Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Plötzlich drastisch wenig Milch

Frage: Plötzlich drastisch wenig Milch

SofiaSaphir

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Liebe Biggi Mein kleiner Sohn ist 5.5 Monate und wird bis jetzt immer gestillt. Seit ca. 5 Tagen ist er extrem quängelig und er war tatsächlich 3 Tage krank. Als er krank war, war er in der Nacht ein wenig faul zu trinken. Er riss die „Hahne“ auf, bis die Milch floss, dann liess er los oder trank nur 10 Sekunden. Ich denke, das ist der Grund, wieso ich heute plötzlich keine Milch habe. Er will ständig trinken, keine Milch kommt aber raus. Wenn er alle 3 Stunden trinkt, kommt natürlich Milch raus, aber gegen Abend will er alle 1.5h trinken, aber leider setzt sich der Milchspendereflex ein, die Milch will aber nicht kommen. Ich nehme heute auch 3 mal Geissrautenkraut, aber so schnell bessert sich nichts :-( In den letzten Monaten kämpfte ich aber immer wieder mit der Milch, damit genug Milch kommt. Ständig höre ich nur „hab Vertrauen, hab Vertrauen. Die Milch verschwindet nicht einfach so. Die kommt wieder. Dann hat der Kleine ein wenig Hunger“. Nun zu meinen Fragen: 1. Ich kann nichts essen, was Milchprotein beinhaltet. Wie muss ich mich ernähren, damit der Körper genug Milch produziert? Ich habe ausserdem Thalassämie. Ist das der Grund, wieso die Milch nicht so wie bei anderen Damen schön fliesst? 2. Die Methode Wechselstillen funktioniert bei meinem Sohn leider nicht. Wenn keine Milch kommt, saugt er nicht mehr und weint. Was kann ich selber machen, damit mehr Milch kommt? 3. Mein Milchspendereflex hat sich im 5. Monat extrem verschlechtert. Es dauert ewig, bis der sich einsetzt. Der Kleine ist manchmal ungeduldig und heult schon los. Was kann ich machen, damit der wieder schneller kommt? Besten Dank und liebe Grüsse Sofia


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Sofia, die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Schluckt denn dein Sohn beim Trinken über mehrere Minuten? Wenn ja, dann wird der Reflex schon ausgelöst, aber du spürst ihn eben nicht mehr so stark wie bislang. Es ist durchaus normal, dass sich das nach einigen Wochen einpendelt und dabei nicht mehr so deutlich zu spüren ist. Wenn er allerdings zu Beginn zappelt, kann es schon sein, dass der Reflex nicht sofort ausgelöst wird. Du kannst mal schauen ob es besser wird, wenn du vor Stillbeginn eine warme Auflage auf die Brust legst (z.B: ein kleines Kirschkernsäckchen). Oder du probierst die Brustkompression aus (siehe unten)... Manchmal hilft es, das Kind zu stillen und dabei z.B. auf einem Gymnastikball zu sitzen, so dass du dich dabei bewegen kannst. Diese Bewegungen beruhigen sowohl dich als auch deinen Kleinen. Wenn Du bisher ausreichend Milch hattest, wird nicht Deine Erkrankung schuld sein, wobei ich es natürlich nicht ausschließen kann. Kann es sein, dass Dein Baby während seiner Krankheit einen Schnuller oder die Flasche bekommen hat? Wenn ja, kann es sein, dass Dein Baby saugverwirrt ist. Eine Saugverwirrung lässt sich leider nie ganz ausschließen, auch nicht bei einem älteren Stillkind und auch nicht, wenn es vorher unter Umständen monatelang gut gegangen ist. Nun kann ich aber weder dich noch dein Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und dir auch nichts zeigen. Deshalb möchte ich dich zu allererst ermutigen, nach einer Stillberaterin in eurer Nähe zu schauen. "Nah" kann auch 1 Stunde entfernt sein - es lohnt sich allemal!! Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis dahin würde ich keinen Schnuller und keine Flasche geben, wenn Du zufütterst, dann mit einer alternativen Fütterungsmethode. Eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Wenn Du magst, können wir gerne auch miteinander telefonieren! LLLiebe Grüße Biggi


SofiaSaphir

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P.s.: ich war in der Apotheke und man sagte mir, ich soll keine Sorge machen. Alle 10min gibt es einen Milcheinschuss, die Grenze nach oben ist somit nicht gesetzt. Das Baby kriegt immer genug Milch. Das stimmt bei mir aber nicht. Nach 10min setzt sich schon ein neuer Milchspendereflex ein, die Milch kommt aber eben nicht :-(((


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