Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milchstau nach fast 8 Monaten Stillen

Frage: Milchstau nach fast 8 Monaten Stillen

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Hallo Biggi! Ich bin total durcheinander. Gestern nacht bemerkte ich eine Verhärtung in meiner rechten Brust. Den Tag über hatte meine 7 1/2 Monate alte Tochter nur mäßig getrunken. Ich habe versucht, die Milch in der warmen Badewanne (Entspannung) auszustreichen. Milch floß reichlich, aber leider blieb der Knoten bestehen. Fieber habe ich keines. Ich bin dann gleich heute mittag zu meiner Frauenärztin. Sie schloß einen Tumor sowie eine Mastitis aus, meinte jedoch, das Ganze sei eine Entzündung im Anfangsstadium. Medikamente wurden mir nicht verschrieben, ich solle halt in vier Wochen wiederkommen. Außerdem wurde mir das Abstillen (Hormontabletten)nahegelegt. Fiona mag im Moment nicht so gern essen (Brei/Gläschen). Noch weniger Wert legt sie aber auf Getränke - egal ob aus dem Becher, der Flasche oder Brust. Sie ist insgesamt etwas unleidlich, schläft mehr und hat ein wenig Durchfall. Der Kinderarzt bestätigte mir, dass alles mit ihr OK sei - vermutlich kommen die Zähnchen. Wenn meine Tochter wirklich nicht mehr an die Brust mag, würde ich sie nie dazu zwingen! Aber nur weil sie ein/zwei Tage schlecht trinkt gleich abzustillen, halte ich für übereilt. Ich möchte auf gar keinen Fall eine Mastitis bekommen. Ich streiche seit 24 Stunden regelmäßig die Brust aus, kühle sie in den Stillpausen und mache Wickel mit Retterspitz. Leider blieb der Erfolg bisher aus. Was kann ich noch tun? Ich darf nicht krank werden, da sich außer mir keiner um meine Tochter kümmern kann. Ich bin ziemlich verzweifelt und hoffe auf deine Antwort. Liebe Grüße Kathrin


Biggi Welter

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? Liebe Kathrin, auf jeden Fall würde ich eine zweite ärztliche Meinung von jemanden mit Erfahrung mit stillenden Müttern einholen und außerdem ist es sicher gut, wenn Du dir jetzt so viel Ruhe wie möglich gönnst. Ein Baby mit sieben Monaten stillt sich nicht selbst ab, es streikt allenfalls, doch dazu komme ich noch. Um einen Milchstau oder eine Brustentzündung in ihren Anfängen zu überwinden oder um zu verhüten, dass sich ein Milchstau zu einer Brustentzündung entwickelt, sollte sich die Mutter ein bis zwei Tage mit ihrem Baby ins Bett legen, um sich auszuruhen und sich zu erholen. Idealerweise sollte ihr jemand während dieser Zeit die Hausarbeit ganz abnehmen. Ruhe für die Mutter ist mit das Wichtigste bei der Behandlung einer Brustentzündung. Vor jedem Stillen sollte feuchte Wärme auf die Brust einwirken. Ist das Stillen schmerzhaft, kann zuerst an der nicht betroffenen Seite und nach dem Einsetzen des Milchspendereflexes an der kranken Brust gestillt werden, und zwar solange, bis die Brust wieder weicher wird. Die Stillmahlzeit sollte dann an der ersten Brust beendet werden. Manche Frauen empfinden auch Quarkwickel als angenehm. (Bitte darauf achten die Brustwarze und den Brustwarzenhof beim Anlegen eines Quarkwickels auszusparen). Es gibt Frauen, die auf Quark allergisch reagieren, dann sollten keine Quarkwickel gemacht werden. Du kannst die Brust auch mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Waschlappen gepackt werden kühlen. Um eine gestaute Stelle zu entleeren, sollte jede Stillmahlzeit auf der betroffenen Seite beginnen, bis der Knoten und die Schmerzen vergangen sind. Es sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden anlgelegt werden und dabei das Baby so gehalten werden, dass sein Kinn gegen die schmerzende Stelle gerichtet ist (erfordert manchmal etwas Akrobatik). Die Milch wird auf diese Weise besser herausgesogen und dadurch löst sich die Blockierung besser. Sanfte Massage kurz vor oder während des Stillens kann ebenfalls hilfreich sein. Häufiges Stillen (oder abpumpen) rund um die Uhr ist nötig, damit die Milch in der erkrankten Brust am Fließen gehalten wird. Und ganz wichtig ist Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Sobald Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen usw. dazu kommen, sollte unverzüglich eine Ärztin/Arzt hinzugezogen werden. Auch wenn sich die Verhärtung nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen bessert, sollte die Brust ärztlich untersucht werden (Frauenärztin/arzt oder Hausärztin/arzt) Da deine Kleine nicht so gerne trinken mag, hier einige Tipps, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben: • im Umhergehen stillen, • in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, • im Halbdunkeln stillen, • im Halbschlaf stillen, • das Baby mit der Brust spielen lassen, • unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, • das Baby massieren, • viel Körperkontakt (Haut auf Haut), • und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi


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