Mitglied inaktiv
Hallo, ich möchte bzw. muss nach nun fast 7 Monaten abstillen. Müssen deshalb, da ich nun meine Menstruation wieder bekomme und diese leider wie bereits vor der SS mit heftigen Schmerzen verbunden sind. Aufgrund dessen möchte ich mir die Pille verschreiben lassen, da die Mensschmerzen durch diese zu ertragen sind. Nun ist es so, dass unsere Tochter jegliche Art von Flaschen und Sauger verweigert. Gestern früh haben wir begonnen ihr früh morgens eine Stillmahlzeit durch die Flasche zu ersetzen. Es war eine Katastrophe... Amelie hat den gesamten Morgen bis zum Mittag (da gab es dann Brei) vielleicht 50ml getrunken und das nur mit Widerwillen. Somit hat sie bestimmt über 13 Stunden fast nichts gegessen. Natürlich hat sie viel geweint und regelrecht gebrüllt. Ich wollte sie dann auch fast wieder anlegen, doch andererseits wollte ich auch standhaft bleiben... Abends habe ich sie ganz normal gestillt. So möchte ich dies eigentlich langsam ausklingen lassen. Heute früh wurde sie wach und ich habe ihr wieder eine Flasche gemacht. Wieder wollte sie diese nicht. Dann habe ich ihr die Milch in einen Becher getan. Aus diesem hat sie ca. 100ml getrunken, somit also schon etwas besser. Nun meine Frage an sie: Wieviel Milch muss sie am Tag noch trinken? Soll ich sie weiterhin an die Flasche gewöhnen oder an den Becher? Bzgl. des Abstillens: Mache ich es so richtig, dass ich ihr nun erstmal Frühs und später Abends die "Flasche" gebe? Oder wie sollte ich dies tun? Wie lang wird es ca. dauern, dass unsere Tochter total umgestellt ist? Liebe Grüße und vielen Dank!
Liebe Jule, die Pille ist kein Abstillgrund, es gibt stillverträgliche Mittel. Sie müssen also entweder gar nicht oder wenigstens nicht sofort komplett abstillen Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. In diesem Alter sollte auch das Saugbedürfnis des Baby noch berücksichtigt werden und wenn Sie nur noch den Becher geben möchten, denken Sie bitte an eine Alternative. Eine „Gebrauchsanweisung" zum Abstillen im wörtlichen Sinn gibt es nicht, nur Tipps und Vorschläge wie vorgegangen werden kann. Wenn Sie ihr Kind bis zum Alter von sechs bis sieben Monaten vollständig abgestillt haben wollen, müssen Sie zunächst zur Flasche hin abstillen, da das Kind wie gesagt noch zu jung für alleinige Beikost ist, die ja erst ab etwa einem halben Jahr eingeführt werden sollte. Dabei gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Sie verwenden sollten. Pre Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis acht Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt „Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: • die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist • das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln • den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut • den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen • verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren • verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen • versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern • geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden (wie gesagt, bitte auf das Saugbedürfnis achten!). Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Vielen Dank für die umfangreiche Antwort. Ich möchte nur deshalb die Pille wieder nehmen, weil dadurch die Mensbeschwerden nicht mehr so enorm sind. Habe ohne Pille wirklich sehr starke Schmerzen bis hin zu Kreislaufproblemen. Oder gibt es eventuell auch Mittel, die ich trotz des Stillens nehmen kann? Mein Mann hat es gestern und heute auch schon probiert ihr die Flasche zu geben. Auch von ihr hat sie diese nicht genommen. Und wr haben auch bereits immer mal wieder andere Sauger ausprobiert. Schon damals, als wir das Wasser geben eingeführt haben. Wir sind immer wieder auf den Becher gekommen. Doch wenn ich ihr diesen nun bald auch für die Milch gebe, dann bleibt der Saugreflex leider weg. Mh... von daher kommen wir wohl um eine Flasche nicht drum herum. Dann werde ich wohl weiterhin mich in Geduld üben. Ich werde versuchen ihr zuerst die Flasche anzubieten und dann die Brust. Hoffe dass dies klappt und sie nicht denkt "Mh... brauch doch nichts aus der Flasche nehmen, da die Brust ja eh gleich kommt..." ???? Liebe Grüße
Mitglied inaktiv
die cerazette-pille ist stillverträglich, vielleicht lindert sie deine beschwerden auch? frag doch mal den FA, dann könnt ihr euch und der kleinen dem stress ersparen und weiter stillen!
Liebe Jule, wie gesagt, Sie können auch während der Stillzeit die Pille nehmen. Wenn Sie nicht mehr stillen möchten, haben Sie Geduld, Ihr Baby WIRD es lernen und Sie brauchen einfach Geduld. LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
Diese Pille nimmt man ohne Pause: Also man hat dann alsi überhaupt keine Mensturation! Supi, oder?
Mitglied inaktiv
Oh das wusste ich nicht. Na dann werde ich mal meinen FA befragen. Hatte bisher immer etwas Angst neben dem Stillen "Medikamente" zu nehmen. Aber wenn ihr und auch Sie das empfehlen könnte ich auch das probieren. Vorrangig geht es mir nämlich wirklich um diese Mensschmerzen. Ansich stille ich ja gern. Habt vielen Dank!!!!
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