Mitglied inaktiv
Hallo Biggi Pascal ist heute 17Wochen alt und bisher hat das Stillen immer gut geklappt. Seit einer Woche ist aber der Wurm drin...er will nur noch trinken! Hat er früher immer von 20 bis 4 Uhr und dann nochmals bis Uhr durchgehalten, kommt er jetzt alle zwei Stunden und das Tag und Nacht. Er ist jetzt 64cm, groß und wiegt 6400g (Maße bei der Geburt: 52cm und 3500g, Entlassungsgewicht: 3200g) Eigentlich würde ich ja sagen, meine Milch reicht ihm noch, aber warum wieder das vermehrte Verlangen? Ein Wachstumsschub? Und noch etwas macht mich stutzig: er schaut uns das Essen förmlich vom Tisch weg und schaut uns immer ganz gesapnnt an, wie wir essen, verfolgt jeden Löffel, jede Gabel und er hat wirklich IMMER die Hände oder sonst was im Mund. Am Mittwoch erfahren wir unseren OP termin, aber ich schätze, die OP wird erst Ende April sein. Liebe Biggi, ich bin sehr am Überlegen, ob ich nun mit Beikost beginnen muß..eigentlich wollte ich ja 6 Monate voll stillen, aber ich möchte auch nicht, daß der Beginn der Beikosteinführung in die OP Zeit fällt. Und ich möchte ihm keine Fläschchen geben, sondern dann halt Gläschen und Brei und weiter Muttermilch, denn Abstillen will ich auf keinen Fall. Wenn ich ab nächster Woche mit Beikost beginnen würde, ist dann der ganze Allergieschutz weg, wenn ich nicht 6 Monate voll stille?? Mensch, ich bin echt ratlos...was ist nun das richtige...vielleicht weißt du ja einen Rat für mich? Und wie fängt man mit Beikost an...muß man immer mit Karotten am Nachmittag beginnen, oder kann ich nicht erst abends einen Brei geben und wie mache ich es, daß dies nicht der Anfang vom ende meiner doch intensiven Stillbeziehung wird? LG Schoschana mit Pascal und gaaaanz lieben Dank für deine Hilfe
? Liebe Schoschana, nun mal ganz langsam: das Abstillen ist jetzt sicher kein Thema, wenn Du es nicht willst! Pascale ist ganz normal groß und normal schwer für sein Alter und es ist vollkommen normal, wenn ein Baby mit 17 Wochen mehr oder minder plötzlich sein Stillverhalten und auch sein Schlafverhalten verändert. Das wird dein Sohn noch häufiger tun, denn das einzig Konstante im Zusammenleben mit einem Baby ist, dass Du dich auf nichts verlassen kannst, außer darauf, dass sich jederzeit alles ändern kann. Es ist nicht immer einfach, reine Neugier von echtem Interesse an der Beikost zu unterscheiden. Für den Beginn der Beikost sollte immer das Kind und nicht nur der Kalender angeschaut werden. Schau dir dein Kind eingehend in Hinblick auf die Anzeichen für die Bereitschaft zur Beikost an: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Dies ist bei einem gesunden, voll ausgetragenen Baby etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Eine zu frühe Einführung der Beikost ist nicht sinnvoll, da dadurch der Organismus des Kindes überfordert werden kann, vor allen der Darm und die Nieren des Kindes können überlastet werden und außerdem erhöht eine zu frühe Einführung der Beikost das Allergierisiko. Dein Kind sollte einigermaßen ohne Stütze oder nur mit sehr wenig Unterstützung sitzen können, so dass es in der Lage ist, selbst Nahrung in die Hand zu nehmen und in den Mund zu führen. Wenn dein Kind dir die Nahrung aus der Hand reißt und voller Begeisterung in den Mund steckt, dann ist sicher der Zeitpunkt gekommen, ihm ergänzend zur Muttermilch auch andere Nahrung anzubieten. Es ist geradezu klassisch, dass ein Baby in diesem Alter anfängt nachts (wieder) häufiger aufzuwachen und auch wieder häufiger nach der Brust zu verlangen. Das liegt jedoch nicht daran, dass die Milch nicht mehr ausreicht, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb verändert es auch nichts, wenn Du deinem Kind nun andere Nahrung dazu gibst. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht. „Man" muss keineswegs immer am Mittag mit Karotte anfangen, wenn es so weit ist, dass mit der Beikost begonnen wird. Doch ein paar Grundregeln gibt es schon: Die Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen. Es ist am günstigsten mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur Apfel usw.). Außer der bei uns traditionell verwendeten Karotte können auch Kartoffel, Zucchini, Kürbis, Fenchel, Brokkoli, Kohlrabi, Pastinake oder anderes Gemüse angeboten werden. Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im Laufe der Zeit wird sich die Gewichtung von ganz alleine hin zu mehr fester Nahrung und weg von der Muttermilch einspielen. In welcher Reihenfolge die Stillzeiten durch andere Mahlzeiten ersetzt werden, bleibt jeder Mutter selbst überlassen. Es wird lediglich empfohlen neue Nahrungsmittel nicht am Abend einzuführen, da dann eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen in die Nacht fallen können und nach Möglichkeit sollten nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Mahlzeiten direkt nacheinander ersetzt werden. Aber jetzt schau dir Pascal erst mal in Ruhe an, vielleicht zahnt er auch und hat deshalb immer die Hände im Mund oder er muss Mund und Hände erforschen (das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt in diesem Alter). Es ist auch keineswegs so, dass Du zwingend dann genau mit der Beikost beginnen musst, wenn Pascal Ende April operiert wird, nur weil er dann sechs Monate alt ist. Ja, selbst wenn Du jetzt schon mit der Beikost beginnen würdest, kann es gut sein, dass er in der Zeit im Krankenhaus wieder alle Nahrung außer Muttermilch verweigert und wieder voll gestillt werden mag. Also: Ruhe bewahren, Kind genau anschauen, vielleicht mal ein Stück Reiswaffel anbieten, um zu schauen, was er dazu sagt und keine Angst: der Beginn der Beikost bedeutet nicht, dass das baldige Abstillen um die Ecke wartet. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo, ich wollte eigentlich auch volle 6 Monate stillen, aber meine Tochter war dann so neugierig auf "unser" Essen, dass ich einfach mit dem Mittagsbrei angefangen habe. Also es ist ratsam zuerst mit dem Gemüsebrei anzufangen. Und immer nur eine Gemüsesorte, um zu testen, ob Allergien auftreten. Wenn Du merkst, Dein Kind verträgt es, führst Du eine weitere Gemüsesorte ein. Also zuerst Möhren, Kürbis, Pastinake o.ä. und dann mit Kartoffel, dann mit Mais z.B. usw. So merkst Du auch, was Deinem Kind schmeckt. Es wird zwar immer wieder gesagt, einem Kind reichen monatelang dieselben Geschmäcker, aber meine Kleine ist ganz wild auf etwas neues. Und so ist sie heute (6,5 Monate) auch schon mal Spaghetti Bolognese zur Abwechslung. Das mit dem Stillen kannst Du weiterhin machen. Ich habe nach Einführung des Gemüsebreis recht rasch mit dem Milchbrei am Abend begonnen. Soll man zwar auch nicht, aber sie hat es gut vertragen. Und wenn sie mal nicht will, dann möchte sie halt nicht, dann bekommt sie nur Milch. Ich gehe viel intuitiv dabei vor. Ich beobachte mein Kind und gehe auf ihre Bedürfnisse ein. Ich war der Meinung, wenn sie sich so sehr für Beikost interessiert, warum soll ich sie dann "ewig" nur an der Brust halten. Und siehe da, es hat geklappt. Viel Glück noch. Liebe Grüße... Nicole & Theresa
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