Tirolerin
Liebes Beratungsteam, Ich muss leider krankheits- und medikamentenbedingt heute Nacht abstillen. (Lungenentzündung, Paracodin) Mein Baby (9 Mo) hat nur mehr zum Einschlafen, nachts und beim Aufwachen die Brust bekommen. Wie können mein Mann und ich das am besten bewältigen? Das kommt doch sehr überraschend. Vielen lieben Dank Eine Tirolerin
Liebe Tirolerin, warum muss den abrupt abgestillt werden? Leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Bei therapeutischen Empfehlungen oder der individuellen Beurteilung des Medikamentenrisikos während der Stillperiode sollten definitiv Handbücher zu diesen speziellen Thema (z.B. „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Schaefer und Spielmann) oder eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie wie zum Beispiel das Institut für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin hinzugezogen werden. Sollte der Arzt sich nicht sicher sein, kann und sollte er sich bei der Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie in Berlin Tel.: 030 450-525700 erkundigen. Das Team um Dr. Ch. Schaefer hat dort einen speziellen Beratungsdienst für Ärzte zu Medikamentenfragen und Fragen zu Diagnoseverfahren in Schwangerschaft und Stillzeit eingerichtet. Ansonsten ist es auch für deine Brust besser, wenn Du nicht so plötzlich abstillst, sondern langsam eine nach der anderen Stillmahlzeit ersetzen würdest. Wenn Du abstillen möchtest, dann bleibt dir nichts anderes, als dein Baby zu trösten und abzupumpen. Du solltest auf alle Fälle ausstreichen oder abpumpen, sobald die Brust spannt. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Danach kannst du die Brust kühlen. Die Erfahrung zeigt, dass es beim Abstillen hilfreich sein kann, wenn die Frau den Salzkonsum einschränkt. Keinesfalls einschränken solltest du deine Trinkmenge. Du solltest dich weiterhin nach dem Durstgefühl richten. Ehe sich die Milchmenge durch eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr vermindern würde, bekämst du massive Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen. Die Empfehlung die Trinkmenge zu reduzieren gehört wirklich endgültig in die Mottenkiste der nicht ratsamen Tipps. Es gibt auch andere naturheilkundliche und homöopathische Mittel, um den Abstillprozess zu unterstützen, wenn du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder eine Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi
Tirolerin
Liebe Biggi, Vielen lieben Dank für die rasche Antwort! (Ich hatte im Vorfeld ja bereits geklärt, dass die anderen Medikamente (Antibiotikum Clavamox & schleimlösendes Hustenmedikament Inhaltsstoff Acetylcystein) stillverträglich sind. Nur bei Paracodin (nächtlicher Hustenstiller) kam ein 'Nein' von meiner Hausärztin und die Info auf embrotox.de war nicht eindeutig.) Ich habe dann gestern abend nach deiner Antwort noch mit einer lokalen LLL Beraterin, die auch Ärztin ist, Kontakt aufgenommen. Sie konnte mir eine konkrete Anleitung zum Stillen mit Paracodin geben und bei welchen Symptomen meines Babys ich notfalls aufhören müsste. Ich habe folgenden Ansatz gewählt: Ich stille abends vor der Medikamenteneinnahme und in der Früh das erste Mal. (Für 2-3 Tage mit Mundschutz, um die Bakterien nicht weiterzugeben.) Die 'Still-Nachtschicht' hat mein Mann übernommen, bewaffnet mit ganz viel Liebe, Musikmobile, Schnuller, Wasserflasche und notfalls Milchflasche. Ich schlafe auf der Couch. Damit fallen weniger Stillmahlzeiten weg und die Umstellung ist für meine Brust einfacher. Jetzt kann ich mich gut erholen und nach meiner Krankheit habe ich die Wahl, ob ich das nächtliche Stillen wieder aufnehme. Ohne Beratung wär ich sicher nicht auf diese Idee gekommen. Viele Grüsse und Danke nochmals!
Liebe Tirolerin, ich freu mich so und danke dir herzlich für die Rückmeldung :-). Schön, dass Du Hilfe gefunden hast! Ich wünsche dir möglichst eine schnelle Besserung, ich freu mich wirklich über deine Zeilen!!!! Biggi
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