Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Christin84

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Hallo! Mein Sohn ist jetzt neun Monate alt und ein schlecher Beikostesser. Er bekommt: 9Uhr die Brust,um12Uhr einen Gemüse-Kartoffel-Brei 150Gramm, um 15Uhr einen Obst-Getreide Brei 150Gramm(trinken also Wasser so um die 100ml am Tag),18Uhr die Brust,19.30Uhr die Brust zum einschlafen,dann um 23Uhr,um 2Uhr,um 4Uhr und um 6Uhr die Brust. Er verweigert den Milch-Getreide Brei und Fleisch. Er war vier Wochen krank und hat dann nur noch die Brust verlangt,was ich auch okay fand. Leider hat er in dieser Zeit abgenommen und wiegt jetzt nur noch 7100Gramm. Der Arzt hat sein Blut untersucht und einen leichten Eisenmangel festegestellt. Meine Frage an sie ist jetzt,wäre es sinnvoll ihn zumindestens teilweise abzustillen? In pre-Nahrung ist ja Eisen zugesetzt. Er schläft auch seid der Geburt schlecht und trinkt noch vier mal in der Nacht.(23Uhr,2,4,6Uhr) Wird er vielleicht nicht mehr so satt? Wie kann ich es schaffen,dass er weniger in der Nacht trinken möchte? Für mich ist das stillen langsam auch anstrengen und ich habe viel abgenommen. Wie stille ich "sanft" ab. Ist es normal,dass er so oft die Brust möchte? Vielen Dank für die Antwort. Ihre Christin


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Christin, ja, es ist völlig normal und gerade weil dein Kind so schlecht zunimmt, solltest Du nicht abstillen und dich eher freuen über die nächtlichen Mahlzeiten! Da Eisenmangel appetitlos machen kann, kann sich das Essverhalten eines Kindes verbessern, wenn der Eisenhaushalt wieder ausgeglichen ist. Es ist keineswegs so, dass Stillen an der Gesundheit der Mutter zehrt, im Gegenteil, es gibt eine ganze Reihe von gesundheitlichen Vorteilen für Mutter UND Kind. Die WHO empfiehlt das lange Stillen nicht nur wegen der Vorteile für das Kind, sondern auch wegen der Vorteile für die Mutter. Das Stillen ist also nicht „schuld“, dass Du abnimmst, wohl eher die Tatsache, dass dich das Muttersein auslaugt. Ich habe meine Zweifel, ob dir das Abstillen wirklich eine Erleichterung bringen würde, denn sehen wir es doch einmal realistisch: Selbst wenn dein Sohn die Flasche bekommt, bedeutet das nicht, dass er automatisch mehr schläft, am Tag weniger anhänglich an DICH sein wird und Du wirklich entlastet wirst. Es ist auch die Frage, ob es wirklich so sein wird, dass häufig jemand anderes da sein wird, der deinen Sohn übernimmt und ihm die Flasche geben wird, denn in der Realität ist es doch so, dass dann vielleicht ein paar Mal eine Großmutter, eine Freundin oder der Partner einspringt, aber dann bleibt doch wieder alles an dir hängen und dann bist Du diejenige, die Flaschen zubereiten und reinigen muss, die nachts aufstehen muss usw. Ehe Du nun wirklich wohl auch gegen deine innere Überzeugung abstillst, versuche doch einmal einen anderen Weg: Gönne dir selbst in dieser anstrengenden Zeit so viel Ruhe wie möglich. Jetzt ist nicht die Zeit für blitzende Fußböden und spiegelnde Fenster. Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Wenn die Fenster erst in einem halben Jahr wieder geputzt werden, dann schadet das niemandem und Tiefkühlgemüse ist nicht so schlecht und muss nicht geputzt werden. Nicht alles muss gebügelt werden. Mach den Tragetest. Bügele etwas und trage es für zehn Minuten. Das nächste Mal bügelst Du es nicht und trägst es für zehn Minuten. Dann vergleichst Du: ist der Unterschied nach der kurzen Tragezeit wirklich so deutlich, dass das Bügeln sich gelohnt hat? Viel Bügelarbeit lässt sich sparen, wenn die Wäsche sorgfältig aufgehängt wurde bzw. nicht lange im Trockner liegen bleibt, wenn der Trockner fertig ist. Es ist nicht viel mehr Arbeit, die doppelte Menge von zum Beispiel Nudelsauce zu kochen. Du kannst dann eine Hälfte einfrieren und hast damit schnell eine Mahlzeit, wenn ein Tag mal wieder sehr hektisch war. Versuche dir am Tag Freiraum für dich zu schaffen. Vielleicht kann dir dein Mann, deine (Schwieger)Mutter, eine Freundin oder ein verantwortungsbewusster Teenager dein/e Kind/er für eine Stunde oder so abnehmen, mit ihm spazieren gehen oder spielen und diese Zeit nutzt du für DICH. Selbst wenn Du nur in Ruhe in der Badewanne liegt, einmal um den Block joggst oder dich mit einer Zeitung und einer Tasse Tee in einen anderen Raum begibst, so ist das ein Weg aufzutanken und wieder neue Kraft zu schöpfen für den anstrengendsten Beruf der Welt: Mutter. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese „gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken. Suche dir wirklich Hilfe und Unterstützung. LLLiebe Grüße, Biggi


Christin84

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Vielen Dank für die Antwort,dass macht mir Mut! Ich konnte mir auch kaum vorstellen,dass da abstillen Abhilfe schafft-nur schade,dass selbst der Kinderarzt dazu rät....und man als Stillende so viel,Druck von außen bekommt!


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