Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milchmenge steigern (abpumpen??)

Frage: Milchmenge steigern (abpumpen??)

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Hallo, ich will wieder eine Voll-stillende Mami werden. Bei meinem Sohn (7 Wochen alt) muss ich täglich jedoch immer noch ca.300ml zufüttern. Ich lege ihn häufig an, aber leider trinkt er nur richtig gut, wenn er das Erfolgserlebnis der prallgefüllten Brust hat, sonst verweigert er die Brust und schreit sie an. Ich lass ihn aber auch einfach nur nuckeln, wann immer es mir möglich ist (insbesondere nachts hängt er fast stündlich an der Brust, um nach ein paar Minuten wieder einzudösen). Ich habe eine elektrische Milchpumpe zu Hause, hab auch schon für eine Woche konsequent nach dem stillen und auch mal zwischendurch abgepumpt. War aber superstressig, da er zum Teil eine halbe Stunde nach dem abpumpen wieder dran wollte und dann natürlich kein Erfolgserlebnis hatte, weil die Brust nicht so voll war. Die Tagesmenge der abgepumpten Milch war zu Beginn wie am Ende der Abpump-Woche bei ca 100ml, zufüttern tu ich 300ml...soll ich weiter zusätzlich abpumpen oder ist das gar nicht so sinnvoll? Und wann pumpe ich am besten ab? Ich möchte halt die Fläschchen immer mehr reduzieren und irgendwann ganz stillen. Bin ich auf dem richtigen Weg oder ist die Menge der zusätzlich benötigten Milchmenge einfach zu groß...? karlotte


Biggi Welter

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Liebe Karlotte, das grundlegende Vorgehen bei einer Relaktation und auch der induzierten Laktation besteht darin, das Baby dazu zu bringen so oft wie möglich an der Brust zu saugen. Dadurch werden die Brüste (wieder) zur Milchbildung angeregt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit einer guten Milchpumpe erreichen. Häufig ist auch zusätzliches Pumpen neben dem Anlegen des Kindes sinnvoll, um die Milchproduktion zu steigern. In manchen Fällen wird die Relaktation bzw. induzierte Laktation zusätzlich mit Medikamenten unterstützt. In den Ländern der dritten Welt, wird meist ohne Medikamente vorgegangen und die Ergebnisse sind dennoch fast immer besser als bei uns. Gut beschrieben wird der Vorgang der Relaktation in dem Buch `Stillen eines Adoptivkindes und RelaktationA von Elizabeth Hormann (ISBN 3-932022-02-5), das im Buchhandel oder bei La Leche Liga Deutschland und bei jeder LLL-Stillberaterin erhältlich ist. Evtl. wäre das Brusternährungsset die Lösung für Euch, denn so kann das Baby sich ganz langsam an die Brust gewöhnen. Mit dem Brusternährungsset ist es möglich, das Baby zuzufüttern, während es an der Brust der Mutter trinkt, so dass es die gesamte von ihr produzierte Milch erhält. Das Brusternährungsset regt zu gutem Saugen an der Brust an, stimuliert die Milchproduktion und vermeidet den Einsatz von Flaschen. Das Brusternährungsset besteht aus einem Behälter für die zugefütterte Flüssigkeit (einem Plastikbeutel oder einer Flasche), der an einer Kordel um den Hals der Mutter hängt und zwischen ihren Brüsten ruht. Eine dünne Schlauchverbindung geht von dem Behälter zur Brust der Mutter, wo der Schlauch so befestigt wird, dass sein Ende etwa sechs Millimeter über die Brustwarze hinausragt. Bei einigen Modellen besteht die Möglichkeit, den Schlauch im Deckel abzuklemmen, um zu verhindern, dass die Milch bereits fließt, bevor das Baby saugt. Es gibt über verschieden dicke Schläuche - je dicker der Schlauch, umso schneller fließt die Milch. Welcher Schlauch zum Einsatz kommt, hängt davon ab, wie wirkungsvoll das Baby saugt und welche Zufütterung es benötigt. Ein Brusternährungsset kann in der Apotheke bestellt werden oder über eine Stillberaterin oder die La Leche Liga bezogen werden. In Deutschland wird nur das Brusternährungsset der Firma Medela vertrieben. Allerdings bei der Verwendung eines Brusternährungssets wirklich die Unterstützung einer Stillberaterin vor Ort vorhanden sein, das erleichtert sehr vieles. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Die nächsten Tage werden sicher nicht einfach für euch beide werden. Sie werden einiges an Geduld und Beharrlichkeit brauchen. Es wäre gut, wenn Sie jemanden finden könnten, der Sie in der Alltagsarbeit unterstützt. Eine Relaktation ist eine Aufgabe, die die ganze Frau fordert. LLLiebe Grüße, Biggi


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