Mitglied inaktiv
Ich habe nun schon die Beiträge der letzten Tage gelesen und mein Problem scheint normal zu sein. Allerdings kommt bei mir noch einiges dazu... Aber nun mal von vorne: Meine Tochter ist nun 10 Monate alt und will mit Vorliebe noch gestillt werden. Laut Empfehlungen habe ich dies bis 6 Monate "voll" getan und danach die Beikost eingeführt. Die Gläschen hat sie solala angenommen - maximal ein halbes Gläschen gegessen, später waren es dann nur noch drei Löffelchen und nun geht gar nix mehr. Wenn sie nur den Löffel sieht, bleibt der Mund zu - selbst, wenn ich ihr das Tellerchen überlasse, dann mag sie es nicht essen und wartet gierig auf die Brust. Auch selbstgekochte Breie mochte sie nicht. Seit einem Monat akzeptiert sie wenigstens abends die Flasche (aber auch nur maximal 150ml) und ganz wenig Tee... Am liebsten mag sie das essen, was wir auch essen. Aber da sie mit ihren gerade mal drei Zähnen nicht kauen kann, beißt sie zu große Stücke ab und drückt sie mit der Zunge wieder aus dem Mund. Satt wird sie so natürlich nicht. Nun zu dem Problem: Seit es angefangen hat, daß sie ihre Zähne kriegt (mit 5 Monaten), schläft sie nachts höchstens zwei Stunden am Stück, wacht auf und will an die Brust. Nur Schnuller akzeptiert sie gar nicht - außer, sie darf an meiner nackten (!) Brust kuscheln. Wenn sie dann wieder schläft, lege ich sie wieder in ihr Bett (steht neben meinem). Ab 6 Uhr morgens schläft sie nur weiter, wenn sie in meinem Bett sein darf. Nun kommt dazu, daß mich ihr dritter Zahn (ein Vorderzahn oben) beim Stillen schmerzt und ich eigentlich langsam abstillen möchte (obwohl ich es bis jetzt genossen habe). Wie kann ich ihr nun die ihrem Alter gemäße Beikost schmackhaft machen? Unser Essen kriegt sie nicht runter und würgt dann bei größeren Stückchen und breiförmiges Essen wird ignoriert. Soll ich erstmal auf Flasche umstellen? Ich weiß ja, daß es deswegen nachts nicht generell ruhiger zugeht, aber mir wäre im Grundprinzip wichtig, daß sie auch andere Sachen zu sich nimmt und meine Brust, die vom Zahn schon ein bisschen gelitten hat, ein wenig Pause findet... (Stillzeit im Moment alle zwei Stunden - auch als Trösterle, wenn der Schnulli nicht akzeptiert wird) Mein Sohn hat damals die Gläschen wie ein Wilder gefuttert und sich mit 6 Monaten selber abgestillt (dafür ist er jetzt ein schlechter Esser...) - so unterschiedlich können Kinder wohl sein... Gruß, Angie
Kristina Wrede
Liebe Angie, es ist verhältnismäßig schwer, einem Kind, das nicht essen MÖCHTE, Lust auf mehr Essen zu machen. Das Verhalten deiner Kleinen ist absolut normal, denn Kinder in dem Alter brauchen keine Gläschen voll Beikost (bedenke: Ihr Magen ist in entspanntem, leeren Zustand so groß wie ihre geschlossene Faust!) und viele Kids, die zunächst fleissig geschluckt haben, verlieren dann wieder das Interesse und ziehen die Brust vor. Dem steht auch nichts entgegen: Muttermilch ist noch immer nahrhaft und ihr Kaloriengehalt von durchschnittlich 68 kcal pro 100 ml ist nicht unbeachtlich liegt durchaus höher als der manch anderer Nahrungsmittel. Nicht umsonst sollte Muttermilch die Basis der Ernährung im gesamten ersten Lebensjahr sein und anderes wird ZU-gefüttert (darum spricht man von BEI-Kost). Das Thema Schlafen wird sich auch nicht zwangsläufig bessern, wenn du deine Kleine abstillst. Denn es entspricht der Natur der Babys, dass sie nachts die Körpernähe der Mutter suchen und im besten Fall auch ihre Milch bekommen. Das Kuscheln an der nackten Brust könnte doch als Alternative gut funktionieren, wenn sie dann am Schnuller statt an der Brust saugt, so dass dir ihr Zähnchen nicht weh tun kann? (Also: Trinken an der Brust ok, aber das Nuckeln danach dann am Schnuller...). Es ist auch nicht "schlimm", wenn deine Kleine bei dir im Bett schlafen möchte. Kaum ein Baby möchte das nicht, und das hat nichts mit verwöhnen zu tun, sondern mit seinen angeborenen Bedürfnissen! Also hab keine Angst davor, sie bei dir im Bett zu lassen. Viele Babys schlafen dann viel viel besser als wenn sie allein liegen (müssen). Vielleicht hilft dir aber auch schon ein kleiner "Trick" aus: Wenn deine Kleine an der Brust eingeschlafen ist, ziehst du deine Brustwarze sanft aus ihrem Mund und drückst, wenn sie wieder nach der BW sucht, ebenso sanft ihr Kinn nach oben. Bei vielen Kids wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Ich hoffe, meine Antwort hilft ein wenig weiter... Lieben Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Im übrigen beißt sie mich nicht, sondern der dritte Zahn reibt beim Nuckeln so arg... Ich dachte, das wäre evtl. noch wichtig zu wissen... Gruß, Angie
Mitglied inaktiv
Liebe Kristina, vielen Dank! Eigentlich entspricht das, was Du schreibst auch meiner Einstellung. Aber auch mein Mann meckert, wenn die Tochter dann die ganze Nacht bei uns im Bett liegt... "Sie ist ja schon 10 Monate alt! Auch die Schwie-Eltern und auch meine Eltern meinen, daß man das Kind sonst nie aus unserem Bett bekommt. Und der Kinderarzt schimpft auch mit mir, daß mein Kind noch nicht alleine einschlafen kann, sondern an meiner Brust einschläft. Wie gesagt - eigentlich genieße ja auch ich die Nähe zu meiner Maus, bin aber gerade durch die Ausage vom KiA seeeeehr verunsichert. Und ihre Mäusezähnchen machen mir langsam Angst"! Ich werde Deinen Tipp gerne ausprobieren. Lieben Gruß, Angie
Kristina Wrede
Liebe Angie, traurigerweise haben viele Menschen den Bezug zum "Normalen" insofern verloren, dass sie nicht mehr wissen, was der Natur des Menschen(-kindes) entspricht. Vielleicht ist das Buch "Schlafen und Wachen" von William Sears, einem MANN, Kinderarzt und Vater von 8 Kindern für Euch alle eine gute Empfehlung? Du bekommst es hier im Stillshop, bei La Leche Liga Deutschland oder einer LLL Stillberaterin, und natürlich im Buchhandel. Lieben Gruß, Kristina
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