate alt und meist ziemlich lieb und auch folgsam.

Leider nimmt es aber im Moment immer mehr zu, dass er trotz guter Laune und Stimmung haut. Beim ins Bett bringen zum Beispiel lesen wir und haben Spaß (ohne zu toben) und beim Umziehen steht er auf der Wickelkommode und haut.

Wir haben schon viel probiert, aber er springt darauf überhaupt nicht an. Bzw. er hat noch Freude daran.

Er war zum Beispiel nicht brav und meine Frau hat mit Ihm dann geredet. Anschließend fragt er, ob Sie sauer ist und als sie nein sagt, haut er ihr ins Gesicht und sagt "Mama sauer ja".

Anderes Beispiel: Ich habe ihm, nach 1 Stunde gut zureden, gedroht ihm ein Kuscheltier wegzunehmen zum schlafen. Als ich ihm dann das erste weggenommen habe, habe ich ihm gesagt, dass nächste Mal kommt das Schaf, sein Liebling, weg und ging aus dem Zimmer. Kurze Zeit später ging die Zimmertür auf und das Schaf flog raus. Dann ging er wieder in sein Zimmer.

Wir haben auch schon Auszeiten versucht, ihn in sein Bett gesteckt und ihm gesagt, er soll mal darüber nachdenken, warum man nicht haut. Als wir dann wieder unten waren, haut er und sagt "Hauen ja, Heja" und wollte wieder hoch.

Wir haben ihm das schon 1000 mal erklärt und oft sagt er dann auch "Papa nicht hauen". Das hält aber nicht lange an. Wenn wir ihn bestrafen, zum Beispiel die gute Nacht Geschichte streichen, und ihn fragen, ob er weiß warum es die jetzt nicht gibt, kann er es auch sagen.

Zusammengefasst:
- Er haut gefühlt aus Spaß, weil er weiß, dass wir das nicht wollen.
- Bei Bestrafung hilft er teils freudig mit diese durchzusetzen.
- Wir haben schon "Stiller Stuhl", ignorieren, ins Zimmer stecken, schreien, bestrafen und lange Erklärungen versucht.

Wir stoßen hier gerade an unsere Grenzen und machen uns ernsthaft Sorgen, dass etwas nicht stimmt.

Vielen Dank schon jetzt für die Unterstützung!

von Wheily am 12.03.2020, 17:14 Uhr

 

Antwort auf:

Kind haut und ärgert aus Spaß

Lieber Wheily,

Ihr Sohn sieht das Hauen und Ihre bzw. die Reaktionen Ihrer Frau als Spiel. Ihm tun die Konsequenzen "nicht weh" und er probiert aus, was Sie als nächstes unternehmen, wenn er wieder haut.

Das Bett sollte ein Ort der Entspannung sein und ein gutes Gefühl vermitteln. Aus dem Grund sollte es nicht als "Straf"-Konsequenz genutzt werden. Auch kann Ihr Sohn noch nicht wirklich darüber nachdenken, warum er ins Bett gesteckt wurde. Für ihn war klar, dass es mit dem Hauen zu tun hat, aber nicht, dass das Hauen nicht in Ordnung war.
Auch bei anderen Dingen, wie z.B. das Kuscheltier oder die Gute-Nacht-Geschichte zu entziehen, versteht Ihr Sohn den Grund nicht. Er weiß nur, dass es so ist und nimmt es hin. Da er den Hintergrund nicht versteht, da es mit dem Hauen nichts zu tun hat, erfolgt keine Veränderung.

Sie sollten sich eine Konsequenz überlegen, die Sie in den nächsten Wochen durchführen. Eine logische Konsequenz auf das Hauen könnte sein, nach einem deutlichen Nein auf Abstand zu gehen und ggf. den Raum kurz zu verlassen.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 13.03.2020

Antwort auf:

Kind haut und ärgert aus Spaß

Strafen ohne Zusammenhang bringen nichts - wie ihr ja schon gemerkt habt.
Besser wäre eine logische Konsequenz: also bei Hauen ihm sagen, das euch das weh tut und ihr deswegen ein Stück von ihm weg geht/aus dem Zimmer geht.
Tatsächlich ist er noch sehr jung und probiert gerade aus, ob das "nein" von eben, gestern. vorgestern immer noch gilt. Er bestätigt sich selbst "nicht hauen" - aber das heißt nicht, dass er schon wirklich gelernt hat, was das bedeutet. Ja, er hat Spaß an eurer Reaktion - aber nicht, weil er sich über euren Ärger oder Schmerz freut - er freut sich, das es eine Reaktion gibt.
Ihr solltet auch bei einer Sache bleiben -also nicht 3 Tage lang das Kuscheltier wegnehmen, dann eine andere Strafe und dann wieder etwas anderes - das verwirrt ihn oder animiert ihn auszuprobieren, was denn heute wohl passieren wird.
Wenn ihr merkt, er dreht jetzt auf und könnte Hauen, geht einfach auch schon mal einen Schritt zurück oder - wenn ihr schnell genug seid - haltet seine Hand fest und sagt ihm bestimmt "Hauen tut mir weh, das will ich nicht" und geht dann ein Stück weg.
1 Std lang gut zureden - dafür ist er noch zu klein. Nach 2 Sätzen hat er bereits abgeschaltet ;-) Erwartet nicht, dass ein 2-jähriger wirklich versteht, was ihr ihm da solange erklären wollt - und erwartet erst recht nicht, das er doch einsehen muss, das er sich falsch verhält. Insofern nutzt auch das "darüber nachdenken, warum" nicht wirklich etwas. Dass kann er kognitiv noch nicht in der Form, die ihr euch da vorstellt.
Andere Option: er haut euch und ihr übersteigert eure Reaktion. Also "jault" betont weinerlich auf und sagt dazu, das ihr jetzt Schmerzen habt. Manche Kinder reagieren darauf sehr gut.
Rollenspiele können auch helfen: also mit Stofftieren zB diese Situationen nachspielen wobei der Geschlagene natürlich weint, und der andere ihn dann tröstet oä.

von cube am 12.03.2020

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