Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter ! Seit gut 2 Monaten leide ich unter einer Schleimbeutelentzündung im Knie. Mein Orthopäde meint solange ich stille könnte man nichts machen außer Quarkwickel. Jetzt habe ich in Eigenregie schon Wochenlang mit Traumeel Salbe + Tabletten, Retterspitzwickel und Arnika versucht die Entzündung in den Griff zu kriegen, aber nichts schlägt an. In der Apotheke haben sie mir gestern Dolgit Mikrogel empfohlen, allerdings steht in der Anleitung auch das man es während der Stillzeit nicht nehmen darf... Muß ich wegen so einer "doofen" Entzündung abstillen ?? Mein Sohn ist heute 7 Monate alt geworden und wir fangen gerade an mit Beikost. Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr, habe noch einen älteren Sohn und einen Hund und kann weder richtig laufen noch Autofahren mit dem dicken Knie. LG Carina
Liebe Carina, leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Bei therapeutischen Empfehlungen oder der individuellen Beurteilung des Medikamentenrisikos während der Stillperiode sollten definitiv Handbücher zu diesen speziellen Thema (z.B. "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Schaefer und Spielmann, 6. Auflage 2001) oder eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie wie zum Beispiel das Institut für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin (Tel.: 030 30686734) hinzugezogen werden. Gute Besserung und llliebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hi, bin zwar nicht Biggi, aber kann Dir sagen: AUF KEINEN FALL!! (Und Dein Orthopäde sollte mal wieder ne Fortbildung machen ;-)) Es gibt IMMER die Möglichkeit, stillverträgliche Medikamente zu finden. Bei nur sehr wenigen Erkrankungen muss abgestillt werden (Krebstherapie, HIV, Medikamente mit radioaktiven Substanzen), aber garantiert nicht bei den "üblichen" Alltagserkrankungen und -verletzungen. Sofort kompetente Auskunft (kostenlos) zu Medikamenten in der Stillzeit bekommst Du bei der Beratungsstelle Embryotox Berlin, Tel.: 030 / 30308-111, Mail: mail@embryotox.de. Einfach anrufen und fragen! LG und gute Besserung, Anna
Liebe Anna, auch wenn immer wieder Mütter selbst in Berlin bei der Embryonaltoxikolgie anrufen, so ist diese Stelle als Beratungsservice für Ärztinnen und Ärzte konzipiert. Es ist sinnvoll, dass die behandelnde Ärztin/Arzt und nicht die Patientin dort anrufen und sich erkundigen. Erstens kann so das Wissen der Ärzte erweitert werden, was anderen Müttern in der Zukunft weiterhelfen wird, zweitens verlangen viele dieser Beratungen das entsprechende Hintergrundwissen und drittens kann ohnehin nur die jeweilige behandelnde Ärztin/Arzt das eventuell erforderliche Alternativpräparat verordnen. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hi Biggi, ich habe selber schon als Patientin dort Auskunft erhalten, Dr. Schäfer hat mir auf die gleiche Frage hin versichert, dass die Beratungsstelle selbstverständlich auch für ratsuchende Betroffene da ist. Die Website von Embryotox ist kein Geheimwissen, die Tel-Nummer gut sichtbar angegeben ;-) Natürlich wäre es schön, wenn alle Ärzte von selber auf die Idee kämen, sich entsprechend fortzubilden. Aber als akut betroffene und verunsicherte Mutter gilt meine Sorge doch eher der Beschaffung derjenigen Infos, die mir schnell und sicher weiterhelfen, als dass ich mich auch noch darum kümmere, dass irgendein Arzt sich weiterbildet. LG, Anna
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