Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zu wenig Milch?

Frage: Zu wenig Milch?

Anna19901

Beitrag melden

Hallo, Meine Kleine ist jetzt etwas über ein halbes Jahr und wir haben jetzt 1-2 mal täglich Brei eingeführt was auch ganz gut klappt. Jetzt ist es so dass sie relativ häufig eher kleinere Portionen getrunken hat in den letzten Monaten. Also immer nur ein paar Minuten, wenn es mal mehr als 5 Minuten waren war es schon lang. Alles für mich kein Problem, Kind hat gut zugenommen. Jetzt wird eben auch geraten, dass Babys 5 Mahlzeiten am Tag bekommen. 2x Milch und 3x Brei. Das schaffen wir so nicht. Gerade morgens wacht sie zwischen 5 und 6 auf und wird gestillt. Meistens im Bett. Sie lässt sich auch ganz schnell ablenken zb vom Papa wenn der aufwacht etc. Ich stille sie meistens kurz nachher nocheinmal und auch ca 1,5 Std später nocheinmal weil sie so unruhig wird. Danach haben wir meist eine längere Pause bis 10, 11 und dann gibts entweder noch mal Milch oder gleich Brei. Je nach Uhrzeit. Vor dem Mittagsschlaf wird auch nochmal gestillt und bei Bedarf nochmals nachmittag, am späten Nachmittag bzw Abend gibts dann Brei und am Abend nochmals Milch. Nachts schläft sie meistens durch bis 5-6 Uhr. Manchmal wird sie aber auch zum Trinken 1x wach. Ist aber eher selten. Will sie dadurcj vielleicht morgens oder vormittags so häufig trinken? Jetzt ist meine Frage ob das häufige Stillen überhaupt Sinn macht und ob ich die Abstände verlängern soll? Wie sieht es mit der Nährstoffzufuhr aus wenn ich mehr Stille als Brei. Beim Brei ist es ganz unterschiedlich. Mal 100g, dann mal 150 oder 180g. Kommt ganz drauf an. Ebenfalls ist es schon manchmal so gewesen, dass ich mir dachte sie wird kaum Brei schaffen, da sie gerade getrunknen hat und anschliessend isst sie doch ganz ordentlich und ist danach zufriedener. Ich habe mir auch schon gedacht, dass ich zu wenig Milch habe, da ich wenn ich abends oder eine andere Mahlzeit auslasse nicht wirklich eine Spannung in der Brust fühle. Das war vor ein paar Monaten noch anders, als sie das Durchschlafen begonnen hat. Ist das ein Zeichen? Ausserdem bin ich soweit nie „ausgelaufen“. Also Stilleinlagen brauche ich nicht zu benutzen auch wenn ich mal länger unterwegs bin. Kann das ein Anzeichen für zu wenig Milch sein? Ich überlege schon ob abstillen sinn macht. Danke!


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Anna19901, eine weiche Brust ist kein Hinweis auf zu wenig Milch. Es ist absolut normal, dass die Brust nach einiger Zeit wieder weich und bei manchen Frauen auch wieder kleiner wird. Das ist eher ein Zeichen, dass sich die Stillbeziehung eingespielt hat, aber nicht, dass die Milchmenge zurückgegangen ist. Auch muss nicht bei jeder Frau Milch auslaufen. Ich weiß, dass fast überall steht: „zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird „eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Bei der Vorgehensweise, dass langsam als ergänzende Nahrung Beikost angeboten wird, hat die Brust Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, das Kind hat ebenfalls mehr Zeit für die Umstellung und die Nährstoffe aus der Beikost können in Zusammenhang mit bei der gleichen Mahlzeit angebotener Muttermilch Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. Du könntest einen milchfreien Getreidebrei anbieten und dann einfach noch stillen. Für Tipps rund um das Thema Beikost bietet sich das Buch „Babyernährung gesund & richtig – B(r)eikost und Fingerfood“ von Gabi Eugster an. Dort finden sich sehr viele Informationen und Tipps zum Thema Ernährung ab dem siebten Monat. LLLiebe Grüße Biggi


Anna19901

Beitrag melden

Danke für die schnelle Antwort. Das beruhigt mich sehr, dasd die kurzen bzw häufigen Stillmahlzeiten ganz normal und kein Problem verursachen. Das bedeutet meine Brust kann einfach gut damit umgehen auch wenn mal 6-10 h nicht gestillt wird keine Spannung bzw Stau verursacht wird und am nächsten Tag ist wieder ausreichend Milch vorhanden? Schwer vorstellbar für mich, da viele Bekannte nach kurzer Zeit ohne Stillen schon von Spannungen sprechen.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Schönen guten Tag Frau Welter, mein Sohn ist heute genau 5 Wochen alt und ich stille ihn voll. Sein Geburtsgewicht war 3450g und gestern  (Dienstag) hatte er 4610g. (Hat in den letzten 6 Tagen ca 200g zugenommen) Meine Sorge ist momentan das stillen. Meine Hebamme sagt das alles gut ist und ich mir keine Sorgen machen müsste. Es geht um folgend ...

Hallo,  Ich habe meinen Sohn vollgestillt. Als mein Sohn 5 wochen alt war hatte ich 4 tage lang ganz doll magen darm und habe dementsprechend viel Flüssigkeit verloren und konnte nichts an Nahrung zu mir nehmen. Danach gabs tage an denen mein Sohn dole geweint hat und nur durch eine flasche sich wieder beruhigen lies ( deshalb ging ich davon au ...

Hallo sehr geehrte Frau Welter, wegen meiner magendarm grippe vor einem monat ist mein Problem das ich zu wenig milch habe und pro Mahlzeit nur einen milchspendereflex kriege. Man sagt ja so viel anlegen wie möglich und 8-10x punpen aber wie soll ich meinen sohn an der brust behalten wenn nichts kommt jnd er irgendwann unruhig wird und wie soll ...

Hallo, ich habe eine 3 1/2 Monate alte Tochter. ich habe anfangs voll gestillt ( bis zur 8 Woche) danach hat sie einfach nur noch geschrien wenn ich sie angelegt habe und sie hat nicht mehr richtig getrunken... Ich habe das ganze eine Woche mitgemacht und mein Kind jeden Abend nicht satt ins Bett gelegt.. das hat mich fertig gemacht. Am Ende der W ...

Hallo! Unser Sohn ist jetzt 17 Tage alt und wir hatten etwas Startschwierigkeiten mit dem Stillen. In den ersten Tagen hatte er von mir nicht genug bekommen, hatte dann abgenommen und Gelbsucht bekommen, sodass wir zugefüttert haben. Ich hab dann angefangen abzupumpen, um meine Produktion anzuregen - erst in den Stillpausen und die letzten Tage ha ...

Hallo! Mein Sohn (9 Wochen alt) wird seit Geburt voll gestillt. Leider haben wir seit Beginn Probleme, da er noch nie gut an die Brust gegangen ist und wir extreme Probleme mit Luft schlucken, schnalzen und wunden Brustwarzen haben. Nach vielen Untersuchungen wurde nun eine Trinkschwäche (fehlende Saugkraft) diagnostiziert und wird nun behandel ...

Hallo Biggi,  mein Sohn ist 6 Wochen alt und ich hatte 5 Wochen zu wenig Milch und habe sooo viele Maßnahmen durchgeführt, um die Milch zu steigern. Ich weiß nicht was der Auslöser ist, aber jetzt seit einer Woche habe ich so viel Milch, dass sich mein Sohn schon beim ersten Saugen heftig verschluckt und weint ohne Ende. Ich streiche dann Milch ...

Sehr geehrte Frau Welter, ich habe meinen Sohn am 17.07 diesen Jahres bekommen und will unbedingt stillen. Leider, habe ich jedoch sehr späte meinen Milcheinschuss bekommen (gegen 9./10. Tag). Zu dem Zeitpunkt dachte ich alles wäre gut, aber zu der U3 vor zwei Wochen haben wir entdecken müssen, dass er gerade mal das Geburtsgewicht erreicht hat ...

Hallo 😊 Mein Baby ist 16 Wochen alt, wir hatten von Anfang an Stillprobleme. Sie hat es nie geschafft richtig anzudocken so das wir 6 Wochen lang abgepumpt haben und per Flache gefüttert haben. Da ich es immer wieder versucht habe mit dem anlegen hat es dann nach 7 Wochen mit einem stillhütchen endlich geklappt!  Seit dem stillen wir so, ich h ...

Liebe Frau Welter, mein Sohn kam im August 25 auf die Welt und wird jetzt dann 4 Monate alt. Bei der Geburt hatte er 4 Kilo und bei der u4 zuletzt 7 kg. er wird voll gestillt. Die letzte Woche trinkt er nachts oftmals alle 1,5-2 Stunden. Manchmal auch stündlich  ich weis das sowas normal sein kann aber ich mach mir Gedanken ob meine Milch ...