julchen-mama
Hallo Biggi, ich möchte Dir mal eine mail schreiben, weil ich denke, daß ich am Telefon vieles vergesse. (Wollte eigentlich die Hotline anrufen)Momentan bin ich sehr verzweifelt. Julia (heute 9 Wochen) trinkt von Anfang an alle 4 Stunden. (sie schreit eher selten wegen Hunger, meist ehrer wegen Pupsens - ich muß auch aufpassen, was ich esse, das schränkt sehr ein) Zwischendurch hatte ich auch schon mal das Gefühl, daß die Milch zurückgeht, das hat sich dann aber immer wieder (ohne mehr Stillen) eingependelt. Da ich unsicher war, hab ich mir aus der Apotheke eine Waage besorgt und wiege sie jetzt seit ca. 6 Wochen immer. Gibt mir eine gewisse Sicherheit. Sie hat immer zwischen 110 und 150 g getrunken, seit 3 Wochen zwischen 130 und 180 g. Seit ca. 2 Wochen schläft sie nachts schon ca. 7-8 Stunden. Das erste mal dachte ich, mir platzen morgens die Brüste. Aber sie hat die ganz doll ausgetrunken. Seitdem hab ich aber das Gefühl, daß vor allem die linke Brust sich nicht mehr richtig füllt. Sie ist immer klein und weich, was vorher nicht so war. Julia macht allerdings mind. 4-6 mal richtig in die Windel, ein feuchter Pups ist immer drin und pillern tut sie auch viel. Sie spuckt sehr viel und pupst auch viel. Dabei ist sie aber meist fröhlich. Allerdings macht sie seit ca. 1 Woche beim Stillen immer voll das Theater. Sie trinkt an der linken Brust (soll ich laut meiner Hebamme Lucina immer zuerst anlegen, wegen der Milchbildung) ca. 2-3 Minuten und schreit dann. Da es in ihrem Bauch auch ganz schön rumort, dachte ich, daß sie vielleicht Bauchschmerzen hat - also Bäuerchen. Allerdings will sie dann dort nicht mehr ran und ich glaube, es kommt auch nichts mehr großartig. (Durch das Wiegen weiß ich, daß sie an der linken Brust zwisch 40 und 60 ml trinkt, rechts auch schon 110 ml) Dann also an die rechte Brust, wo sie auch trinkt und nicht so viel Theater macht. Das Trinken geht dann auch recht zügig. So insgesamt ca. 20 Minuten für ca. 150 ml aus beiden Brüsten (die ich immer gebe). Da sie ja Theater macht, wollte ich die Milchbildung anregen. Viel Trinken, Stilltee ca. 4-5 Tassen am Tag, Malzbier und jetzt sogar das Brustmassagöl. Das Öl finde ich schrecklich, der Duft ist grausam! Es bringt aber irgendwie alles nichts. Die Brust wird immer weicher (jetzt auch die rechte). Die Hebamme aus meinem Vorbereitungskurs hat mir Phytolacca D 30 Tropfen empfohlen. Jetzt hab ich aber im Internet gelesen, daß das eigentlich bei Brustentzündung und zum Abstillen ist??????????????????? Du empfiehlst ja auch häufigeres Anlegen. Allerdings spuckt Julia wie gesagt sehr doll. Heute Nacht hab ich sie dann um 4 Uhr geweckt (nach 5 Stunden Schlaf) und gestillt. Wieviel sie da getrunken hat, weiß ich nicht. Heute morgen habe ich sie dann kurz vor 7 geweckt und gewickelt. Dabei hat sie schon viel Milch von 4 Uhr nachts ausgespuckt. (war dann wässrig und geronnen). Egal, hab sie dann um 7.30 Uhr trotzdem angelegt. Fazit: sie schlief gleich wieder ein (was sie sonst höchstens abends mal macht) und trank nur 80 ml (sonst morgens meist 170 ml nach 4 Stunden)!!! Ich bin dann mit ihr ins Wohnzimmer gewechselt, wo es hell ist, Fernseher an, da war sie dann wach und hat nochmal 60 ml getrunken. Also insgesamt 140 ml. Allerdings hat sie jetzt statt sonst 20 Minuten insgesamt 70 Minuten an der Brust gelegen! (hab ich echt viel erreicht...) Jetzt ist sie wach, liegt im Laufstall und hat schon superviel wieder ausgespuckt (bestimmt 40 ml) . Sie ist aber glücklich und brabbelt vor sich hin. (Übrigens hat sie auch ganz oft Schluckauf - jetzt auch). Ich weiß jetzt nicht, was ich machen soll, öfter anlegen oder nicht, auch wenn sie dann weniger trinkt. Ich möchte auf jeden Fall was für mehr Milch tun, denn es ist echt schlimm, wenn sie so schreit an der Brust. Ich bin da schon meist selber am Weinen. Jetzt ist die Brust auch voll leer. So was hatte ich bei meinen Jungs nie, da war die Brust immer voll und bei Julia war das bis vor 2 Wochen auch so, hatte oft zwischendurch den Milchspendereflex - jetzt kaum noch. Soll ich das Phytolacca D 30 (5 x 10 Tropfen hat sie gesagt) nehmen oder eher nicht? Nicht, daß ich dann gar keine Milch mehr habe! Oder kannst Du mir was anderes Gutes empfehlen? Gibt es was für die Kleine wegen des Spuckens, Schluckauf und ist es schlimm,wenn sie so oft ihr "großes Geschäft" macht? Ich will auf jeden Fall weiter stillen und auf keinen Fall zufüttern (auch weil mein Sohn Florian eine Kuhmilchallergie hatte)!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Abpumpen (habe eine kleine elektrische Pumpe von Weleda) hat nie geklappt, bei mir fließt die Milch nur, wenn mein Baby daran saugt.Ich hoffe ganz doll, daß Du mir weiterhelfen kannst. (Übrigens hat Julia bei der Geburt 3.000 g gewogen, als wir nach Hause sind 2.900 g und jetzt wiegt sie 4.800 g. Sie hat ca. 200 g pro Woche zugenommen, diese Woche allerdings nur 70 g.) Ganz liebe Grüße - Grit
Kristina Wrede
Liebe Grit, oh je, du hast wirklich viele Sorgen! Ich hoffe, ich kann dich schnell beruhigen! Weiche Brüste sind KEIN Hinweis auf zu wenig Milch, im Gegenteil, nach den ersten Wochen ist es absolut normal, dass die Brust wieder weich (und oft auch kleiner wird). Das bedeutet nicht, dass die Milch weniger geworden ist, sondern ist ein Hinweis darauf, dass sich die Stillbeziehung eingespielt hat. Es ist also wahrscheinlich, dass du genug Milch für deine kleine Maus produzierst. Ob dein Kind genug Milch bekommt erkennst du NUR an diesen Zeichen: o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Du brauchst überhaupt nichts "äußerliches" zu machen, um deine Milchmenge zu erhöhen, wenn das überhaupt nötig wäre. Du brauchst weder Stillöl, noch -tee, oder sonstige Hilfsmittel. Ein häufig genug effektiv saugendes Baby reguliert deine Milchproduktion am allerbesten! Deine Maus vor und nach jedem Stillen zu wiegen macht dich doch nur nervös, ich würde das nicht machen, sondern lieber im Zweifelsfall jede Woche auf der gleichen Waage das Gewicht kontrollieren lassen. Im Zweifelsfall mach doch nochmal die Windel-wiegen Probe: Du kannst entweder die einzelnen Windeln wiegen, oder die von 24 Stunden sammeln, wiegen, und das Gewicht mit der gleichen Anzahl trockener Windeln vergleichen. So erhältst du Aufschluss darüber, wie viel dein Kleiner trinkt. Allerdings: Wenn er künstliche Nahrung bekommt ist es nicht ganz einfach, herauszurechnen, wieviel der Muttermilch-Anteil ausmacht. Die Urinmenge entspricht nicht der Trinkmenge, denn dann wäre ja ausgeschlossen, dass das Baby zunimmt. Ein Teil der Flüssigkeit, die das Baby mit der Muttermilch aufnimmt geht über die Atmung verloren, ein Teil wird als Schweiß ausgeschieden, das Baby wächst und nimmt zu und auch der Stuhl wird letztendlich aus den unverwertbaren Resten der Muttermilch gebildet. Die Urinmenge ist also generell geringer, als die Trinkmenge. Für die Ausscheidungen bei einem ausschließlich gestillten Baby gelten die folgenden Anhaltswerte: Urin: 1. + 2. Tag: 15 - 60 ml pro Tag 3. - 10. Tag: 50 - 300 ml pro Tag 2. Monat: 250 - 400 ml pro Tag 3. - 12. Monat: 400 - 500 ml pro Tag Lieben Gruß, Kristina
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