Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Sehr viel Milch und schläfriges Kerlchen

Frage: Sehr viel Milch und schläfriges Kerlchen

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Liebe Biggi, mein Sohn ist morgen genau 2 Wochen alt und immer noch sehr schläfrig. Er trinkt eine Brust kräftig leer und wird dann müde. Auch wickeln, anpusten, waschen,frisch anziehen usw. nützt leider wenig. Die zweite Seite wird nur noch wiederwillig "gekostet" und er schläft am Busen ein. Lege ich ihn in sein Bett wacht er auf und weint. Sollte er jedoch weiterschlafen kommt er nach 1,5 Std. schon wieder weil er natürlich Hunger hat. Auch Anzeichen von Bauchschmerzen sind abends noch dabei. Das andere "Ärgerniss" ist daß er zwar die Ansaugphase hat, aber aufhört zu schlucken sobald die Milch läuft. Da ich sehr viel Milch habe, sitze ich meistens da wie eine getaufte Maus. Sollte ich deiner Meinung nach etwas Salbeitee trinken um die Menge zu reduzieren? Momentan erinnern mich unsere Stillpausen immer an die Druckbetankung der AirForce One ;-) Vielen Dank Simone


Biggi Welter

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? Liebe Simone, es klingt so, als ob Du einen recht starken Milchspendereflex hast, daran lässt sich allerdings nicht unbedingt etwas mit Salbeitee ändern. Damit dein Baby mit dem starken Milchspendereflex besser zurecht kommt, kannst Du die folgenden Tipps ausprobieren: Nimm das Baby von der Brust sobald die Milch zu fließen beginnt (leg Dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und stille erst nach ein bis zwei Minuten weiter, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg-auf-Stillen“. Dazu hältst Du Dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als Deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du Dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du Dein Baby von unten mit zwei Kissen in Deinem Schoß und lehnst Dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. - biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg-auf-Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) - lass das Baby oft aufstoßen. - vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Dein Sohn muss auch keineswegs immer an beiden Brüsten trinken, es gibt Kinder, die nach einer Seite satt sind und es ist vollkommen normal, dass ein kleines Baby nur zwei Stunden Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten (jeweils vom Beginn des letzten Anlegens bis zum Beginn des nächsten Stillens gerechnet) liegen. `SattA lässt sich nicht zwingend daran fest machen, dass das Baby schläft. Gerade bei kleinen Babys ist natürlich schon häufig so, dass sie beim Stillen entspannt einschlafen, aber das muss nicht sein und schon gar nicht muss das Baby dann weiterschlafen, wenn es aus den Armen der Mutter in ein Bett gelegt wird. Sehr viele schlafende Babys reagieren ungemein ungehalten auf Lageveränderungen und schrecken auf, wenn sie vom Arm ins Bett gelegt werden. Eine jede Lageveränderung reizt das Gleichgewichtsorgan im Ohr und kann dazu führen, dass das Baby aufwacht. Wenn ein Baby liegend (an der Brust) einschläft und liegen bleiben kann, die Lageveränderung also wegfällt, sind die Chancen, dass es weiterschläft erheblich besser. Möglicherweise wird das Kind auch wach, weil das Bett kälter ist als der Körper von Mutter oder Vater. Diese Temperaturunterschiede können ebenfalls zum Aufwachen führen. Hier hilft es, das Baby in eine Decke zu wickeln und in die Decke eingewickelt hinzulegen. Auch der Kopf sollte in der Decke liegen, denn selbst ein vorgewärmtes Bett hat eine andere Temperatur als Mamas (oder Papas) Körper. Dazu kommt: Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ein Baby weint, wenn es abgelegt wird. Ein Tragetuch kann da wie ein Zaubermittel wirken. Dein Baby kann deine Nähe spüren, es wird sich an deinem Körper beruhigen, die Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Du hast mindestens eine Hand frei (und auch deinen Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um andere Dinge zu tun. Versuchs einmal. Eine Autorin nennt dies so schön `Perspektive teilenA. Das Tragetuch ermöglicht es dem Kind, am Leben der Familie problemlos teilzunehmen und mit Ihnen die Perspektive zu teilen. Lass dir mal zeigen, wie ein Tragertuch gebunden wird. Tucherfahrene Frauen findest Du in fast jeder Stillgruppe und es wäre überhaupt ein guter Gedanke einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen. Neben vielen nützlichen Tipps bekommst Du dort auch moralische Unterstützung. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi


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