Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Sorge dass die Milch nicht reicht

Frage: Sorge dass die Milch nicht reicht

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Hallo! Nun ist mein kleiner "Sonnenschein" schon 3Monate und 5Tage. Ich stille nun seit 1,5 Monaten voll. Ich finde es prima das das jetzt so gut klappt und mein kleiner und ich so glücklich damit sind. Mein Baby ist richtig schön proper und trinkt meist aus der Flasche da ich wieder Halbtags arbeite und abpumpe. Nun mache ich mir aber immer zu sorgen das wenn er bald mehr möchte (momentan 6x 120ml, mehr nicht da er sonst viel spucken würde) und ich mit dem MuMi nicht auskomme. Ich schlafe immer nur 2Std. da ich genug abpumpen möchte und mache mir halt immer Sorgen. Ist es denn so schlimm wenn ich ihn mal mit Pre-Milch füttere. wichtig ist doch das er satt wird oder? Ich möchte da auch ganz locker dran gehen und mich nicht verkrampfen. Das stresst ja dann auch nur und das ist nicht fördernd fürs stillen. Ich lasse ihn ja auch an die Brust wenn er mehr möchte, nur dann mache ich mir dann noch mehr Sorgen das es für den morgigen Tag nicht mehr reicht wenn ich arbeite. Er schläft eigentlich Nachts gut durch, ca. 6std. und ich pumpe alle 2Std und bin dann super müde auf der Arbeit.


Biggi Welter

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Liebe Baxowa, selbst wenn Ihr Baby mehr Milch braucht, können Sie die Milchmenge durch vermehrtes Abpumpen oder Stillen wieder steigern. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Wenn Sie das nicht möchten, können Sie natürlich auch Ersatzmilch geben. Verwenden Sie am besten Pre-Milch, die Erklärung ist ganz einfach: Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Wenn Sie sich die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschauen, dann können Sie sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 - was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: · Säuglingsanfangsnahrung · Folgenahrung · Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).


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Danke für die schnelle Antwort. Nun aber nochmal, ich möchte mein Kind voll stillen. Das gelingt mir nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile ziemlich gut, trotz Arbeit 5x die Woche. Darüber bin ich sehr froh. Ich mache mich nur total fertig um genügend für den nächsten Tag abzupumpen, und frage mich ob das nicht kontraproduktiv ist. Schließlich stille ich sehr gerne und genieße die Zeit mit meinem Sohn sehr, nur ich denke ich bin sehr verkrampft! Ich bin ziemlich organisationssüchtig und möchte das alles so läuft wie ich es plane. Was mich dann wieder dazu bringt das ich mir sorgen mache das die Milch nicht reicht. Ich sehe ja wie gut die MuMi meinem Sohn tut und wie wichtig das stillen ist. Da ich nunmal arbeiten muss, möchte ich das wenigstens ein bißchen damit ausgleichen das ich nur das beste für meinen Sohn also MuMi zur Verfügung habe. Nun hat er ja nicht immer den selben hunger, mal mehr mal weniger und mit dem Wachstumsschüben dann ja noch mehr. Meine Mutter meint, dann soll ich halt wenn es mal nicht reicht mal PreMilch geben. Und das ist meine Frage, ist es ok wenn er mal, also nur im Notfall wenn ich arbeiten bin und die MuMI nicht reicht er PreMilch bekommt? Als ich ihn anfangs zugefüttert hatte, hatte er koliken durch die Flaschenmilch worauf die Kinderärztin meinte nur noch Brust. Es klingt zwar einfach, aber es ist nicht immer so. Bis jetzt läuft alles prima, nur ich mache mir jetzt schon gedanken was wenn er mehr möchte.


Biggi Welter

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Liebe Baxowa, wie schon geschrieben, sicherlich können Sie Ihrem Baby auch PreMilch geben, wenn Sie das möchten. Bitte bleiben Sie auch bei dieser, die Erklärung ist ganz einfach: Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. LLLiebe Grüße Biggi


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Danke für die schnelle Antwort. Nun aber nochmal, ich möchte mein Kind voll stillen. Das gelingt mir nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile ziemlich gut, trotz Arbeit 5x die Woche. Darüber bin ich sehr froh. Ich mache mich nur total fertig um genügend für den nächsten Tag abzupumpen, und frage mich ob das nicht kontraproduktiv ist. Schließlich stille ich sehr gerne und genieße die Zeit mit meinem Sohn sehr, nur ich denke ich bin sehr verkrampft! Ich bin ziemlich organisationssüchtig und möchte das alles so läuft wie ich es plane. Was mich dann wieder dazu bringt das ich mir sorgen mache das die Milch nicht reicht. Ich sehe ja wie gut die MuMi meinem Sohn tut und wie wichtig das stillen ist. Da ich nunmal arbeiten muss, möchte ich das wenigstens ein bißchen damit ausgleichen das ich nur das beste für meinen Sohn also MuMi zur Verfügung habe. Nun hat er ja nicht immer den selben hunger, mal mehr mal weniger und mit dem Wachstumsschüben dann ja noch mehr. Meine Mutter meint, dann soll ich halt wenn es mal nicht reicht mal PreMilch geben. Und das ist meine Frage, ist es ok wenn er mal, also nur im Notfall wenn ich arbeiten bin und die MuMI nicht reicht er PreMilch bekommt? Als ich ihn anfangs zugefüttert hatte, hatte er koliken durch die Flaschenmilch worauf die Kinderärztin meinte nur noch Brust. Es klingt zwar einfach, aber es ist nicht immer so. Bis jetzt läuft alles prima, nur ich mache mir jetzt schon gedanken was wenn er mehr möchte.


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