Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, mein Sohn ist jetzt 7 Monate alt und ich möchte ihn gern Abstillen. Leider ist das doch problematischer als ich gedacht habe. Ich habe mal gelesen, dass der günstigste Fall, um erfolgreich abzustillen, der ist, wenn das Kind nach etwas anderem verlangt, aber das ist bei Luca nicht der Fall. Ich habe schon einiges ausprobiert, besonders die Milch aus der Flasche ist am schwierigsten. Selbst mit Muttermilch aus der Flasche ist die Trinkerei sehr mühsam. Ich habe in der gesamten Stillzeit nur 1x abgepumpt und ihm die Milch aus der Flasche gegeben. Da war er 2,5 Monate alt und es ging ohne Probleme. Jetzt habe ich es wieder probiert, aber es klappt einfach nicht mehr. Selbst, wenn mein Mann ihm die Flasche gibt und ich sogar aus dem Raum gehe, nimmt er es nicht. Ich habe mit Milumil 2 angefangen, aber mittlerweile habe ich gelesen, dass das gar nicht so gut wäre. Wie schaffe ich es nur, ihn an die Flasche zu gewöhnen?. Das Abpumpen ist auch nicht so einfach, denn mittlerweile hat sich Angebot und Nachfrage so eingestellt, dass ich nicht mehr so viel Milch übrig habe zum Abpumpen. Ich weiß, wenn ich das regelmäßig mache, dann ist auch mehr Milch da, aber dann ist meine Brust riesig. Zudem wollte ich gern, dass er abends die Flasche nimmt, weil ich gern mal wissen möchte, ob er mit Folgemilch vielleicht durchschläft. Des Weiteren würde ich auch gern mal wieder weg gehen und was das Essen betrifft, wieder etwas mehr Freiheit haben. Seit er auf der Welt ist, bin ich ja nun immer diejenige gewesen, die ihn ins Bett bringt, weil er kurz vorher immer trinkt. Das ist mittlerweile mühsam und ich wünschte mir manchmal, es gänge auch anders. Mit Beikost habe ich Mittags angefangen, aber auch das ist schwierig. Am liebsten hat er seine Brust. Ich weiß, dass das nicht von heute auf morgen geht und man viel Geduld braucht, aber ich hätte meine Brust nun auch mal wieder für mich. Können Sie mir vielleicht noch ein paar Tipps geben? Ich bin manchmal echt am verzweifeln, weil es nicht mal ein kleines Erfolgserlebnis gab. Besten Dank für Ihren Rat Lg Sandra & Luca
Liebe Sandra, die Fähigkeit längere Zeit am Stück zu schlafen ist unabhängig von der Ernährung. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Natürlich können Sie trotzdem abstillen. Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab.Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt "Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: o die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrössen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern o geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden. Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. LLLiebe Grüße Biggi
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