Mitglied inaktiv
Lieber Herr Posth, ich würde von Ihnen gerne Rat erhalten, wie ich mich in manchen Situationen verhalten soll und warum diese vermutlich auftreten. Meine Tochter 22 Monate sagt seit ca. 2 Monaten in manchen Situationen z.B. nach dem Aufwachen, oder wenn sie schlecht gelaunt ist "Mama weg". Ich respektiere ihren Wunsch auch, bleibe in Sichtweite und reagiere wenn sie mich ruft. Ein anderes Thema ist das Hauen. Sie haut mich oder meinen Mann wenn sie verärgert ist, oder mit Ankündigung "Mama hauen" oder sagt Kind x hauen. Wir versuchen ihr klar zu machen, dass es weht tut und mit Induktion zu reagieren. Auch auf dem Spielplatz versucht sie auch ältere Kinder leicht zu hauen, wenn diese das gleiche Spielgerät wie sie benutzen wollen. Um die anderen Kinder zu schützen nehme ich sie weg und erkläre, dass das nicht Ok ist. Wie kann ich mit diesen Situationen umgehen? Vielen Dank für ihre geschätze Antwort Iris
Liebe Iris, mit Induktion ist es zwar noch ein bisschen früh, aber sicher kein Fehler, damit schon einmal anzufangen. Der Effekt ist nur noch nicht so deutlich. Aggressives Verhalten entwickelt sich am Ende des zweiten Lebensjahres zunehmend, um die Selbstständigkeitsbestrebungen des Kindes zu unterstützen. Da Aggression ein Trieb ist, ist sie bei den einzelnen Individuen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Aggressionäußerungen wie "hauen", "keifen" oder "beißen" sind genetisch vorgegeben. Allerdings werden sie sofort verstärkt, wenn die elterlichen Vorbilder in gleicher Weise (re)agieren. Auch andere Kinder sind natürlich Vorbild. Zu dieser Aggression gehört auch das Fortschicken der Eltern, wenn sich das Kind ungerecht behandelt fühlt. Dafür hat es aus seiner Sicht zumeist genügend Gründe. Auch anläßlich solcher Äußerungen kann man übertrieben betroffen reagieren und seinem Kind damit die Möglichkeit geben, seine Abweisung zurückzunehmen. Viele Grüße
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