Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zuviel Milch - werde noch wahnsinnig

Frage: Zuviel Milch - werde noch wahnsinnig

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Hallo Biggi, ich habe folgendes Problem: Mein Sohn, 5 Wochen alt, wird voll gestillt. Es ist mein zweites Kind und ich hatte schon beim ersten Kind sehr viel Milch. Nun ist es so, daß die Milch in Strömen fließt und es aus mindestens 5 oder 6 Milchgängen (ich bezeichne sie immer als Duschstrahlen :-)) fließt. Ich trinke schon ein bis drei Tassen Salbeitee pro Tag und habe auch von meiner Hebamme schon ein hom. Mittel namens Phytolacca bekommen, aber trotzdem wird die Milch nicht weniger. Mein Sohn verschluckt sich auch immer oft und schmatzt sehr häufig, weil es anscheinend viel zu viel für ihn ist. Ich beachte auch schon die Tips wie nur an einer Seite anlegen, halte drei Stunden Pause ein und lasse am Anfang,nachdem das erste Mal der Milchflußreflex eingesetzt hat, einiges in ein Handtuch laufen. Auch tritt der Milchflußreflex mehrmals bei einer Stillmahlzeit ein, das war bei meinem ersten Kind auch nicht der Fall, glaube ich jedenfalls. Jetzt ist es z. B. so, daß ich ihn zwischendurch bäuern lasse und auf einmal sehe ich, ohne daß ich es in der Brust gespürt habe, wie es wie bei einer Dusche nur so läuft. Was kannst Du mir raten? Soll ich vielleicht mal eine Abstilltablette nehmen damit es weniger wird oder vielleicht helfen Stillhütchen, damit der Strahl nur einmal kommt (aber wo geht dann die restliche Milch hin?). Wäre sehr dankbar für einen Tip! Bin zwar froh, daß ich genügend Milch habe, aber es ist echt zuviel des Guten, zumal sich mein Kleiner immer verschluckt und soviel schmatzen muß, da er durch die Nässe der Brust schon die Brustwarze gar nicht mehr richtig fassen kann. Ich wische sie beim Stillen schon immer mal mit dem Handtuch ab. Außerdem hat der Kleine auch durch das Verschlucken extreme Blähungen. Liebe Grüße Marion


Biggi Welter

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Liebe Marion, zunächst zu den Prolaktinhemmern. Über diese Medikamente und vor allem über ihre möglichen Nebenwirkungen ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Tatsache ist, dass Bromocriptin (Handelname in Deutschland z.B. Pravidel) in den USA schon lange nicht mehr als Abstillmittel zugelassen ist und dass die Wirkung von Prolaktionhemmern nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode nicht nachgewiesen ist. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen". Dazu hältst Du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. - biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg-auf-Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) - lass das Baby oft aufstoßen. - vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wickelst Du dein Baby gut in eine Decke ein, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn Du dein Kind auf diese Weise eingepackt hast, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Ich hoffe, dir ein wenig weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi


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