Mitglied inaktiv
Sehr geehrte Frau Welter ich wünschte, ich hätte Ihnen die selbe Frage wie curlysue vor einem Jahr gestellt. Unsere Kleine ist nun schon 15 Monate alt und ich habe es (in erster Linie aus Erschöpfung und Bequemlichkeit) nicht geschafft, sie von der Brust zu entwöhnen (mochte ihr das irgendwie nicht antun da sie die Brust liebt und ertrug das Geschrei bei 2 -3 Versuchen nicht). Sie schläft noch heute nur an der Brust ein; abends schlafen wir zu dritt ein (Kuschelritual mit 3 1/2 J. Bruder) im Ehebett - ich lege die Kinder anschl. in ihr BEtt. Unser Junior hatte gelernt, in seinem Bett einzuschlafen. Als jedoch das Baby kam hatte er Mühe und kommt auch seither jede Nacht zu uns. Um möglichst wenig Eifersucht zu schüren und da es das einfachste für mich war (bin abends jeweils alleine mit den Kindern ohne Ehemann), hat sich dieses Einschlafritual ergeben. Die Kleine schläft anschliessend bereits in ihrem Zimmer in einem grossen Bett, sodass ich mich bei Bedarf hinzulegen kann. Bei Bedarf ist zumeist um 23.00 Uhr und so um 04.00 Uhr, wobei ich dann meist bei ihr einschlafe und erst wieder verwache, wenn der Kleine zu uns ins Schlafzimmer rüberschleicht. Unsere Tochter lässt mich, wenn sie bemerkt, dass ich rausschleichen möchte, kaum gehen. Zwischendurch beruhigt sie sich von selbst, wenn sie um ca. 03.00 Uhr weint und ich nicht rübergehe; meistens jedoch bin ich immer gleich zu ihr rübergegangen. Ich bin langsam etwas erschöpft über diese Situation und möchte den Zustand möglichst glimpflich für alle verändern und die Kleine Abstillen. Doch sie hat kein Uebergangsobjekt (akzeptierte den Schnuller nicht)... Wie würden Sie vorgehen? (Eingewöhnung Uebergangsobjekt, Entwöhnung Einschlafen an der Brust, Gewöhnung alleine bei mir ohne Brust einzuschlafe und später ganz alleine). Ich denke, ich mute ihr den Verzicht der Brust lieber heute zu als wenn sie zwei Jahre alt ist (möchte lieber nicht eine Langzeitstillerin werden; bin jetzt schon beinahe 6 Monate mehr dabei als zuerst gedacht). Ganz herzlichen Dank für eine kurze Rückantwort!! Sonnige Grüsse - Marina
Liebe Madilo, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist einNachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Ganz herzlichen Dank für die Antwort. Habe gestern bereits in dieser Art und Weise begonnen und es hat gut geklappt. Habe es unserem Schatz erklärt und ihr grosser Bruder hat auch eifrig mitgeholfen... :-). Herzlichen Dank!
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