Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nächtliches Stillen

Frage: Nächtliches Stillen

Jüli267

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Hallo, mein Sohn ist jetzt 6 Monate. Bis auf ein halbes Glas Mittagsbrei, stille ich ihn und es fühlt sich so an, als würde ich nie davon los kommen. Es war schon ein Kampf eine stillmahlzeit zu ersetzen, ohne das meine Brust platzt aber darüber hinaus funktioniert es nicht. Nachts wird er bis zu 12x wach und lässt sich nur durch Stillen beruhigen. Das ist nicht mehr schön und ich funktioniere nur noch wie ein Zombie am Tag. Wie komm ich davon los? Die Flasche und den Schnuller will er nicht. Und das Ganze geht schon sehr sehr sehr lange so! Ich kann nicht mehr LG Julia


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Julia, selbst wenn Du jetzt abstillen würdest, würde Dein Baby wahrscheinlich nicht besser schlafen, denn es wacht nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern braucht Nähe und Geborgenheit. In der Nacht wird all das Erlebte des Tages aufgearbeitet und an der Brust kommt das Baby dann schnell wieder zur Ruhe. Hast du es mal mit dem "Kinn-Trick" probiert? Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... Das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden :-) Wichtig ist auch, dass Du Dir wirklich Hilfe holst, damit Du auch tagsüber mal ausruhen kannst. Wenn Du völlig erschöpft bist, kann Dir der Arzt eine Haushaltshilfe zur Seite stellen, vielleicht findest Du auch einen Babysitter, der Dein Baby herumträgt, damit Du mal ausruhen kannst. Ganz sicher wird diese Phase vorbei gehen, aber hole Dir wirklich Hilfe und Unterstützung. Es tut mir leid, wenn ich Dir nicht mehr helfen kann, ich hoffe, Du bist nicht enttäuscht von meiner Antwort. Lieben Gruß Biggi


Dragon88

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Hallo, ich kenne das nur zu gut. Wir hatten ab Januar das gleiche Problem. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sich in diesem Alter viele neue Verknüpfungen im Gehirn des Babies bilden, was für das Baby sehr anstrengend ist. Außerdem braucht das Baby in solchen Phasen deutlich mehr Kalorien und Nähe... Und es ist nun einmal so, dass 100 g Muttermilch mehr Kalorien haben als 100 g Brei. Milch sollte deshalb im 1. Lebensjahr die Hauptnahrung bleiben. Wie heißt es so schön, "Food under one is just for fun!". Wer sich das mit dem Mahlzeiten ersetzen ausgedacht hat, kann ich deshalb nicht verstehen... Wahrscheinlich die Industrie... Mir ging es damals wie dir. Obwohl ich eigentlich mindestens 1 Jahr stillen wollte, war ich damals aus Verzweiflung kurz davor komplett abzustillen und die Flasche zu geben... Außerdem musste ich feststellen, dass Beikost aufzwingen nur das Gegenteil bewirkt. Gib deinem Kind das was es essen möchte. Es weiß am besten was es braucht. Wenn du dir und deinem Kind Druck damit machst, wird dein Baby dagegen ankämpfen, weil es Angst hat, du verweigerst ihm die Brust. Nicht jedes Baby ist mit 6 Monaten schon zum Essen bereit. Ich habe letztendlich ca. 9 Monate fast voll gestillt und hätte mir viel Ärger und Sorgen ersparen können, wenn ich mich von anderen nicht hätte verrückt machen lassen! Wir haben dann Fingerfood gegeben. Jetzt ist sie 11 Monate alt und fängt an am Familientisch mitzuessen. 3 Mahlzeiten, den Rest stille ich eben noch und gut. Bei uns hat es damals geholfen tagsüber öfter zu stillen. Ich habe ihr dann tatsächlich alle 2 Stunden die Brust angeboten. Nachts ist es dann nach ein paar Tagen langsam wieder besser geworden. Wahrscheinlich weil ich ihr Bedürfnis nach Nähe, Nahrung und Saugen tagsüber besser erfüllt habe. Nachts ist sie zwar noch eine ganze Weile öfter aufgewacht, aber kurz die Hand auflegen oder ein "Alles gut, schlaf weiter" hat dann zumeist zum Weiterschlafen gereicht. Was für euch funktioniert, musst du natürlich selbst ausprobieren. Aber ich wünsche dir, dass diese schwierige Phase auch bei dir bald wieder vorbei ist! LG


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