EllenKa
Nach der Nacht auf den Sonntag, muss ich mich einfach noch einmal an euch wenden. Er kommt nachts immer öfter. Nun gut. Das ist dann so. Ok. Aber diese Nacht war wirklich extrem. Normalerweise nuckelt er und schläft wieder ein. Diesmal aber kam es mir immer wie eine Stunde vor, die er trank oder nuckelte. Er schläft bei mir. Im Liegen ist es aber auch für mich anstrengend, da ich nicht einen allzu großen Busen habe muss ich mich schon leicht krumm machen und meine Matratze ist wirklich schrecklich. Morgens wache ich also nicht nur müde, sondern auch manchmal mit extremen Rückenschmerzen auf. In der benannten Nacht war es dann auch noch so, dass ich dazu starke Unterleibsschmerzen verspürt habe. Das erste Mal seit der Geburt. (Periode hat noch nicht wieder eingesetzt) Wenn ich nachts auf Toilette muss, muss ich mitnehmen (!!!) weil er sonst bitterlich weint, wenn ich das Zimmer verlasse. Ich fühl mich im wahrsten Sinne des Wortes ausgenuckelt. Was ist denn da bloß los? Kann es denn sein, dass es mit seinen 9 Monaten am Fremdeln, am Verarbeiten, an der körperlichen Weiterentwicklung etc. liegt und er „nur“ deswegen wieder so viel Brust braucht? Einen Schnuller nimmt er nicht. Ich habe es vor zwei Wochen wieder versucht. Ohne Erfolg. Sonst könnte er so saugen und ich ihm die körperliche Nähe in einer anderen Position geben. (Wenn er sonst auf meinem Bauch lag und geschunkelt wurde, war alles gut) Ich weiß gerade einfach nicht weiter. Bin ein wenig am Limit. Kann es vielleicht auch sein, dass die Milch weniger wird und er das merkt und von daher öfter kommt??? Wenn sowas ein paar Nächte ist, ist es ja noch ok. Mittlerweile baue ich aber wirklich eine innere Anspannung auf, die er eindeutig spürt! Ein Teufelskreis will ich nicht ins Rollen bringen. Nach so einer Nacht nehmen wir uns eine RIESEN Auszeit. Ganz viel Spielen, Nähe, Couch ausfahren… Mir fehlt gerade wirklich ein klarer Gedanke oder eine Idee. Auch tagsüber bringt mich sein Gemuffel (sonst war er immer so easy, auch jetzt eigentlich) total schnell in Hektik. Bzw. lässt mich innerlich einfach ganz schnell unruhig werden. Sonst war ich gelassener. Was kann ICH tun um wieder gelassener zu sein? Viele Frage und ein Kuddelmuddel. Ich hoffe ihr habt irgendwie einen Tipp. Lieben Dank. (Tagsüber isst er wirklich ausreichend an Beikost)
Liebe EllenKa, ja, dein Baby ist im typischen Fremdelalter und die meisten Mütter kommen im Alter deines Babys an ihr Limit. Dein Kind beginnt jetzt ganz bewusst zwischen fremd und bekannt zu unterscheiden und lernt nun auch sehr deutlich, dass es ein eigener Mensch ist. Dies kann für das Kind sehr aufregend und verunsichernd sein und dann will es natürlich nicht alleine sein, schon gar nicht, wenn es sich in den Schlaf fallen lassen soll und damit ja auch das letzte bisschen Kontrolle abgeben muss, das es in seiner Welt hat. Wichtig ist, dass DU dir jetzt Hilfe suchst und dir kleine Nischen suchst, damit Du selbst bei Kräften bleibst! o nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... o Vielleicht findest einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. o Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. o Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menus kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. o Eine Möglichkeit für die Nacht ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. o Schau nach vorne. Die anstrengende Zeit wird vorübergehen. Auch dein Kind wird älter und reifer werden und nicht mehr soooo viel Aufmerksamkeit brauchen. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese "gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken und auch zu einem ruhigen Gespräch und Nähe mit deinem Mann. Vergiss dich selbst nicht: Gönne dir etwas Gutes, dann lassen sich so anstrengende Phasen leichter überstehen. Ich hoffe, Du bist diesmal nicht enttäuscht von meiner Antwort, ich habe leider keinen besseren Tipp, wie dein Kind besser schläft. LLLiebe Grüße Biggi
EllenKa
Liebe Biggi, nein ich bin nicht enttäuscht, im Gegenteil. (Ich wende mich ja noch einmal an euch, weil ich eure Arbeit toll finde ;)) Wie er "besser schläft": Ein Patentrezept wäre sicherlich toll ;) aber natürlich gibt es das nicht. Es ist schon ok so und er macht das toll. Wenn ich bedenke was die kleinen Mäuse da alles verarbeiten müssen... Seit heute zeiht er sich in den Stand. Das ist ja anscheinend wirklich oft so: anstrengende Phase und dann kommt was Neues :) Und ich kann mich als Mama dann daran erfreuen :) Danke für die Tipps! Es ist gut sich das noch einmal bewusst zu machen. Danke. (Auch wenn der Mann dazu fehlt ;)) Einen sonnigen Tag euch! Lieben Gruß!
EllenKa
achso: was ich dazu aber gerne wissen würde: Kann es zu Unterleibsschmerzen kommen, weil es wieder ungewohnt viel ist an Stillen? Kündigt sich die Periode an? Oder neigt sich da vielleicht doch was dem Ende zu? Wie lange könnte man eingentlich stillen, wenn man nur einmal am Abend stillt?
Liebe EllenKa, es kann gut sein, dass deine Periode im Anmarsch ist, manche Frauen klagen auch tatsächlich über Schmerzen, wenn sie wieder viel mehr stillen. Warte einfach mal ein paar Tage ab und wenn es nicht besser wird, lass vom Arzt nachsehen. LLLiebe Grüße, Biggi
EllenKa
Danke dir, Biggi! Nach Abwarten stellt sich nun heraus: Ja. Sie ist im Anmarsch. Lieben Gruß.
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