Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn ist jetzt 7 Monate alt und wird bis auf etwas Mittagsbrei noch voll gestillt. Das Problem ist, dass er nachts viell. 80% seiner Nahrung zu sich nimmt, da er tagsüber einfach zu zappelig ist.Das dauert nun schon mind. 2 Monate. Für eine Phase ist das doch zu lang, wie schaff ichs, dass er wenigstens den Großteil tagsüber zu sich nimmt? Vielen Dank!
Kristina Wrede
Liebe Susanne, Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25% ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Und auch eine Flasche oder ein Brei am Abend sind keine Garantie für lange Schlafphasen in der Nacht. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die eben noch nicht so weit sind - auch wenn die Umgebung meint, sie sollten es sein. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Außerdem ist das Stillen ja nicht nur reine Nahrungsaufnahme sondern viel mehr, so dass es sich keineswegs mit einer nächtlichen Flasche gleichsetzen lässt. WIchtig ist nur, was für Euch ok ist. Wenn du mit dem nächtlichen Stillen klarkommst (und ja, es IST unangenehm, wenn man als Mama nie durchschlafen kann...), dann mach einfach weiter wie gehabt und "schenke" ihm noch ein wenig Stillzeit. Für ihn sind 2 oder 3 Monate eine halbe Ewigkeit, für dich werden sie schnell vergangen sein. Und sie machen definitiv einen Unterschied! Herzlichen Gruß, Kristina
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