Mitglied inaktiv
Hallo liebes Expertenteam, meine Kleine ist jetzt 2 Wochen alt. Anfangs hatte ich viel zu viel Milch (die Brüste taten beide sehr weh) und habe viel abgepumpt. Weil die Brüste sehr wehtaten, die Kleine nicht mal eine Brust schaffte und nach dem Stillen gerne mehr als vier Stunden schlief, riet mir meine Hebamme dazu, die Brust nach dem Stillen zu kühlen und etwas Pfefferminztee zu trinken. Damit kamen wir klar. Dann mussten wir letzte Woche Mittwoch bis Freitag ins Krankenhaus, weil der Bilirubinwert meiner Kleinen einfach nicht runter gehen wollte. Er war von Geburt an grenzwertig zu hoch. Seit dem Krankenhausaufenthalt produziere ich von Tag zu Tag weniger Milch. Im Krankenhaus sollten wir zu jeder Mahlzeit noch Pre-Nahrung zufüttern. D.h. alle zwei Stunden stillen, weil sie auf einmal häufiger kam und noch jeweils 10-20ml zugefüttert. Seit ich wieder zu Hause bin, hält sie nach einer Stillmahlzeit kaum eine Stunde durch. Ich füttere ca. 100-200ml am Tag zu. Jeweils auch nur kleine Mengen. Derzeit reibe ich meine Brust mit einem Stillöl von meiner Hebamme ein, trinke viel Malzkaffee und Fenchel-Anis-Kümmeltee. Ich lege fast stündlich an aber irgendwie scheint das nicht zu funktionieren. Gibt es noch etwas, was ich tun kann, um die Milchmenge wieder zu steigern? Wie lange kann das dauern? Ich möchte gerne von der Flaschennahrung wieder komplett wegkommen. Allerdings schreit sie oft direkt nach dem stillen, so dass ich dann zufüttere, Wenn ich direkt nach dem Stillen zum Test abpumpe, kommt gar keine Milch. Wenn ich nach 2-3h abpumpe kommt aus der einen Brust max. 20, aus der anderen 30ml. Schon mal víelen Dank für Eure Beratung.
Liebe zwirli, die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. Wichtig ist jetzt, dass das Kleine häufig und effektiv saugt, am besten keinen Schnuller bekommt und alles Zusätzliche, was sie vielleicht (noch) an Milch benötigt, per alternativer Füttermethode gegeben wird. Und dann: Gaaaanz viel Hautkontakt, das kann auch tagsüber sein, wenn das Baby im (elastischen) Tragetuch getragen wird, und Mutter und Kind dabei obenherum nackig sind! Je mehr Hautkontakt ein Menschenkind bekommt, desto besser gedeiht es! Günstig wäre dazu, dass Du ein paar Baby und Stilltage einlegst. Das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Die Ruhe und eine einigermaßen ausgewogene Ernährung und Trinken entsprechend deinem Durstgefühl können dann viel dazu beitragen, dass alles wieder ins Lot kommt. Wenn sie eher "träge" ist könnte es Sinn machen, die Brustkompression anzuwenden. Mehr dazu siehe unten... Außerdem solltest Du dich an eine Kollegin vor Ort wenden, die dich und das Baby sehen kann und so gezielter beraten kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess." (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)
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