Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen nachts noch notwendig

Frage: Stillen nachts noch notwendig

Maria Buntspecht

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Liebe Frau Welter, Erst mal wollte ich kurz sagen, das Forum ist echt Top! Während der Anfänge des Stillens habe ich hier so viel nachgelesen ( und viel hilfreiches gefunden) und schwups nun ist mein Sohn schon fast 10 Monate alt:-) Das Stillen hat bisher immer prima geklappt. Seit dem 6. Monat haben wir mit Beikost anfangen und eine Stillmahlzeit nach der anderen durch Brei ersetzt. Mittlerweile isst mein Kleiner auch schon richtig gut mit seinen Fingern, was bedeutet, er bekommt nun seit gut 3 Wochen morgens bissl Butter Brot und Obst Stückchen. Sein Essens Plan sieht nun wie folgt aus: Morgens 8 halb 9: halbe Scheibe Butter Brot und bissl Obst danach wird er noch gestillt. Meiner Meinung nach kommt aber echt wenig Milch und ich bin mir auch nicht sicher ob er das Hunger technisch unbedingt bräuchte. Zwischenmahlzeit 11 Uhr: ca. 160 Gramm Obst Mittag 12.30 Uhr: 220 Gramm Gemüse Kartoffel Fleisch Brei und bissl Obst Nachmittags ca. 15 Uhr: Getreide Obst Brei Abends 18 Uhr:Milch Getreide Brei mit Obst(200 ml Kuh Milch) Stillen meist noch gegen 24, 3 und 6 Uhr und eben morgens um 9 nach dem Brot Frühstück Jetzt meine Frage. Ist das nächtliche stillen überhaupt noch notwendig? Kann das Hunger sein? Oder könnte ich hier auch versuchen ihm das abzugewöhnen? Gleiches gilt für das morgendliche Stillen. Ich habe eh das Gefühl es kommt nur noch sehr wenig Milch und irgendwann so in ein zwei Monaten würde ich schon gerne Abstillen. Da mein Kleiner echt Spaß am Essen hat und auch gerne unser Essen isst, denke ich nicht dass er arg traurig sein wird :-) Haben Sie mir vielleicht ein paar Tipps? Wie lange noch stillen, wie am besten aufhören etc. !? Ich freue mich über Ihre Rückmeldung! Liebe Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Maria Buntspecht, DANKE für das nette Lob :-). Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die auch mit 12 Monaten noch nicht so weit sind. Leider hilft das Abstillen meist nicht, dein Kind würde trotzdem aufwachen und Du musst es dann auf andere Weise beruhigen und herumtragen oder Flasche kochen. Das Buch von William Sears, "Schlafen und Wachen", dass es z.B. über La Leche Liga Deutschland zu kaufen gibt, kann hier tatsächlich hilfreich sein. Nicht, dass es große Auswege aufzeigen würde, aber es erklärt, warum das so ist mit unseren Babys, und warum das auch ok ist. Allein das Wissen kann eine Mutter schon beruhigen, und ihr den Stress nehmen, sie hätte ihrem Kind etwas Verkehrtes antrainiert. Du kannst es aber auch einfach mal probieren und Deinem Kind in der Nacht Wasser anbieten, vielleicht klappt es ja! Du wirst schnell merken, ob Dein Kind schon soweit ist! Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl stillen.de (Still und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


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