Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Wie schaffe ich es, das mein Kind ohne Brust schläft?

Frage: Wie schaffe ich es, das mein Kind ohne Brust schläft?

Yel93

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Hallo, ich bin so am verzweifeln. Bin mit meinen Nerven am Ende. Meine Tochter (10 Monate) will ständig an die Brust. Bin aktuell im 4. Monat Schwanger. Seit ich schwanger bin stille ich meine Tochter nur zum schlafen, Tagsüber isst sie normal und gut, Wasser trinken tut sie auch ganz gut. eine Zeit lang habe ich es sogar geschafft, sie nur abends zum schlafen zu stillen und Tagsüber gar nicht. Seit sie zahnt ist sie total anhänglich und schreit allein wenn ich nur kurz weg gehe. Nachts wacht sie 4-5 mal auf und will an die Brust. Wenn ich es Ihr verweigere schreit sie mit ihrer vollen Stimme so laut und weint sie lässt sich anders auch nicht beruhigen. ich gebe ihr dann ganz verzweifelt die Brust aber manchmal nuckelt sie 1 Stunde und lässt gar nicht mehr los. ich möchte auch nicht das sie bei uns im Bett schläft daher tuhe ich sie immer in ihr Bett wenn sie dann eingeschlafen ist. doch nach 1-2 Stunden ist sie wieder wach und landet wieder bei mir im Bett. ich kann einfach nicht mehr seit Monaten schlafe ich kaum und laufe immer tod müde rum. Tagsüber schläft sie auch nicht viel :(((( Danke schonmal für die Antwort


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Liebe Yel93, das Verhalten deiner Kleinen an sich ist absolut normal und natürlich. Und sie weiß ja auch nicht um deine Schwangerschaft oder davon, dass du müde und erschöpft bist.... Es ist prinzipiell einfach zu früh dafür, von deiner Tochter zu erwarten, dass sie ohne Hilfe einschläft. Wenn du ihr die Brust nicht mehr geben magst, was dein gutes Recht ist, dann braucht es Ersatz. Meist ist das wirklich deutlich aufwendiger - die Kleinen protestieren lautstark (klar, sie kennen ja die einfachere Lösung und verstehen nicht, warum die jetzt nicht mehr klappen soll) und müssen sich - liebevoll begleitet - erst an neue Rituale und Ersatzbefriedigungen gewöhnen. Generell wäre es wohl wirklich das einfachste, die Maus direkt bei dir im Bett zu lassen. Wenn dann das neue Baby kommt, könnte die Große zwischen Papa und Mama liegen, während das Baby zwischen Mama und Wand liegt. So bekommen die Kleinen die nötige Körpernähe, und die Großen schlafen in der Regel deutlich besser, als wenn sie ständig aufstehen müssen. Dann gilt es vor allem: Durchhalten und liebevoll begleiten. Die Verzweiflung des Babys, das nicht mehr an die Brust darf, ist ja authentisch und sollte daher nicht bestraft werden durch Alleinlassen oder gar Anschreien oder Schütteln. Mit Einfühlungsvermögen und Geduld - vielleicht auch einer dritten Person (z.B. des Papas), sollte das Kleine nach ein paar Nächten nicht mehr so lange und oft schreien. Gern empfehlen wir die so genannte Pantley-Methode. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Und folgender Link enthält ebenfalls viele gute Informationen und Tipps, die euch hoffentlich weiterhelfen werden: https://www.still-lexikon.de/nachts-abstillen/ Ich drücke euch fest die Daumen!! Lieben Gruß, Kristina


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