Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

fehlende Milch

Frage: fehlende Milch

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Liebe Biggi Welter, ich habe am 24.06.2009 meinen Sohn per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Den ersten Monat habe ich nur gestillt und hatte auch sehr viel Milch, dass sie sogar staendig ausgelaufen ist. Nun, vor ca. einem Monat wird es mit der Milch immer weniger. Besser gesagt, es kommt minimal ein Mal am Tag vor, dass mir die Milch einfach komplett fehlt! Mal ist sie da und mal nicht! Seit einem Monat muss ich meinem Kleinen mind. ein Mal das Flaeschchen geben, was mir eigentlich sehr leid tut weil ich ja Milch hatte bis vor ca. einem Monat. Woran das liegt weiss ich nicht koennen Sie mir da weiterhelfen? Ich habe schon gehoert, dass anscheinend Zwiebeln Milchfoerdernd waeren, stimmt das? Was kann ich machen um mehr Milch zu haben und woran kann es liegen, dass mir mal die Milch "auf einmal" einfach verschwindet? Ich moechte wenigstens mein Baby die ersten 6 Monat NUR stillen, wenn es moeglich waere. Vielen Dank fuer Ihre Antwort mfg


Biggi Welter

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Liebe melli2000, deine Milch ist nicht plötzlich vollständig weg, es ist vielmehr so, dass eine Frau manchmal so angespannt oder seelisch aufgewühlt sein kann, dass der Milchspendereflex blockiert wird und die Milch deshalb nicht fließt. Wenn dies passiert, dann funktioniert in aller Regel das Abpumpen noch viel weniger, so dass der Eindruck entsteht, die Milch wäre weg. Leider entwickelt sich dann ganz schnell ein Teufelskreis: die Mutter glaubt, sie habe keine Milch mehr, dadurch ist sie noch angespannter und verzweifelter, was zu einer noch stärkeren Blockierung des Milchspendereflexes führt. Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, dass DU DIR alle Ruhe und Entspannung gönnst, die Du bekommen kannst. Wenn möglich, lege dich mit deinem Sohn ins Bett und kümmere dich um nichts anderes, als um dein Kind, dich und das Stillen. Ruhe dich aus, gönne dir etwas Gutes (z.B. ein gemütliches Wannenbad mit einer schönen Tasse Tee und Musik, die dir gefällt). Falls Du einen Geburtsvorbereitungskurs besucht hast, setze die Entspannungsübungen, die Du dort gelernt hast gezielt vor dem Anlegen ein. Denke an etwas Schönes und Beruhigendes, zum Beispiel an einen Spaziergang an einem kleinen, plätschernden Bach oder am Meer. Versuche alle Störungen auszuschalten. Du solltest z.B. das Telefon aushängen, und alles was Du brauchen könntest bei der Hand haben. Dazu können ein Glas Wasser oder Saft, ein gesunder Imbiss oder etwas zu lesen gehören. Lass dich von deinem Partner verwöhnen. Keine Angst, das muss jetzt nicht das Ende eurer Stillbeziehung sein. Wende dich auch einmal an eine Stillberaterin vor Ort und überlege dir, ob Du nicht ein Stillgruppentreffen besuchen magst. Der direkte Kontakt mit anderen stillenden Müttern und einer Stillberaterin ist ungeheuer hilfreich. Es gibt in allen Gesellschaften Mittel, die die Milchbildung fördern sollen, aber die Wirksamkeit all dieser Mittel ist umstritten und deshalb sollte sich niemand Wunder davon erwarten. Allerdings wissen wir alle, dass Stillen auch im Kopf passiert und die Psyche eine große Rolle spielt. Darauf könnte die Wirkung der milchbildungsfördernden Hausmittel beruhen. Es gibt keinen Beweis dafür, dass z.B. Zwiebeln, Malzbier oder auch Milchbildungstee die Milchproduktion erhöht. Der „klassische“ Milchbildungstee besteht aus Fenchel, Kümmel, Anis, oft auch noch Brennnessel. Wenn überhaupt Milchbildungstee getrunken wird, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen pro Tag, mehr kann zu Bauchproblemen beim Kind führen. Um die Milchmenge zu steigern, muss die Brust das Signal erhalten, dass mehr Milch benötigt wird und dieses Signal erhält sie durch vermehrtes Entleeren, sei es durch häufigeres Anlegen des Kindes oder auch durch vermehrtes Abpumpen. Zusätzlich hilft es, wenn die Frau genügend Ruhe bekommt und sich einigermaßen ausgewogen ernährt (Kohlenhydrate fördern die Milchbildung) und entsprechend ihrem Durst trinkt. LLLiebe Grüße Biggi


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