Anonymus2010
Guten Tag liebes Experten-Team, Meine Tochter ist 6,5 Monate alt und wurde bis vor 5 Wochen vollgestillt. Dann habe ich mit der Beikost am Mittag begonnen. Sie isst seit Wochen (egal was es gibt) aber nur die gleichbleibende Menge von 60-80g. Meine Hebamme sagte damals , ich solle danach stillen bis sie ca. 100g isst. Aber vor 1,5 Wochen habe ich aufgehört sie mittags zu stillen, in der Hoffnung sie isst dann mal mehr, bzw. Sinn der Sache ist ja auch die Mahlzeit zu ersetzen... Es war viel Arbeit sie von der Brust zu entwöhnen mittags, aber ihre Essensmenge bleibt die gleiche. Ich höre auf wenn sie zu sehr jammert, denn ich denke zwingen bringt gar nichts. Sie hält mit 60-80g aber locker 4 std. bis zum nächsten stillen aus. Vor 5 Tagen haben wir mit dem Abendbrei angefangen. Auch hier wird ab 60g gemeckert. Danach stille ich aber noch und sie trinkt fleißig. Ich habe gelesen Babys steigern ihre Essensmenge selbst bzw verlangen nach mehr, aber das passiert irgendwie nicht. Bin ich zu ungeduldig?? Ist sie wirklich satt nach 60g? Wie kann ich die Menge erhöhen? Alle Babys die ich im selben Alter kenne, essen das 3-fache. Meine Tochter ist wohl "gut beieinander" als Stillbaby. Sie wiegt 8,6 kg also sie hat noch reserven! Vielen Dank für Tipps und Antworten!!
Liebe Anonymus2010, ich weiß, dass fast überall steht: „zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird „eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Bei der Vorgehensweise, dass langsam als ergänzende Nahrung Beikost angeboten wird, hat die Brust Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, das Kind hat ebenfalls mehr Zeit für die Umstellung und die Nährstoffe aus der Beikost können in Zusammenhang mit bei der gleichen Mahlzeit angebotener Muttermilch besser verwertet werden. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Es gibt Babys, die es geradezu hassen und hysterisch reagieren, wenn man ihnen etwas in den Mund stecken will. Diese Kinder essen aber recht gut, wenn sie selber essen dürfen. Das Geschmiere, das es dabei gibt, ist weniger schlimm, als das Theater mit einem Kind, das sich mit allen Kräften wehrt und außerdem lernen die Kinder recht schnell gut zu essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. LLLiebe Grüße Biggi
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